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Trumps Steuern

Donald Trump klagt gegen eigene Nichte - erste Reaktionen

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Der frühere US-Präsident Trump behauptet, es habe eine „heimtückische Verschwörung“ gegen ihn gegeben. Auch in der Rachel Maddow-Show wurde die Klage thematisiert.

Update vom 22.09.2021, 17.10 Uhr: In der TV-Sendung von Rachel Maddow war die Klage von Donald Trump ebenfalls Thema. Am Dienstagabend (Ortszeit) sprach die Moderatorin in ihrer Show auf dem Nachrichtensender MSNBC eigentlich über die rechtliche Anfechtung des neuen Abtreibungsverbotes in Texas.

Hierfür war die Rechtsexpertin Joyce Vance zugeschaltet. Nach einer Werbeunterbrechung lenkte Maddow das Gespräch allerdings auf die neuste Klage von Donald Trump. Die Rechtsexpertin Vance beschrieb das Handeln Trumps als „verzweifelten Versuch, den Spieß umzudrehen“. Sie verwies weiter darauf, dass der Ex-Präsident bereits eine Vorgeschichte hat, was das Ausnutzen des Rechtsstaates für persönliche Interessen anbelangt. „Das (die Klage) hört sich wie ein weiteres Kapitel aus diesem Buch an“, ordnete Vance die Klage Trumps ein.

Trump gegen eigene Nichte: Lawrence O´Donnell spottet über die Anklage

Im Schlusskommentar ging auch Lawrence O´Donnell auf die neuste Klage des Ex-Präsidenten ein. Als Maddow einen Satz der ersten Seite der Anklage vorlas, entgegnete er trocken: „Er (Trump) hat genau die Rechtsanwälte, die genauso ticken wie er selbst.“ Mit einem süffisanten Unterton fügte er noch hinzu, „vielleicht waren Trump und seine Rechtsanwälte auf derselben Sprachschule.“

Die Kühnheit der verteidigenden Aktionen kann nicht unterschätzt werden

Zitat aus der Klageschrift, welcher von Rachel Maddow zitiert wurde.

Erstmeldung vom Mittwoch, den 22.09.2021, 13.30 Uhr: New York – Donald Trump ist sauer. Grund für seinen Missmut ist diesmal aber nicht der angebliche Wahlbetrug von Joe Biden und dessen Demokraten, sondern seine eigene Nichte.

Mary Trump ist schon seit längerem bei ihrem Onkel in Ungnade gefallen. Seit dem Sommer 2020 nutzt die Tochter von Donald Trumps Bruder Fred Trump Jr. alle Medien, um Donald Trump zu attackieren. Dabei kannte sie zu Beginn nur ein Ziel: eine zweite Amtszeit von Donald Trump zu verhindern. „Ich kann nicht zulassen, dass er mein Land zerstört“, schrieb sie in ihrem Enthüllungsbuch „Zu viel und nie genug“.

Donald Trump ist in Klagelaune.

Mary Trump ist bei Donald Trump in Ungnade gefallen

Darin zeichnete die promovierte Psychologin ein düsteres Bild von Donald Trump und der gesamten „toxischen Familie Trump“ um die ehemalige First Lady Melania Trump, die beiden Töchter Ivanka Trump und Tiffany Trump, Schwiegersohn Jared Kushner und die Söhne Donald Trump Junior und Eric Trump.

In ihrem Buch offenbarte Mary Trump auch, dass sie der New York Times einst die Munition für eine große Geschichte über den alltäglichen Steuerbetrug im Hause Trump geliefert hat. Die Zeitung berichtete im Jahr 2018 über die „zweifelhaften Steuersysteme“ und den „glatten Betrug“ der Familie Trump. Die Story von David Barstow, Susanne Craig und Russ Buettner wurde 2019 auch mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Donald Trump verklagt Nichte und New York Times

Jetzt aber setzt sich Donald Trump zur Wehr. Oder zumindest versucht er es. Der frühere Präsident hat nun Klage gegen die New York Times, Barstow, Craig, Buettner und seine Nichte Mary Trump eingereicht und behauptet, sie hätten eine „heimtückische Verschwörung“ ausgeheckt, um seine privaten Aufzeichnungen zu erhalten.

Und wie das in den USA im Allgemeinen und bei den Trumps im Besonderen so üblich ist, wird hier nicht gekleckert, sondern geklotzt. Donald Trump fordert nämlich von Mary Trump und der New York Times jeweils Schadenersatz „in einer Höhe, die im Prozess festgelegt wird, aber vermutlich nicht weniger als einhundert Millionen Dollar beträgt“. Das ist eine Menge Geld.

Ohnehin erinnert der Wortlaut der Klageschrift ein wenig an Donald Trumps üblichen Bombast, wenn er über die „höchsten, besten, tollsten“ Einschaltquoten spricht, die die TV-Sender ihm zu verdanken hätten. „Der Artikel von 2018 hat rekordverdächtig viel Aufmerksamkeit erregt und viel mehr Klicks generiert als jeder andere Artikel in der Geschichte der Times“, heißt es dort also. Und weiter: „Der Aktienkurs der Times ist in der Woche nach der Veröffentlichung des Artikels 2018 um 7,4 % gestiegen.“ Das ist eine Sprache, die Donald Trump versteht.

NameMary Lea Trump
Geburtsdatum3. Mai 1965
ElternFred Trump Junior und Linda Lee Clapp
AusbildungTufts University/Columbia University/Adelphi University
TitelDoktor in klinischer Psychologie

Mary Trump über Donald Trump: „Er ist verzweifelt“

In der Klage wird auch explizit auf die Vertraulichkeitsvereinbarung hingewiesen, die Mary Trump im Jahr 2001 unterzeichnet hatte. Ob ein solcher Verweis erfolgreich sein wird, ist eher zweifelhaft. Denn schon Donald Trumps im August 2020 verstorbener Bruder Robert wollte Mary Trump und den Verleger Simon & Schuster unter Verweis auf jene Abmachung davon abhalten, ihre Memoiren zu veröffentlichen.

Ein Richter entschied jedoch, dass die Vereinbarung von 2001 zu vage definiert gewesen sei, um Mary Trump daran zu hindern, über den damals amtierenden Präsidenten zu schreiben. Zudem hatte ihr Verleger diese Übereinkunft nicht unterzeichnet. Auch Barstow, Craig und Buettner waren nicht daran beteiligt.

Und was sagt Mary Trump zu der Klage ihres Onkels? „Er ist halt ein verdammter Verlierer“, äußerte sie sich gegenüber dem US-Nachrichtenportal The Daily Beast. „Er ist verzweifelt, die Schlinge zieht sich zu. Und jetzt schmeißt er Dreck gegen die Wand und hofft, dass was klebenbleibt. Am Ende wird er wie immer wieder versuchen, das Thema wechseln.“ (cs)


Rubriklistenbild: © JIM WATSON/AFP

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