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Ehemalige Botschafterin

Donald Trump lehnt Treffen mit Nikki Haley ab – „Er glaubt, dass ihm übel mitgespielt wurde“

  • Daniel Dillmann
    vonDaniel Dillmann
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Nikki Haley stand jahrelang treu an der Seite von Donald Trump. Der ehemalige Präsident scheint das anders zu sehen.

  • Die Republikanerin Nikki Haley bricht in einem Interview mit dem US-Magazin „Politico“ mit Donald Trump.
  • In einem Interview mitten im Impeachment-Verfahren findet sie deutliche Worte. Nun soll Trump ein Treffen mit ihr abgelehnt haben.
  • Alle Nachrichten zum 45. Präsidenten der USA gibt es in den Trump-News.

Update vom Freitag, 19.02.2021, 11.20 Uhr: Die Republikanerin Nikki Haley versuchte, sich mit Donald Trump zu treffen. Laut Informationen des Nachrichtenportals „Politico“ soll Haley versucht haben, ein Treffen mit dem ehemaligen Präsidenten der USA in seiner Residenz in Mar-a-Lago zu arrangieren, doch Donald Trump soll abgelehnt haben. Ein Sprecher von Donald Trump habe die Absage bisher nicht bestätigt, berichtet „TheHill“. Nikki Haley und Donald Trump hatten seit dem Sturm auf das Kapitol nicht mehr miteinander gesprochen. Haley hatte Trump für das „Anstacheln“ seiner Anhänger scharf kritisiert.

Nach der US-Wahl 2020 hatte Haley die Vorwürfe Trumps, der Wahlsieg Joe Bidens wäre gefälscht, noch relativiert. „Ich verstehe den Präsidenten. Er glaubt, dass ihm übel mitgespielt wurde.“ Nach dem Sturm auf das Kapitol wählte Haley jedoch andere Worte. „Ich denke, er wird feststellen, dass er sich mehr und mehr isoliert. Ich glaube, dass er jegliche politische Zuverlässigkeit verloren hat, die er hätte haben können.“  Haley gilt als mögliche Präsidentschaftskandidatin der Republikaner für das Jahr 2024. „Politico“ konstatiert, dass ein mögliches Gespräch mit Donald Trump die Wogen vor ihren politischen Ambitionen glätten soll.

Mitten im Impeachment: Nikki Haley bricht mit Donald Trump – „Wir hätten ihm nicht folgen dürfen“

Erstmeldung vom Sonntag 14.02.2021, 07.30 Uhr: Washington D.C. – Donald Trump erlingt auch im zweiten Impeachment-Prozess einen Freispruch, weil die Republikaner im US-Senat ihm die Treue halten. Gleichzeitig bricht aber eine langjährige Weggefährtin mit dem ehemaligen US-Präsidenten.

Nikki Haley war unter Donald Trump Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen. Weder Missbrauchsvorwürfe aus seiner Vergangenheit noch die Kritik am Krisenmanagement des Präsidenten in der Corona-Krise konnten ihrer Loyalität etwas anhaben. Haley stand zu Trump. Doch daran hat sich etwas geändert, weil sich „in ihm etwas änderte“, als er die US-Wahl verloren habe, so Haley in einem Interview mit dem US-Magazin Politico.

Nikki Haley über Donald Trump: „Hätte nie gedacht, dass er so durchdrehen würde“

Der Moment, an dem Nikki Haley ihren Glauben an Donald Trump verlor, kam mit dem Tag der Ausschreitungen in Washington D. C., die im Sturm auf das Kapitol durch einen Mob von Trump-Fans endeten. „Er ging einen Weg, den er niemals hätte gehen sollen“, sagte Haley über ihren ehemaligen Chef und sparte dabei auch nicht an Selbstkritik: „Wir hätten ihm nicht folgen dürfen und wir hätten nicht auf ihn hören sollen.“

Die langjährige Trump-Verbündete Nikki Haley kritisiert den ehemaligen US-Präsidenten deutlich.

Zwar ist die einstige Botschafterin nach eigenem Bekunden immer noch stolz auf die Arbeit, die sie unter Donald Trump geleistet habe. Doch was mit dem Ex-Präsidenten seit seiner Niederlage gegen Joe Biden passiert sei, das beunruhige sie zutiefst. „Ich hätte nie gedacht, dass er so durchdrehen würde“, sagte Haley in aller Deutlichkeit und ergänzte: „Ich habe das Gefühl, ich kenne ihn gar nicht mehr. Die Person, mit der ich zusammengearbeitet habe, ist nicht die Person, die ich nach der Wahl im Fernsehen erlebt habe.“

Äußerungen dürften kaum Auswirkungen auf Impeachment gegen Donald Trump haben

Die heftige Kritik von Nikki Haley an Donald Trump überrascht, war die erste Frau im Amt der Gouverneurin von South Carolina in der Vergangenheit docht eher als loyale Unterstützerin Donald Trumps aufgetreten. Sie hatte den Wahlkampf von Trump und seinem Vizepräsidenten Mike Pence nach allen Regeln unterstützt, unter anderem mit einer flammenden Rede auf dem Parteitag der Republikaner.

Doch die Kritik dürfte für Donald Trump zunächst folgenlos bleiben. Nikki Haley selbst ist aktuell keine Amtsträgerin in der Republikanischen Partei, ihr Einfluss entsprechend gering. Auch auf das aktuell laufende Impeachment-Verfahren gegen den Ex-Präsidenten werden die Worte Haleys kaum Wirkung haben. Zu stark ist der dortige Rückhalt der Republikaner für Trump, zu groß die Angst der dort sitzenden Senator:innen vor einer Kampagne der Trump-Familie in den jeweiligen Vorwahlen gegen sie. Das hatten einst die Präsidentensöhne Donald Trump Jr. und Eric Trump ihren Parteigenoss:innen angedroht und eine ganz ähnliche Drohung wiederholte Trumps Verteidiger im laufenden Impeachment-Prozess.

Zur Person
Name (vollständig)Nimrata Nikki Randhawa Haley
Alter49 Jahre (geboren am 20. Januar 1972)
GeburtsortBamberg, South Carolina (USA)
ÄmterGouverneurin South Carolina (2011-2017), US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen (2017-2018)
EhepartnerMichael Haley (seit 1996)
KinderAjit Singh Randhawa, Raj Kaur Randhawa

Doch die Worte Nikki Haleys können sehr wohl als Prognose für die Zukunft der Republikaner aufgefasst werden. Das Amtsenthebungsverfahren, angestrengt durch die Demokraten, soll vor allem eine erneute Kandidatur von Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen 2024 verhindern. Sollte Trump verurteilt werden, wäre es ihm verboten, erneut zu kandidieren. Der Weg wäre frei für neue Anwärter:innen.

Haley glaubt nicht an eine politische Zukunft von Donald Trump

Zu denen gehört auch Nikki Haley. Die 49 Jahre alte Republikanerin, die ihre politische Karriere als Gouverneurin von South Carolina begonnen hatte, gilt als große Hoffnungsträgerin der „Grand Old Party“, weil sie nicht nur konservative Werte vertritt, sondern als Frau mit indischen Wurzeln auch der sich wandelnden Wählerdemografie in den USA Rechnung trägt. Passenderweise glaube Haley auch nicht an eine politische Zukunft Donald Trumps bei den Republikanern. „Er wird keine große Rolle mehr spielen“, so Haley über den Ex-Präsidenten. (Daniel Dillmann)

Rubriklistenbild: © OLIVIER DOULIERY/AFP

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