Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Texas

Donald Trump besucht die Grenze – und führt sich auf wie der US-Präsident

  • Daniel Dillmann
    VonDaniel Dillmann
    schließen

Donald Trump benimmt sich, als ob er noch immer Präsident der USA wäre. In Texas schürt er die Angst vor Fremden.

Edinburg, Texas (USA) - Als ob er nie weg gewesen wäre. Donald Trump bereist die Grenze zwischen den USA und Mexiko, schimpft über „Millionen von Migranten“, von denen „manche die schlimmsten Menschen der Erde“ seien, die „unberechenbaren Schaden anrichten“, weil sie das „Land überfluten“ würden.

Der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten besuchte im US-Bundesstaat Texas zunächst die Grenze selbst. Im Anschluss traf Donald Trump einen seiner besten Freunde und Moderator bei Fox News, Sean Hannity, zu einem Interview im sogenannten „Town Hall“-Format. Dort kam Trump so richtig in Fahrt.

Donald Trump besucht die US-Grenze zu Mexiko.

Donald Trump: Hasstirade gegen Joe Biden

Die wohl sehr genau arrangierten Fragen aus dem Publikum beantwortete Donald Trump mit einer Hasstirade gegen Joe Biden, Migranten und die Grenzpolitik nach der anderen. Biden würde „die Grenze offenhalten“ und so unberechenbaren Schaden anrichten. „Es kommen nicht hunderttausende, sondern Millionen Menschen, die unser Land stürmen“, so Trump. Hannity saß ihm gegenüber und nickte zustimmend.

Eine Sache verband den Besuch an der Grenze als auch das Treffen mit Greg Abbott, Gouverneur von Texas und Parteikollege von Donald Trump bei den Republikanern, mit dem Interview mit Sean Hannity. Trump inszenierte sich, als sei er noch US-Präsident. Mehrfach betonte er, dass er die US-Wahl 2020 eigentlich gewonnen habe und wiederholte die längst und mehrfach widerlegten Vorwürfe des Wahlbetrugs. Im selben Atemzug schürte er unbelegte Gerüchte über einen angeblichen Betrug bei den Wahlen in New York.

Tatsächlich ist die Zahl der Migranten, die an der Grenze zu den USA ankommen, seit der Amtsübernahme von Joe Biden und Kamala Harris gestiegen. Sollte sich der Trend fortsetzen, könnte das Land in diesem Jahr eine Rekordzahl an Asylanträgen erreichen. Die Vizepräsidentin hatte erst vor kurzem die Grenze besucht.

Donald Trump erzählt bei Fox News Unsinn

Doch das, was Donald Trump erzählt, ist Unsinn. Die Grenze zwischen den USA und Mexiko ist nicht offen. Der größte Teil der Ankommenden aus Mittel- und Zentralamerika wird abgewiesen und die Einreise in die Vereinigten Staaten bleibt ihnen verwehrt. Fast 15.000 Kinder werden laut Recherchen der New York Times aktuell in Auffanglagern festgehalten.

Wer sich um die Einreise in die USA bemüht, flieht in der Regel vor Gewalt, Armut, Korruption und den Folgen des Klimawandels. Die mit Abstand größte Gruppe unter den Migranten sind Familien, wie aus einem wissenschaftlichen Bericht für den US-Kongress hervorgeht, der im November 2019 veröffentlicht wurde.

Der Vorwurf, dass diese Gruppe überdurchschnittlich oft für Gewaltverbrechen verantwortlich ist, wurde bereits mehrfach widerlegt. Eine Studie der nationalen Akademie für Wissenschaft, Ingenieurswesen und Medizin aus dem Jahr 2017 ermittelte darüber hinaus, dass Migranten durch Lohnsteuer und andere Abgaben dem Staat mehr Geld einbringen, als sie ihn insgesamt kosten.

Donald Trump und Sean Hannity loben sich selbst

Kaum hatte Donald Trump seine Hasstiraden beendet, kam auf sein zweitliebstes Thema zu sprechen: sich selbst. Sean Hannity sekundierte dabei vom feinsten und sprach Trump auf den fast schon legendären kognitiven Wahrnehmungstest an, den Trump seinerzeit zu einem Intelligenztest hochstilisiert hatte. „Ich habe ihn mit Auszeichnung bestanden“, sagte Trump. Er habe alle 30 Fragen richtig beantwortet.

Alle News zur US-Politik direkt in Ihr Mail-Postfach

Mit dem USA-Newsletter der FR verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten mehr und sind immer top informiert

Der Test wird in der Regel verwendet, um Krankheiten wie Demenz oder Alzheimer im Frühstadium zu diagnostizieren. Die ersten Fragen sind Bilderrätsel, bei denen einem ein Foto einer Giraffe gezeigt wird und man sagen muss, ob es sich um eine Giraffe oder einen Elefanten handele. „Aber die Fragen werden immer schwerer“, so Trump. Bis hin zu Gedächtnisübungen, bei denen bis zu fünf (!) Begriffe wiederholt werden müssen. „Es läuft so ab, sie sagen Dir: ‚Person, Frau, Mann, Kamera, Fernsehen‘. Und das musst Du dann wiederholen“, erklärte Trump. Alle 30 Fragen habe er richtig beantwortet, prahlte Donald Trump.

Den Test können Sie hier machen und sehen, ob Sie das Zeug zur US-Präsidentin haben. (Daniel Dillmann)

Rubriklistenbild: © BRANDON BELL/AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare