Nulltoleranzpolitik von Donald Trump

Donald Trumps Grenzpolitik sorgt für Chaos: Eltern von mehr als 500 Kindern nicht auffindbar

Die Nulltoleranzpolitik von Donald Trump an der US-Grenze zu Mexiko hat weitreichende Folgen. Ein Bericht enthüllt schockierende Details: die Behörden haben die Eltern 545 Kindern aus den Augen verloren.

  • Ein Wahlversprechen von Donald Trump lautete, die Grenze zu Mexiko mit einer gigantischen Mauer besser zu schützen.
  • Für seine Nulltoleranzpolitik an der Grenze wurde der US-Präsident bereits in der Vergangenheit kritisiert. Mehr als 5500 Migranten-Kinder wurden in den USA von ihren Eltern getrennt.
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Washington - Die umstrittene Einwanderungspolitik von Donald Trump an der Grenze zu Mexiko hat weltweit für Empörung gesorgt. Mit seiner Nulltoleranzpolitik wollte Trump Einwanderer:innen abschrecken, die illegal die Grenze in die USA überqueren. Bilder von weinenden Kindern in Käfigen, die von ihren Eltern getrennt wurden, schockierten vor etwa einem Jahr die Öffentlichkeit.

Obwohl ein Gericht bereits im Juni 2018 angeordnet hatte, dass betroffene Kinder und ihre Eltern wieder vereint werden sollen, ist dies noch immer nicht in allen Fällen passiert. Details eines Gerichtsverfahrens offenbaren nun, dass die Eltern von insgesamt 545 Kindern nicht auffindbar sind. Etwa 60 dieser Kinder waren zum Zeitpunkt der Trennung jünger als fünf Jahre. Die US-Bürgerrechtsorganisation „American Civil Liberties Union“ (ACLU) hatte gegen die Nulltoleranzpolitik von Donald Trump geklagt.

USA: Famiientrennung durch Grenzpolitik - Hunderte Eltern nicht auffindbar

Freiwillige versuchen seit Jahren, die Familien der Migranten-Kinder ausfindig zu machen. Lange ging man jedoch von einer weit niedrigeren Zahl aus. Die Trump-Regierung veröffentlichte im Zuge des Gerichtsverfahrens im Juni 2018 Dokumente, die belegten, dass 2700 Kinder von ihren Eltern getrennt wurden, nachdem diese die Grenze in die USA überquert hatten. Diese Familien wurden ausfindig gemacht.

Ein im Januar 2019 veröffentlichter Bericht enthüllte jedoch, dass noch mehr Kinder von ihren Familien getrennt wurden. Unter anderem wurden im Rahmen eines zuvor unbekannten Pilotprogramms im texanischen El Paso in den USA etwa 1000 Kinder von ihren Eltern getrennt. Dieses fand von Juni bis November 2017, also vor dem offiziellen Beginn der Nulltoleranzpolitik von Donald Trump, statt.

US-Grenzpolitik von Donald Trump: 5500 Kinder von ihren Eltern getrennt

Die Gesamtzahl der Kinder die von ihren Eltern getrennt wurden, beträgt mittlerweile mehr als 5500 bestätigte Fälle, berichtet die „New York Times“. Darunter sind auch Fälle, bei denen die US-Regierung davon ausgeht, dass die Trennung rechtmäßig ist, weil ein Elternteil vorbestraft ist. Die Bürgerrechtsorganisation „ACLU“ geht davon aus, dass zwei Drittel der Eltern nicht mehr in den USA sondern wieder in ihrem Heimatland sind.

Ein Mädchen weint, während US-Grenzbeamte ihre Mutter in Gewahrsam nehmen. Eine Woche später beendete Trump seine umstrittene Nulltoleranzpolitik.

Einige Eltern, die von Anwälten gefunden wurden, haben entschieden, dass ihre Kinder bei Verwandten oder Freunden in den USA sicherer seien. Sie verzichteten also darauf, wieder mit ihren Kindern vereint zu werden. Die Trump-Regierung argumentiert daher, dass nicht alle der bislang unauffindbaren Eltern tatsächlich ausfindig gemacht werden müssten. Das Ziel der Politik von Donald Trump war es, illegale Einwanderer abzuschrecken.

Familientrennung an der Grenze der USA: Suche nach den Eltern schwierig

Die Mutter einer neunjährigen und einer 14-jährigen Tochter, sagte der „New York Times“, die Entscheidung ihre Kinder bei ihrem Vater in den USA zu lassen, sei die schwierigste Entscheidung ihres Lebens gewesen. Sie lebe derzeit in einer Unterkunft für Migranten und verlasse diese nicht, da sie sich nicht sicher fühle.

Die Suche nach den vermissten Eltern wird dadurch erschwert, dass die US-Einwanderungsbehörden oft nicht dokumentierten, wer die Eltern der Kinder sind. Da seit der Trennung bereits viel Zeit vergangen ist, gestaltet sich die Suche schwierig. Einige der betroffenen Eltern sind umgezogen, untergetaucht oder auf der Flucht. Anwälte und Freiwillige, die versuchen, die Familien zu finden haben oft nur einen Namen und das Herkunftsland der Eltern als Anhaltspunkt. (Sarah Neumeyer)

Rubriklistenbild: © Jerry Glaser/Cbp Photos

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