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Donald Trump
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Donald Trump, ehemaliger Präsident der USA, im August 2021. (Archivfoto)

Republikaner in den USA

„Wir holen Amerika zurück“ – Trump im Wahlkampf-Modus

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
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Donald Trump macht seinen Fans bei einem Auftritt im US-Bundesstaat Iowa Mut: „Wir holen Amerika zurück!“ Eine Anhängerin glaubt an einen Bürgerkrieg.

Des Moines – In den USA ist schon wieder Wahlkampf. Das kommt Donald Trump wie gerufen, der mit Blick auf die Zwischenwahlen am 8. November 2022 wieder zu großer Form aufläuft.

Bei einem Auftritt im Bundesstaat Iowa wiederholte der abgewählte US-Präsident nun vor Tausenden Fans seine Verschwörungserzählung vom Wahlbetrug der demokratischen Partei unter Führung von US-Präsident Joe Biden. Auch für den chaotischen Truppenabzug der US-Armee aus Afghanistan sowie die Corona-Krise in den USA machte Trump in seiner knapp 90-minütigen Rede Biden verantwortlich.

Donald Trump fühlt sich wohl in Iowa

Dazu lobte er die Menschen in Iowa, die bei der Präsidentschaftswahl 2020 mehrheitlich für Trump und seine Republikaner gestimmt hatten und versprach mit lauten Worten eine bessere Zukunft für die Grand Old Party: „Wir holen Amerika zurück!“

Mit seinem Auftritt machte Trump unter anderem Wahlwerbung für den amtierenden 88-jährigen Chuck Grassley, der Iowa seit 1981 im Senat der USA vertritt und Trumps „komplette und totale Unterstützung für die Wiederwahl“ habe.

Den Senator beschrieb Trump als „großen amerikanischen Patrioten, einen Mann, der Iowa wahrhaftig liebt“. „Er ist ein junger, ein wirklich junger Kerl. Er ist stark. Er sieht gut aus. Er kämpft wie kein zweiter. Und wenn ich seine Unterstützung gebraucht habe, war er immer da.“

Donald Trump ist in Iowa bester Laune

Bei seinem Besuch in dem Staat im Mittleren Westen der USA verstand es Trump die Worte zu finden, die seine Fans hören wollten. So lobte er zunächst die gute Leistung der College-Footballmannschaft des Staats, die am Abend die Mannschaft der Penn State University knapp geschlagen hatte, bevor er sich dann direkt an seine Wählerinnen und Wähler in Iowa wandte, die ihn geradezu abgöttisch zu lieben scheinen.

In aktuellen Umfragen hat Trump in Iowa jedenfalls so gute Werte wie nie zuvor. Nach einer Erhebung der Tageszeitung Des Moines Register liegen die Zustimmungswerte Trumps in dem Bundestaat insgesamt bei 53 Prozent, unter Republikanern unterstützen 91 Prozent den abgewählten Präsidenten.

Donald Trump mischt im Kampf um den Senat mit

Umso heftiger fällt die Kritik der Demokraten in dem konservativ geprägten Staat im Norden der USA an Trump aus. „Die Republikaner in Iowa haben sich vor den Zug eines Mannes spannen lassen, der während seiner Amtszeit die Basis unserer Demokratie attackiert hat“, betonte Ross Wilburn in einer Stellungnahme: „Vor gerade einmal neun Monaten hat er noch einen gewalttätigen Mob aufgehetzt, um seinen eigenen Vizepräsidenten zu attackieren und das Leben von Volksvertretern zu bedrohen, die einfach nur den Pflichten folgten, die ihnen das Gesetz vorgibt.“

Auch Grassley hatte Trump nach dem Sturm auf das Kapitol wegen „schwacher Führungsqualitäten“ kritisiert, ist aber inzwischen wieder von seiner Kritik abgekommen. Den Grund dafür lieferte Grassley bei dem Vor-Wahlkampfauftritt in Des Moines selbst: Er wäre nicht besonders schlau, die Wahlkampfhilfe von jemandem auszuschlagen, der von einem Großteil der republikanischen Wähler seines Staates unterstützt würde, betonte der 88-Jährige, bevor er die Bühne verließ. Unter Insidern in den USA gilt als wahrscheinlich, dass Trump auf Basis der Ergebnisse der „Midterms“ entscheiden wird, ob er 2024 erneut für die Republikaner in den Wahlkampf zieht.

Trump bleibt in Iowa bei der Mär vom Wahlbetrug

Wie gewohnt wetterte Trump bei seinem Auftritt nach wie vor gegen das Wahlergebnis vom Herbst 2020, das die Demokraten mit Hilfe des Coronavirus manipuliert hätten. Dabei bezieht sich der frühere Präsident auf das in den USA schwer umstrittene Recht der Briefwahl, das in mehreren Wahlrechtsreformen der vergangenen Monate bereits angegriffen und eingeschränkt worden ist - was vor allem Minderheiten und sozial benachteiligte Menschen vom Gang zu den Wahlurnen abhalten soll. „Denkt dran“, verkündete Trump einen Fans: „Hier geht es nicht darum, dass man mir eine Wiederwahl gestohlen hat. Es geht darum, dass man den Menschen in Amerika ihr Land wegnimmt“.

Die Fans hören es mit Wohlwollen. Eine von ihnen malte schon vor der Kundgebung ein Schreckensszenario an die Wand. „Wir haben es einfach satt, wir werden das nicht mehr einfach so hinnehmen“, sagte Lori Levi in einem Interview mit NBC. „Es wird wohl auf einen Bürgerkrieg hinauslaufen – ja, so wird’s sein. Es wird einen Bürgerkrieg geben.“ (ska)

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