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Trump spottet über Klimawandel: „Ein paar mehr Grundstücke am Strand“

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Von: Vincent Büssow

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Bei einem Wahlkampfauftritt in den USA macht sich Donald Trump über den Klimawandel lustig – und unterstützt eine Kandidatin, die noch weiter geht als er.

Anchorage – Donald Trump hat auf einer Wahlkampfveranstaltung den Klimawandel relativiert. Der ehemalige Präsident der USA ist bereits in der Vergangenheit mit unwissenschaftlichen und menschenverachtenden Aussagen aufgefallen. Bei einem öffentlichen Auftritt fiel er in dieses Muster zurück, indem er sich über die Bedrohung der steigenden Ozeane lustig machte.

„Wir werden ein paar mehr Grundstücke am Strand haben, was nicht das Schlechteste auf der Welt ist“, sagte Trump am Samstagabend (09. Juli) bei seinem Auftritt im US-Bundesstaat Alaska. „Ich habe gehört, dass die Ozeane in den nächsten 300 Jahren um ein Achtel Zoll ansteigen werden.“ Woher er diesen Wert, der sich auf etwa 0,32 Zentimeter beläuft, nimmt, ließ der Ex-Präsident offen. Seine Schlussfolgerung lautete jedenfalls, dass es größere Probleme als die Klimakrise gebe.

Ehemaliger US-Präsident Trump
Donald Trump bezeichnete die Auswirkungen des Klimawandels bei einem Wahlkampfauftritt als „nicht das Schlechteste auf der Welt“. (Archivbild) © John Locher/dpa

Klimawandel: Donald Trump unterstützt Verschwörungsideologin im Wahlkampf

Donald Trump hat den Klimawandel bereits vor und während seiner Präsidentschaft zu verschiedenen Graden geleugnet. So fiel er im Jahr 2012 mit der Aussage auf, die Erderwärmung sei eine Erfindung „von und für die Chinesen, um die US-Wirtschaft konkurrenzunfähig zu machen“. Später ging er dazu über, auf besonders kaltes Wetter als Beweis gegen Klimaveränderungen hinzuweisen sowie die Tatsache zu verneinen, dass diese menschengemacht seien. Seine neuste Aussage steht im starken Kontrast zu dem jüngsten Besuch von Außenministerin Annalena Baerbock in Palau, wo sie auf die Gefahren der Klimakrise aufmerksam machte. Die Inselstaaten im Pazifik sind von den steigenden Meeresspiegeln unmittelbar bedroht.

Anlass für den Auftritt von Donald Trump in Alaska war die Kandidatur der Republikanerin Sarah Palin, die den Sitz des Bundesstaates im Repräsentantenhaus der USA bei den anstehenden Kongreswahlen im November erobern will. Palin hatte Trump bei seiner Präsidentschaftskandidatur früh unterstützt, wobei der ehemalige Präsident sich nun revanchiert. Auch Palin ist bereits häufig durch verschwörungsideologische Aussagen über den Klimawandels aufgefallen. So sagte sie im Jahr 2016, die Erderwärmung werde von der Regierung genutzt, um mehr Kontrolle über die Menschen zu haben, wie das Nachrichtenportal E&E berichtete.

Donald Trump besteht auf Erzählung vom Wahlbetrug – und baut seinen Einfluss aus

An Trump gewandt, sagte die Republikanerin: „Wir lieben dich. Wir brauchen dich zurück.“ Der Ex-Präsident selbst ließ erneut offen, ob er im Jahr 2024 wieder für das Weiße Haus kandidieren will. Er wiederholte jedoch sein widerlegtes Narrativ vom Betrug bei der vergangenen Wahl, wobei Trump selbst seine Niederlage aus Versehen zugegeben hat – und das mehrfach.

Bei den Kongresswahlen versucht Trump aktuell, seinen Einfluss auf die Partei der Republikaner durch die Unterstützung bestimmter Bewerber:innen zu festigen. Bislang ist die Erfolgsbilanz der von ihm unterstützten Bewerber gemischt. Fast alle seine Günstlinge unterstützen Trumps Rhetorik von einem Wahlbetrug 2020. (vbu mit dpa und AFP)

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