1. Startseite
  2. Politik

Live im Fernsehen: Sechs Anhörungen sollen Trumps Schuld beweisen

Erstellt:

Von: Nail Akkoyun

Kommentare

Ein Überbleibsel am Morgen des 7. Januar. Einen Tag zuvor stürmten Trump-Anhänger:innen das Gebäude. (Archivfoto)
Ein Überbleibsel am Morgen des 7. Januar. Einen Tag zuvor stürmten Trump-Anhänger:innen das Gebäude. (Archivfoto) © Rod Lamkey/Imago Images

Die Untersuchungen zum Kapitolsturm vom 6. Januar 2021 stehen vor dem Abschluss. Jetzt soll es Donald Trump in sechs Anhörungen an den Kragen gehen.

Washington D.C. – Der Sonderausschuss des Repräsentantenhauses, der den Angriff auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 untersucht, wird aller Voraussicht nach im Juni sechs öffentliche Anhörungen veranstalten. Dabei soll die Frage geklärt werden, inwiefern der ehemalige Präsident Donald Trump und dessen Verbündete gegen das Gesetz verstoßen haben, als sie versuchten, die Wahlergebnisse der Präsidentschaftswahl 2020 zu kippen. Dies berichtet die britische Tageszeitung The Guardian unter Berufung auf anonyme, regierungsnahe Quellen.

Einem vom Guardian eingesehenen Entwurf des Zeitplans zufolge plant der Sonderausschuss sechs Anhörungen, von denen die erste und die letzte im US-Fernsehen zur besten Sendezeit übertragen werden sollen. Die Anwält:innen sollen dabei darlegen, wie Trumps Machenschaften bereits vor der Wahl in den USA Gestalt annahmen und mit dem Kapitolsturm ihren Höhepunkt erreichten.

„Wir wollen ein möglichst klares Bild der Geschehnisse zeichnen“, sagte der Vorsitzende des Sonderausschusses, der Kongressabgeordnete Bennie Thompson. „Die Öffentlichkeit muss wissen, was sie denken soll. Wir müssen einfach klar zeigen, was am 6. Januar passiert ist“, sagte Thompson weiter gegenüber mehreren Reporter:innen.

Donald Trump und der Kapitolsturm: Anhörungen werden im Fernsehen übertragen

Donald Trump sieht sich schon jetzt mit mehreren Vorwürfen konfrontiert. Unter anderem soll er Kongressarbeit behindert und die eigene Regierung betrogen haben. In den Anhörungen will das Ermittlungsgremium jedoch aufzeigen, wie es zu diesen Schlussfolgerungen gekommen ist. Die Anhörungen beginnen am 9. Juni und sollen am 23. Juni enden. Dazwischen sind vier weitere Termine vorgesehen.

Der Sonderausschuss plant offenbar, die Anhörungen sehr umfangreich zu gestalten. Die abendlichen Anhörungen sollen zwischen 1,5 und 2 Stunden und die Anhörungen am Vormittag zwischen 2 und 2,5 Stunden dauern.

Zeug:innen sollen Beweise für Donald Trumps Schuld liefern

Wie der Guardian berichtet, ist vorgesehen, dass die vorgeladenen Zeug:innen verschiedene Beweise vorlegen, die zeigen sollen, wie Donald Trump und dessen Team gegen das Gesetz verstoßen haben. Anwält:innen des Gremiums sollen gleichzeitig Fotos, Textschriften und Videos einblenden, um die Aussagen zu untermauern. Im Fokus könnte unter anderem stehen, wie Trump versuchte, falsche Wahlleute in den Kongress zu schicken sowie Wahlmaschinen zu beschlagnahmen.

Weiter will sich der Sonderausschuss mit der Frage befassen, warum der ehemalige US-Präsident die Menge absichtlich in die Irre führte, geneinsam mit ihr zum Kapitol zu marschieren, und wieso er sich den Bitten widersetzte, die Randalierer:innen davon abzuhalten, die gemeinsame Sitzung am 6. Januar zu behindern.

Der Ermittlungsausschuss des Repräsentantenhauses will beweisen, dass Donald Trump den Sturm auf das US-Kapitol anzettelte. (Archivfoto)
Der Ermittlungsausschuss des Repräsentantenhauses will beweisen, dass Donald Trump den Sturm auf das US-Kapitol anzettelte. (Archivfoto) © Alex Edelman/Imago

„Die Rhetorik des Präsidenten hat Tausende von Amerikanern dazu verleitet, am 6. Januar nach Washington zu reisen, von denen einige auf das Kapitol marschierten, die Sicherheitsvorkehrungen verletzten und andere illegale Aktionen durchführten“, so das Gremium in einer Gerichtsakte vom März.

Kapitolsturm: Gibt es eine Verbindung zwischen Donald Trump und rechtsextremen Milizen?

Besonders interessant dürfte es am sechsten Anhörungstag werden, so die Quellen. Dann sollen Videoaufnahmen der rechtsextremen, staatsfeindlichen Milizgruppen Proud Boys und Oath Keepers abgespielt werden, die sich am Tag der Unruhen in einem Parkhaus trafen, sowie anschließend ihre Aktivitäten am Kapitol aufzeichneten.

Trump-Anhänger:innen stürmen das US-Kapitol am 6. Januar 2021.
Trump-Anhänger:innen stürmen das US-Kapitol am 6. Januar 2021. © Lev Radin/Imago

Der Sonderausschuss wird den Quellen zufolge dabei versuchen, eine Verbindung zwischen Donald Trump und den gewalttätigen Ausschreitungen der Extremist:innen im und um das Kapitol herum herzustellen. Sollte dies gelingen, könnte bewiesen werden, dass Trump eine staatsfeindliche Verschwörung beaufsichtigt und initiiert haben könnte. (nak)

Auch interessant

Kommentare