Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Für sie könnte es eng werden: Lisa Murkowski, schärfste Trump-Kritikerin in Reihen der Senats-Republikaner.
+
Für sie könnte es eng werden: Lisa Murkowski, schärfste Trump-Kritikerin in Reihen der Senats-Republikaner.

Umbau der Republikaner

Donald Trump und seine Rachepläne: Kritikerin muss um Senatssitz bangen

  • VonMirko Schmid
    schließen

Lisa Murkowski aus Alaska gilt als schärfste Trump-Kritikerin in Reihen der Senats-Republikaner. Donald Trump plant bereits ihr Amtsende.

Palm Beach – Donald Trump treibt seine Rachepläne weiter voran. Im Fokus seiner Agenda, die zu einem Umbau der Republikaner zur Trump-Partei führen soll, stehen vor allem parteiinterne Kritiker:innen. Als eine solche hatte sich immer wieder und in aller Offenheit Lisa Murkowski positioniert. Die US-Senatorin aus Alaska spart seit Jahren nicht mit scharfer Kritik am früheren Präsidenten.

So hatte Murkowski nach der Erstürmung des US-Kapitols deutliche Worte an Donald Trump adressiert und unter anderem angedeutet, sich einen Parteiaustritt vorstellen zu können, sollte Trump einen erneuten Anlauf auf das Weiße Haus nehmen. Genau das, also die Verbindung einer Schuldzuweisung für die tödliche Randale vom 6. Januar in Richtung Trump und offener Kritik, ist es, was Donald Trump zutiefst verabscheut.

Zu sehr ist er auf die Aufrechterhaltung seines Narratives vom eigentlichen Wahlsieger, dem die Wiederwahl gestohlen worden war, angewiesen, um seinen Führungsanspruch innerhalb der republikanischen Partei und ihrer Basis aufrechtzuerhalten. Und zu sehr benötigt er gleichzeitig den Rückhalt seiner Partei, wenn es darum geht, sämtliche Verantwortung für den „dunkelsten Tag der modernen US-Demokratie“ (Nancy Pelosi) von sich zu weisen.

Lisa Murkowski nimmt Donald Trump für die erstürmung des Kapitols in die Verantwortung

Da ist eine Senatorin aus den eigenen Reihen, die Trumps Schuld klar benennt und mit der Mehrheit des US-Senats für eine nachträgliche Amtsenthebung des passionierten Golfers gestimmt hat, natürlich ein monumentaler Dorn im Auge eines Mannes, der sich am liebsten mit Leuten umgibt, die ihm huldigen.

Bereits vor Monaten hatte sich Donald Trump dann auch mit seinen Getreuesten zusammengesetzt und darüber beratschlagt, wie eine Wiederwahl seiner parteiinternen Konkurrenz um Senator Mitt Romney (Utah) und eben Lisa Murkowski zu verhindern wäre. Seither unterlässt es der abgewählte Präsident bei kaum einer Gelegenheit, öffentlich über die ungeliebten Parteikolleg:innen herzuziehen und sie der Wut seiner Gefolgschaft zum Fraß vorzuwerfen.

Nun will Donald Trump Nägel mit Köpfen machen. Konkret geht es darum, Murkowskis Wiederwahl in Alaska zu verhindern, indem er bereits in der Vorwahl der Republikaner eine Gegenkandidatin ins Rennen schickt und protegiert. Das Ziel ist klar: Ohne die Unterstützung der Partei hat Murkowski kaum eine Chance, erneut in den US-Senat einzuziehen.

Donald Trump will Lisa Murkowsi loswerden und schickt Kelly Tshibaka ins Rennen

Bei dieser Trump-treuen Gegenkandidatin handelt es sich um Kelly Tshibaka, laut ihrem Twitter-Profil „Ehefrau und stolze Mutter von fünf Kindern“. Im Gegensatz zu Lisa Murkowski, über die Donald Trump in seinem inzwischen schon wieder eingestampften Blog „Form the Desk of Donald J. Trump“ geschrieben hatte, sie sei „schlecht für Alaska“, besticht Tshibaka mit der Eigenschaft, völlig frei von einem Anflug von Kritik hinter Trump zu stehen. Eine Haltung, die aktuell die wichtigste Qualifikation für eine aussichtsreiche republikanische Kandidatur bedeutet.

NameLisa Ann Murkowski
PositionUS-Senatorin (seit 2002)
ParteiRepublikaner
Alter64 Jahre (22. Mai 1957)
GeburtsortKetchikan, Alaska, USA

Donald Trump selbst lässt daran keinerlei Zweifel: „Murkowski muss gehen! Kelly Tshibaka ist die Kandidatin, die Murkowski schlagen kann – und das wird sie. Kelly ist eine Kämpferin, die für Alaska-Werte und America First steht“, ließ der (mehr oder weniger) heimliche Parteichef seine Basis wissen. Er freue sich darauf, für Frau Tshibaka in Alaska zu werben. Im Weg einer Trump-Unterstützung für „seine“ Kandidatin vor Ort in Alaska könne lediglich die lange Flugreise von Florida aus stehen, orakelt die Washington Post.

Trump-Kandidatin Tshibaka will Senatssitz von Senatorin Lisa Murkowski „zurückerobern“

Tshibaka ließ ihrer Freude über Trumps Unterstützung unlängst auf Twitter freien Lauf. Sie sei „eher geehrt und dankbar“, die Zustimmung des früheren Präsidenten zu erhalten. Diese würde den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage bedeuten. Für ihre Konkurrentin hat Trumps Kandidatin eine vergiftete Botschaft: „Seine starke Unterstützung zu haben, ist eine großartige Nachricht für unsere Kampagne und eine noch bessere Nachricht für die Menschen in Alaska. Denn es bedeutet, dass wir unseren Senatssitz von Lisa Murkowski zurückerobern.“

Unsere Infoseite

Lesen Sie alle Neuigkeiten rund um den 45. Präsidenten der USA in den Trump-News.

Zurückerobern. Von einer Republikanerin. Tshibakas Wortlaut impliziert, dass die Senatorin, die ihre Partei seit knapp 20 Jahren im Senat vertritt, eine Art Nestbeschmutzerin ist. Eine Politikerin, der man einen Sitz entreißen müsse. Es sind Worte, die im Wahlkampf schon immer üblich waren. Allerdings bisher nur gegenüber demokratischen Amtsinhaber:innen.

Für oder gegen Donald Trump: Die politische Trennlinie verläuft mitten durch die republikanische Partei

Doch diese alten Gewissheiten, die Trennlinie zwischen Republikanern hier und Demokraten dort, gilt nicht mehr in einer durch Donald Trump geprägten Politik. Die Trennlinie verläuft inzwischen mitten durch die republikanische Partei. Sie lautet: Du bist entweder für Trump – oder du bist raus. (Mirko Schmid)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare