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In einem Interview attackiert John Bolton, ehemaliger Sicherheitsberater im Weißen Haus, US-Präsident Donald Trump scharf.
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In einem Interview attackiert John Bolton, ehemaliger Sicherheitsberater im Weißen Haus, US-Präsident Donald Trump scharf.

Präsident unter Beschuss

„Nützlicher Idiot“: Ex-Sicherheitsberater John Bolton attackiert Donald Trump scharf

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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Donald Trump steht weiterhin massiv in der Kritik. Sein ehemaliger Sicherheitsberater John Bolton bescheinigt ihm, ein „nützlicher Idiot“ zu sein – nicht nur für Russland.

  • John Bolton, ehemaliger Sicherheitsberater des Weißen Hauses, kritisiert Donald Trump scharf.
  • Laut ihm sei der US-Präsident kein richtiger Staatsmann, sondern vielmehr ein „nützlicher Idiot“.
  • Nicht nur Putin sei Trump unterlegen. Er wisse generell nicht, wie man sich auf internationaler Ebene verhält.

Washington – Der frühere Sicherheitsberater des US-Präsidenten, John Bolton, hat Donald Trump in einem Interview scharf kritisiert. „Wertvolle Monate sind verloren gegangen, als diese Pandemie noch deutlich abgeschwächt werden konnte“, sagte er dem Nachrichtensender CNN am Montag (14.09.2020).

Ex-Sicherheitsberater John Bolton über Donald Trump: Kein richtiger Staatsmann

Donald Trump hatte sich zuvor selbst in Bedrängnis gebracht durch sein Eingeständnis, die Corona-Gefahr in den USA heruntergespielt zu haben. In einem Interview-Mitschnitt mit dem bekannten Investigativjournalisten Bob Woodward vom 19. März ist zu hören, wie Trump nach der Einleitung „Um ehrlich mit Ihnen zu sein, Bob“ über die Coronavirus-Situation sagt: „Ich wollte es immer herunterspielen. Ich spiele es auch immer noch gern herunter, weil ich keine Panik erzeugen will.“

John Bolton sagte in dem CNN-Interview zudem, dass Donald Trump kein wahrhaftiger Staatsmann sei, sondern vielmehr eine schwache Person, die von anderen Staaten manipuliert werden könne. Trump sei ein „nützlicher Idiot“ für den russischen Präsidenten Putin. „Das beschreibt Donald Trump in vielerlei Hinsicht sehr gut“, so Bolton.

Auf die Frage, ob die russische Regierung den US-Präsidenten in der Hand haben würde, sagte Bolton: „Ich denke es ist völlig verständlich, dass viele Menschen diesen Verdacht haben.“ Einen Beweis dafür gibt es jedoch nicht.

Bolton über Donald Trump: „Der Präsident genießt es, sich mit autoritären Führern abzugeben“

Vor Bolton äußerte sich bereits Trumps langjähriger Anwalt Michael Cohen zum Verhältnis zu Vladimir Putin. Demnach habe Donald Trump Putin verehrt, weil er den Kremlchef fälschlich für den reichsten Mann der Welt gehalten habe und für Trump Geld über alles gehe, schrieb Cohen laut der „Washington Post“. Es habe ihm auch imponiert, wie Putin als Alleinherrscher das Land führe. Putins Fähigkeit, alles zu kontrollieren – von der Presse bis hin zu den Finanzinstituten –, habe ihn ehrfürchtig gemacht. Er habe außerdem gehofft, einen Trump Tower auf dem Roten Platz in Moskau errichten zu können.

Donald Trump sei jedoch nicht nur für Russland ein „nützlicher Idiot“, meint John Bolton. Sein Verhalten auf internationaler Ebene beweise, dass ihm das Verständnis fehle, wie man als Staatsmann richtig agiere. „Egal ob Vladimir Putin, Xi Jinping oder Kim Jong Un“, Trump schätze sie alle nicht richtig ein und sei ihnen unterlegen. Trotz alledem gefalle es dem US-Präsidenten im Umfeld dieser Machthaber am besten. „Der Präsident genießt es, sich mit autoritären Führern abzugeben“, so Bolton.

John Bolton sorgte mit Enthüllungsbuch über US-Präsident Donald Trump für Furore

John Bolton gilt als harter Konservativer, ist ebenfalls wie Donald Trump Republikaner und eine umstrittene Figur. Er arbeitete für mehrere US-Präsidenten, unter anderem für George W. Bush. Zwischen April 2018 und September 2019 war er nationaler Sicherheitsberater im Weißen Haus. Trump will ihn geschasst haben, Bolton gibt an, gekündigt zu haben. Mittlerweile hofft er darauf, dass Trump abgewählt wird.

Mit seinem Enthüllungsbuch hatte Bolton in USA für Furore gesorgt. Er zeichnet darin ein vernichtendes Bild eines Präsidenten, der „unberechenbar“ ist und dem es in erster Linie um seine Wiederwahl geht. Das Weiße Haus und Donald Trump hatten versucht, die Veröffentlichung zu verhindern. (Von Tim Vincent Dicke mit Agenturen)

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