USA

Donald Trump spricht von „Leuten in dunklen Schatten“ und „Schlägern“ in Flugzeugen

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Donald Trump verbreitet wirre Theorien über ein Flugzeug voller Antifa-Aktivisten auf dem Weg zum Protest nach Washington. Ein Republikaner will das Gleiche gesehen haben.

  • In einem Interview bei „Fox News“ verbreitet Donald Trump erneut seltsame Verschwörungstheorien.
  • Dunkle Mächte sollen demnach Joe Biden kontrollieren.
  • Von einem „Flugzeug voller Schläger“ berichtet jetzt auch ein Abgeordneter der Republikaner

+++ 14.00 Uhr: In einem Interview sprach Donald Trump von „Schlägern“ der Antifa und „Black Lives Matter“-Bewegung in dunklen Uniformen, die im Flugzeug auf dem Weg nach Washington waren, um gegen den Parteitag der Republikaner zu demonstrieren. Diese Leute seien dort gewesen, um „großen Schaden“ anzurichten. Mit seinen Aussagen sorgte der US-Präsident für viel Verwirrung, da er nicht konkret genug war, um herauszufinden, wen oder was er meint.

Der republikanische Kongressabgeordnete Devin Nunes meint aber, genau das gesehen zu haben, was Trump beschrieb. Etwa zwei Dutzend Anhänger von „Black Lives Matter" will Nunes im Flugzeug von Salt Lake City nach Washington gesehen haben. „Diese Leute im Anflug auf Washington, die meisten sind nicht von dort“, erzählte Nunes der rechtsextremen Nachrichtenseite „Breitbart“.

„Die Ironie ist, dass sie alle weiße Leute waren“, so Nunes. „Sie waren nicht einmal schwarz. Aber jemand hat diese Leute dafür bezahlt, dort zu sein.“ Die Ausfahrt des Weißen Hauses zu blockieren sei kein Protest, sagt er. „Ich war letztens erst am Weißen Haus. Wir hatten sehr viel Glück, dass niemand getötet wurde. Das war wirklich, wirklich knapp.“

Devin Nunes, Kongressabgeordneter der Republikaner, berichtet wohl vom gleichen Flugzeug wie Trump.

USA: Donald Trump gibt seltsames Interview bei „Fox News“

Erstmeldung vom 01.09.2020: Washington D.C. - In einem bizarren Interview verbreitet Donald Trump erneut wirre und haltlose Verschwörungstheorien über Joe Biden. Unter anderem werde der demokratische Kandidat für die Präsidentschaftswahl von „Leuten in dunklen Schatten“ kontrolliert.

Zudem stellt der US-Präsident eine seltsame Behauptung über „Schläger“ in Flugzeugen auf, die nach Washington fliegen würden und vergleicht die Brutalität der US-amerikanischen Polizei mit Golfern, die unter Druck versagen.

Donald Trump (l.) verbreitet erneut Verschwörungstheorien über Joe Biden.

USA: Donald Trump behauptet, Leute in „dunklen Schatten“ kontrollieren Joe Biden

Donald Trump verwendet die meiste Zeit des Interviews vor allem darauf, die „Black Lives Matter“-Bewegung zu diskreditieren. Die Proteste gegen Polizeigewalt, die zuletzt in Kenosha und Portland tödlich eskalierten, seien „schlecht für schwarze Leute“ und würden sie sogar diskriminieren. Es sei eine Revolution, die die meisten Amerikaner jedoch nicht haben möchten. Wenn Joe Biden die Wahl gewinnen würde, hätten die Revolutionäre triumphiert. Biden sei eine Marionette.

„Wer glauben Sie, zieht Bidens Fäden?“, fragt Ingraham. „Leute, von denen sie nie gehört haben. Leute in dunklen Schatten.“ „Was meinen Sie damit?“, unterbricht Ingraham. „Das klingt nämlich nach einer Verschwörungstheorie. Dunkle Schatten, was ist das?“ „Es sind Leute auf der Straße. Leute, die die Straße kontrollieren“, berichtet der Präsident.

Donald Trump verbreitet Verschwörungstheorien und sorgt für Verwirrung.

USA: Donald Trump spricht von Schlägern in einem Flugzeug

Donald Trump beschreibt weiter, was für Leute das sein sollen, wird aber nicht spezifisch genug, um herausfinden zu können, wen oder was er eigentlich meint. „Es sind Leute mit dem Flugzeug in die Stadt gereist. Das Flugzeug war fast voll mit „Schlägern“ (‚thugs‘), die dunkle Uniformen und Ausrüstung und so etwas tragen.“

Ingraham, etwas von Trumps Äußerungen verwirrt, fragt nach Details. „Ich erzähle es Ihnen irgendwann einmal“, antwortet er. „Das wird derzeit ermittelt.“ Es seien aber Leute aus einer „bestimmten Stadt“ zum Parteitag der Republikaner angereist, um „großen Schaden“ anzurichten.

USA: Donald Trump vergleicht gewalttätige Polizisten mit versagenden Golfern

Im Interview bei „Fox News“ geht Trump auch auf die Auslöser der Proteste ein, nämlich Fälle rassistischer Polizeigewalt: „Die Polizei kann 10.000 großartige Taten vollbringen - was sie gerade macht. Nur halt mal ein schlechter Apfel, oder ein Versager.“ Und Trump erklärt, was genau er mit dem Versagen meint: „Dem Typ mehrfach in den Rücken schießen. Könnte man das nicht etwas anders gemacht haben? Aber sie versagen. Genau wie in einem Golfturnier, wenn sie beim Putt aus drei Fuß Entfernung nicht treffen.“

Ingraham unterbricht Trump abrupt: „Sie vergleichen das nicht mit Golf. Das würden natürlich die Medien so behaupten.“ Und Trump darauf: „Leute versagen und es gibt schlechte Leute.“

Der US-Präsident wird am Dienstag (01.09.2020) nach Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin reisen, um sich mit der Polizei ein Bild von der Lage der Proteste zu machen. (Lukas Rogalla)

Bei einer Wahlkampf-Parade für Donald Trump in Texas sinken mindestens vier Boote. Mehrere Leute müssen aus einem See gerettet werden.

Rubriklistenbild: © CHIP SOMODEVILLA / afp

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