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Kapitol-Erstürmung am 6. Januar 2021
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Ein Kongress-Komitee untersucht die Hintergründe der Kapitol-Erstürmung am 6. Januar 2021. Vor allem Donald Trump und Verbündete stehen im Fokus.

Ausschreitungen

Kapitol-Komitee fordert Anruf-Daten von Trump-Verbündeten an

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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Der Sturm auf das Kapitol wird weiter untersucht. Bald sollen Anrufe von Donald Trump, seiner Familie und loyalen Republikanern geprüft werden.

Washington D.C. – Fast acht Monate ist es her, dass Anhänger:innen von Donald Trump das Kapitol im Versuch erstürmten, den offiziellen Sieg von Joe Biden in der US-Wahl 2020 noch zu verhindern. Für die Aufarbeitung und Aufklärung der tödlichen Ausschreitungen ist ein Kongress-Komitee einberufen worden.

Neben sieben Demokraten sind auch auch zwei Abgeordnete der Republikaner, die prominenten Trump-Kritiker:innen Liz Cheney und Adam Kinziger, Teil des Komitees. Nun ergreift es umstrittene Maßnahmen, um die Hintergründe aufzudecken – und Donald Trump und seine Vertrauten in Bedrängnis zu bringen.

Sturm auf das Kapitol: Komitee nimmt Donald Trump und Familie unter die Lupe

Dutzende Unternehmen, darunter Telekommunikationskonzerne, sind offenbar aufgefordert worden, die Anruf-Daten der engen Verbündeten von Donald Trump aufzubewahren. Das berichten US-Medien übereinstimmend. Auch seine Kinder Ivanka Trump, Donald Trump Jr. und Eric Trump, sowie seine Schwiegertochter Lara Trump, die an der Kundgebung mit dem Motto „Stop the Steal“ („Stoppt den Diebstahl“) unmittelbar vor der Kapitol-Erstürmung in der US-Hauptstadt teilnahmen, sind demnach betroffen.

Rund ein Drittel der Anfragen betreffen Donald Trump und seine Familie direkt. Der Komitee-Vorsitzende Bennie Thompson sprach von Daten von „einigen Hundert“ Personen, die man einsehen wolle. Die Namen gaben er und das restliche Komitee allerdings nicht öffentlich bekannt.

Es handelt sich um eine ständig wachsende Liste, auf der Namen wie Lauren Boebert, Marjorie Taylor Greene, Matt Gaetz, Mo Brooks, Madison Cawthorne, Paul Gosar, Louie Gohmert, Andy Biggs und Jim Jordan stehen sollen – allesamt Abgeordnete der Republikaner. Das berichtet CNN unter Berufung auf eine anonyme Quelle.

Verbündete von Donald Trump: Komitee fordert Anruf-Daten von Republikanern an

Man hätte es auf diese Personen abgesehen, weil sie alle eine Rolle bei der Kundgebung gespielt hatten, heißt es – in der Planung, mit einer Rede, durch Werbung für die Veranstalung oder einfach, weil sie vor Ort waren. Doch auch, weil es die loyalsten Unterstützer:innen von Donald Trump in Washington D.C. sind. Man suche nach Bindegliedern zwischen der Kundgebung „Stop the Steal“ und der anschließenden Kapitol-Erstürmung.

Unklar sei laut CNN aber, wie das Komitee seine Forderung gegen Konzerne wie AT&T, T-Mobile oder Verizon durchsetzen will. Über die Macht, eine rechtliche Anordnung durchzubringen, verfügt es nicht. Ein langer Rechtsstreit könnte sich entfalten – vor allem, weil es um die Daten von Kongressabgeordneten geht.

Bereits vergangene Woche haben Unternehmen, die Suchmaschinen und soziale Netzwerke betreiben, eine ähnliche Aufforderung des Komitees erhalten – darunter Facebook, Apple, Google, Signal, Slack, Twitch und Twitter.

Trump-treue Republikaner nach Kapitol-Erstürmung im Visier

Mo Brooks, selbst auf der Liste des Komitees, äußerte sich am Montag (30.08.2021) direkt via Twitter zu den Neuigkeiten: „Sozialisten und ‚Pelosi-Republikaner‘ (Cheney und Kinziger) wollen an meine Telefon-Daten? (...) Warum gibt es keine Anordnung gegen Sozialisten, die Black Lives Matter und Antifa unterstützen?“ Es sei eine völlige Verschwendung von Steuergeldern. Bei ihm würde man ohnehin nichts Belastendes finden können. QAnon-Anhängerin Marjorie Taylor Greene sprach von einer Hetzkampagne, um die besagten Republikaner aus ihrem Amt zu entfernen – „oder noch schlimmer: um die stärksten politischen Feinde der Demokraten ins Gefängnis zu stecken“.

Laut Politico soll vor allem Jim Jordan im Fokus des Komitees stehen. Als sich die Belagerung des Kapitols zur gewaltsamen Erstürmung entwickelte, soll er sich zweimal direkt mit Donald unterhalten haben. Zusammen mit Matt Gaetz hätte er Trump aus einem Sicherheitsraum im Kapitol angerufen und ihn angefleht, seine Anhänger:innen zu bitten, sich zurückzuziehen. Im Rahmen der Ermittlungen zur Kapitol-Erstürmung sind bislang mehr als 600 Personen festgenommen worden. (lrg)

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