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Trump beschimpft Zeugin als „Verrückte“

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Von: Christian Stör

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Die Aussage von Cassidy Hutchinson macht Donald Trump schwer zu schaffen. Nun fährt er eine scharfe Attacke gegen die Zeugin.

Washington, DC – Donald Trump steht das Wasser offenbar bis zum Hals. Lange hatte er die Anhörung vor dem Sonderausschuss zur Kapitol-Attacke zumindest öffentlich ignoriert, doch seit dem 28. Juni ist Schluss damit. Damals trat Cassidy Hutchinson als Überraschungszeugin auf – und brachte Donald Trump mit ihren Aussagen in schwere Nöte.

Über seine Social-Media-Plattform Social Truth attackierte Trump ein ums andere Mal die Zeugin, sprach davon, dass er sie überhaupt nicht kenne und sie ohnehin keine Rolle spiele. Offenbar tut Hutchinson dies aber wohl doch. Sonst nämlich würde Trump nicht ständig über sie herziehen. Sie scheint ihm ein Dorn im Auge.

Ein Video von Donald Trump wird abgespielt, während Cassidy Hutchinson während der sechsten Anhörung zur Untersuchung der Kapitol-Attacke aussagt.
Ein Video von Donald Trump wird abgespielt, während Cassidy Hutchinson während der sechsten Anhörung zur Untersuchung der Kapitol-Attacke aussagt. © Anna Moneymaker/Imago

Trump beleidigt Ausschuss-Zeugin: „Sie hat psychische Probleme“

Auch am 30. Juni ging Trump wieder auf Hutchinson los. In einem Interview mit dem rechtspopulistischen TV-Sender Newsmax griff der frühere US-Präsident die 26-Jährige abermals scharf an. Die Frau sei eine „Verrückte“ und lebe in einer „Fantasiewelt“, sagte Trump. „Sie hat ernsthafte Probleme, ich will es mal so ausdrücken, psychische Probleme.“ Republikaner und Trump werfen ihr vor, ihre Informationen nur aus zweiter Hand zu haben. 

Trump hat sich vor allem auf einen Teil der Aussage eingeschossen, den Hutchinson, die einst als Assistentin für Trumps Stabschef Mark Meadows arbeitete, in der Tat nur unter Berufung auf ein Gespräch mit einem Kollegen und dem zuständigen Beamten des Secret Service schilderte. Demnach soll Trump am 6. Januar 2021 in seinem gepanzerten Geländewagen versucht haben, dem Fahrer ins Lenkrad zu greifen. Trump streitet das ab.

Donald Trump baut auf Hilfe vom Secret Service

Auch der Secret-Service-Agent Anthony Ornato ist Trump zur Seite gesprungen und hat Cassidy Hutchinson widersprochen. Doch viele Insider sprechen dem Trump-Vertrauten ab, glaubwürdig zu sein. „Diejenigen von uns, die [mit] Tony gearbeitet haben, wissen, wem er loyal ist“, schrieb die frühere Pence-Beraterin Olivia Troye auf Twitter. „Er [Ornato] sollte unter Eid aussagen.“ Ob Ornato das tun wird, ist offen. (cs)

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