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Donald Trump (l.) und Mark Milley bei einer Konferenz für nationale Sicherheit im Jahr 2019.
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Donald Trump (l.) und Mark Milley bei einer Konferenz im Jahr 2019.

Buchenthüllungen

Donald Trump im Weißen Haus außer sich – „So kannst du nicht mit mir reden!“

  • Daniel Dillmann
    VonDaniel Dillmann
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Donald Trump wollte das Militär gegen die Bevölkerung einsetzen. Den Widerstand eines Generals im „Situation Room“ nahm der damalige US-Präsident nicht gut auf.

Washington D.C. - Feinde hat er genug hinterlassen. Und so wundert es auch nicht, dass ein pikantes Detail nach dem anderen über die Amtszeit von Donald Trump ans Licht kommt. Involviert sind dabei häufig auch prominente Namen. So zum Beispiel der von Mark Milley. Denn Trump soll seinen militärischen Generalstabschef lautstark angebrüllt haben - vor allen Leuten im „Situation Room“ des Weißen Hauses.

Über den lautstarken Streit berichtet Journalist Jonathan Swan vom US-Nachrichtenportal Axios. Swan selbst hatte Donald Trump noch während seiner Amtszeit interviewt und seinen kreativen Umgang mit Fakten kritisiert. Nun bezieht sich der Reporter auf einen Auszug aus dem neuen Buch von Michael Bender, das Axios exklusiv vorliegt und das im August dieses Jahres auf den Markt kommen soll. Der Titel des Buches: „Ehrlich gesagt haben wir die Wahl gewonnen: Die Insider-Geschichte, wie Trump die Wahl verloren hat“.

Donald Trump brüllt seinen Generalstabschef Mark Milley an

Was dort berichtet wird, hat es in sich. Teile der Regierung von Donald Trump hatten sich demnach im „Situation Room“ des Weißen Hauses getroffen, um über den Umgang mit den Protesten gegen rassistische Polizeigewalt zu debattieren, die in den USA infolge der Ermordung von George Floyd durch den Polizisten Derek Chauvin aufgetreten waren. Trump wollte den „Insurrection Act“ in Kraft setzen, ein Bundesgesetz aus dem Jahr 1807, das dem US-Präsidenten die Vollmacht gibt, die Nationalgarde und die Armee innerhalb der Staaten zur Bekämpfung von Aufständen einzusetzen. Milley sollte den Einsatz gegen die eigene Bevölkerung leiten.

Doch der Brigade-General und Afghanistan-Veteran weigerte sich. Als Generalstabschef war er zwar der höchste Verbindungsmann der Administration zum Militär, aber eben nur Berater. „Ich sagte, Du bist verdammt noch mal verantwortlich!“ soll Donald Trump in Richtung Milley geschrien haben. „Das bin ich nicht“, gab Milley zur Antwort, ebenfalls in lautem Tonfall.

„So kannst Du verdammt noch mal nicht mit mir reden“, ereiferte sich Trump. Milley gab es offenbar auf, den Präsidenten von seinem Standpunkt zu überzeugen und verwies ihn an juristisches Fachwissen: „Der ganze Raum hier ist voll von Anwälten. Kann ihm bitte jemand meine rechtliche Verantwortung erklären?“ Der höchste Staatsanwalt des Landes, William Barr, soll daraufhin übernommen haben: „Er hat recht Mr. Präsident. Der General hat recht.“

Generalstabschef Mark Milley: Ein Feindbild von Donald Trump

Mark Milley gehört nicht erst seit diesen Veröffentlichungen zu den absoluten Feindbildern Donald Trumps und seiner Fans. Vor kurzem hatte er mit seiner Rede zur kritischen Rassismus-Theorie und den Umgang damit in den Lehrplänen des US-Militärs den Ärger vieler Republikaner und Trump-Getreuen auf sich gezogen. Tucker Carlson nannte den General auf Fox News „ein Schwein“, das das US-Militär zerstören würde.

Auf Nachfrage Swans soll Donald Trump die Enthüllungen als „totale Fake News“ bezeichnet haben. „Das ist nie passiert. Ich bin kein Fan von Milley, aber ich habe mich nie mit ihm gestritten und die ganze Geschichte ist unwahr. Er hat mir nie widersprochen“, so Trump, der ergänzte: „Wenn Milley mich angeschrien hätte, ich hätte ihn gefeuert.“ Buch-Autor Bender dagegen verteidigte seine Schilderungen und beruft sich dabei mehrere Quellen, die bei dem Streit anwesend waren.

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Donald Trump schimpft auf US-Generäle

Milley selbst wollte zum Geschehenen nichts mehr sagen. Von Donald Trump durften er und seine Kollegen sich aber weitere Breitseiten anhören. Bei seiner Großkundgebung in Ohio sagte Trump vor johlender Menge in Richtung Milley und Co.: „Schaut Euch diese Generäle zurzeit im Fernsehen an. Sie sind alle ‚woke‘.“

Mit dem politischen Kampfbegriff, der sich mit ‚wachsam‘ übersetzen lässt, bezeichnet die Rechte in den USA abfällig politisch linke Kräfte, die sich wiederum für einen kritischen Umgang mit institutionellem Rassismus und dem Schutz von Minderheiten aussprechen. Also das Gegenteil vom Einsatz des eigenen Militärs gegen Demonstrationen, wie Trump es vorgehabt haben soll. (Daniel Dillmann)

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