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Fühlt sich zu Unrecht verfolgt: Donald Trump mit neuer Wut-Tirade

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Von: Tim Vincent Dicke

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Der frühere US-Präsident Donald Trump spricht mit der Presse, bevor er das Weiße Haus verlässt.
Donald Trump ist auf den Untersuchungsausschuss zum Kapitol-Sturm sauer. (Archivbild) © Xinhua/dpa

Der Untersuchungsausschuss zum 6. Januar 2021 lädt einen Republikaner ein, der Pikantes über den früheren Präsidenten erzählen könnte. Donald Trump tobt.

Washington D.C. – Der frühere US-Präsident ist wieder sauer. Diesmal trifft Donald Trumps Woge der Wut neben Demokraten auch Georgias Secretary of State und Wahlleiter, den Republikaner Brad Raffensperger. Mit ihm hat Trump eine heikle Vergangenheit, die weiteren Ärger bedeuten könnte.

Raffensberger und sein Stellvertreter Gabriel Sterling sollen bei der nächsten Anhörung des Untersuchungsausschusses des Kongresses zur Kapitol-Erstürmung aussagen. Die Sitzung ist für Dienstag (21.06.2022) geplant. Zahllose Unterstützerinnen und Unterstützer von Donald Trump hatten am 6. Januar 2021 das Parlamentsgebäude in Washington D.C. gestürmt, um die Bestätigung Bidens als rechtmäßigen Nachfolger des Republikaners zu verhindern.

Der pikante Anruf von Donald Trump in Georgia

Doch was interessiert die Abgeordneten besonders an Raffensberger? Im Fokus dürfte ein pikantes Telefonat stehen, dass der Politiker aus Georgia nach der Präsidentschaftswahl 2020 mit Donald Trump führte. Ein Gespräch unfreiwilliger Natur, das er wohl nie vergessen wird.

Der damals noch amtierende Präsident forderte den republikanischen Wahlleiter dazu auf, den Wahlsieg seines demokratischen Herausforderers Joe Biden im Bundesstaat für ungültig zu erklären. Donald Trump sagte zu Raffensberger, er müsse „Stimmen finden“. Das Rennen in Georgia war denkbar knapp. Und so verlangte Trump eben jene Anzahl an Wählerstimmen, die er für einen Sieg brauchte – genau 11.780. Seit dem Vorfall wird dem mittlerweile 76-Jährigen Anstiftung zum Wahlbetrug vorgeworfen.

Donald Trump spricht von „Hexenjagd“

Dass Raffensberger vom Untersuchungsausschuss geladen wurde, ist Donald Trump ein Dorn im Auge. Bei der Anhörung solle ein falsches Narrativ geschaffen werden, um ihn in ein schlechtes Licht zu rücken, schrieb Trump laut dem Independent am Sonntag (19.06.2022) auf Truth Social. Der Republikaner hatte sein eigenes soziales Netzwerk Truth gegründet, nachdem er aufgrund der Ereignisse am 6. Januar von Twitter, Facebook und Co. verbannt wurde.

„Ich war von Anfang an der Meinung, dass die Wahl manipuliert und gefälscht war, und diese Überzeugung hat sich mit der Zeit und einer großen Menge zusätzlicher Beweise und Indizien nur noch verstärkt“, so Donald Trump.

Er bezeichnete das Verfahren als „Witch Hunt“, also als „Hexenjagd“. Der Begriff gehört zu Trumps Lieblingsvokabeln und wird von ihm immer wieder aus dem Hut gezaubert, wenn er sich in den USA zu Unrecht verfolgt fühlt.

Tirade von Donald Trump nimmt bizarre Züge an

Die Demokraten hätten gar kein Interesse an einer wirklichen Aufklärung seiner Wahlbetrugsvorwürfe – für die es bis heute keinerlei relevanten Beweise gibt. Seine politischen Gegnerinnen und Gegner seien schlichtweg verzweifelt, da Donald Trump politisch gut dastehe. „Ich führe in jeder Umfrage, und zwar mit großem Abstand. Die Demokraten tun alles, um das zu ändern“, führte er seine Tirade fort. „Die gleichen lügenden Leute sagen die gleichen Dinge. Ich will Amerika doch einfach nur wieder großartig machen.“

Und überhaupt: An dem Telefonat mit Raffensberger kann Donald Trump nichts Verwerfliches oder gar Illegales erkennen. „Mein Anruf beim Secretary of State von Georgia, bei dem viele andere Leute, darunter zahlreiche Anwälte, in der Leitung waren, war absolut PERFEKT und angemessen. JA, es war ein PERFEKTER ANRUF“, schilderte Trump das Gespräch. (tvd)

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