Präsidenten-Tochter als Beraterin

Eine Ivanka Trump für Polen? Präsident Andrzej Duda macht Tochter zur Beraterin

  • Sophia Lother
    vonSophia Lother
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Kinga Duda aus Polen ist nicht mehr länger nur Präsidenten-Tochter, sondern auch Beraterin von Andrzej Duda. Und das ist nicht die einzige Parallele zu Ivanka Trump.

  • Eine Präsidenten-Tochter wird zur Beraterin
  • Doch statt von den USA kommt diese Nachricht aus Polen
  • Kritiker sprechen von Kinga Duda bereits als „polnischer Ivanka Trump

Warschau - Sie ist jung, blond und zierlich. Und sie ist nicht nur die Tochter des Präsidenten, sondern auch Teil seines engsten Beraterstabs. Wem jetzt Präsidententochter Ivanka Trump aus den USA vorschwebt, der könnte, allein geografisch gesehen, kaum weiter daneben liegen. Die Rede ist von Kinga Duda, Tochter des polnischen Präsidenten Andrzej Duda. Und seit Kurzem gehört die 24-jährige als Beraterin zur stark umstrittenen Regierung von Polen.

Kinga Duda war ganz nah an der Seite ihres Vaters, als dieser die Präsidentschaftswahl in Polen knapp gewann.

Eine Ivanka Trump für Polen? Präsident Duda holt seine Tochter in die Regierung

Die Ernennung von Kinga Duda zur Beraterin in der Regierung von Polen ist ähnlich umstritten, wie damals, als Donald Trump seine Tochter Ivanka Trump mit ins Boot holte. Laut der Website des Präsidialamtes in Polen soll Duda schon seit August als Beraterin tätig sein. Zwar unterstrich Präsident Duda via Twitter, seine Tochter würde für ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Beraterin des Präsidenten kein Gehalt bekommen, aber die Forderungen nach einer Beendigung der Vetternwirtschaft in Polen seitens der Kritiker verstummen deshalb noch lange nicht.

Und die Parallelen zur Situation in den USA stößt Kritikern ebenso auf. So sprechen einige politische Kommentatoren aus Polen bereits von Kinga Duda als einer „polnischen Ivanka Trump“. Die Tochter von US-Präsident Donald Trump arbeitet bereits seit 2017 als Beraterin für ihren Vater. Damals erhielt sie nicht nur ein eigenes Büro im Weißen Haus inklusive einem eigenen Beraterteam, sondern auch Sicherheitsfreigaben, die derart hoch waren, dass etliche Kritiker auf die Barrikaden gingen.

Präsident Duda holt Tochter Kinga in die Regierung - wie Trump seine Ivanka

Welche Annehmlichkeiten und Einblicke Kinga Duda in Polen hat, darüber ist kaum etwas bekannt. In der Politik ist die 24-jährige Präsidententochter bisher auch kaum aktiv gewesen. Zuletzt hörte man Mitte Juli von ihr und auch hier zeigen sich wieder erstaunliche Parallelen zur Trump-Tochter aus den USA.

Denn am Abend der Stichwahl um die Präsidentschaft in Polen, die Andrzej Duda nur knapp gewann, hielt sie eine erstaunliche Rede. In dieser Rede distanzierte sich Kinga Duda geradezu von den politischen Ansichten ihres Vaters und schlug überraschend versöhnliche Worte an. So unterstrich sie, dass es niemand verdient habe, zum Objekt des Hasses zu werden. Und zwar „unabhängig davon, an was wir glauben, welche Hautfarbe und welche Ansichten wir haben (...) und wen wir lieben.“ Das steht im krassen Kontrast zu der Homophobie und dem Hass, den ihr Vater Andrzej Duda kurz zuvor im Wahlkampf in Polen versprüht hatte.

Kinga Duda und Ivanka Trump mit Parallelen

Auch Ivanka Trump inszeniert sich noch immer als moderate Version von Donald Trump. So setzte sie sich beispielsweise für Frauenrechte ein, während ihr Vater nicht nur immer wieder in den guten alten verbalen Sexismus à la Donald Trump verfällt, sondern auch immer wieder vorgeworfen bekommt, Frauen sexuell belästigt zu haben. Es bleibt abzuwarten, ob und in welcher Weise die polnische Präsidententochter Kinga Duda Einfluss auf ihren Vater ausüben wird. (Von Sophia Lother)

Rubriklistenbild: © JANEK SKARZYNSKI / AFP

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