Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

„System war manipuliert“

Donald Trump gegen Fox News: Tucker Carlson rudert zurück - „Ja, es gab Wahlbetrug“

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
    schließen

Das Verhältnis zwischen Donald Trump und „Fox News“ hat sich verschlechtert. Tucker Carlson rudert nach seinen Äußerungen zurück - und bekräftigt Vorwürfe, dass es Wahlbetrug gegeben habe.

  • Zwischen Donald Trump und Fox News kriselt es.
  • Die Demokraten um Joe Biden müssen sich entscheiden, wie man den Sender in Zukunft nutzt. Die Meinungen der Demokraten zu Fox News sind allerdings geteilt.
  • Tucker Carlson, Moderator bei Fox News, übt erstmals seit vier Jahren Kritik an Donald Trump - rudert nun aber zurück.

Update vom Dienstag, 24.11.2020, 11.45 Uhr: Tucker Carlson von Fox News war zuletzt ins Kreuzfeuer der Anhänger:innen von Donald Trump geraten, weil er Zweifel an skurrilen Wahlbetrugs-Vorwürfen seiner (Ex-)Anwältin Sidney Powell äußerte. Vor allem fehle es an Beweisen, um das „größte Verbrechen der amerikanischen Geschichte“ aufzudecken. Um es sich nicht ganz mit ihnen zu verscherzen, rudert Carlson nun etwas zurück - und bekräftigt, dass es sehr wohl zu Wahlbetrug gekommen sei. Der Sündenbock ist nicht der kommunistische Block aus Ländern wie Venezuela, Kuba und China, sondern die Technologie, insbesondere in Form von manipulierten Wahlmaschinen.

„Sie haben in den letzten Tagen sicherlich viel über die Sicherheit von elektronischen Wahlmaschinen gehört“, hieß es in seiner Sendung „Tucker Carlson Tonight“ am Montagabend (Ortszeit) bei Fox News. „Das ist ein reales und ernstes Problem, ganz egal, wer es aufwirft oder es kurzerhand als Verschwörungstheorie abtut.“ Es gebe genügend Gründe, um elektronischen Wahlen zu misstrauen, so Tucker Carlson. Deshalb werde das Verfahren auch in keinem anderen Land benutzt, weil es das Vertrauen in die Demokratie untergrabe. „Ein System funktioniert nicht, wenn keiner der Wahl vertraut. Das ist auch hier der Fall, wie wir gerade herausfinden. Künftig müssen wir herausfinden, was bei der Wahl in diesem Monat passiert ist, ganz egal wie lange die Untersuchung dauert oder wie viel sie kostet“.

Donald Trump und Fox News: Tucker Carlson rudert zurück - „Ja, es gab Wahlbetrug“

„Die US-Wahl 2020 war nicht fair und keine ehrliche Person würde behaupten, dass sie es war“, sagte Tucker Carlson von Fox News weiter. „Das System war gegen einen Kandidaten und zugunsten eines anderen manipuliert - und nicht auf eine Weise, die vor uns versteckt war. Wir haben es alle gesehen.“ Die Demokraten um Joe Biden beschuldigt Tucker Carlson sogar, das Coronavirus ausgenutzt zu haben, um das Wahlsystem zu verändern, kleine Unternehmen - „das Herz der Republikanischen Partei“ - zu zerstören und ihre eigenen Großspender reicher zu machen.

Tucker Carlson empört sich zudem über die Medien (nicht aber Fox News), die „offen mit den demokratischen Nominierten kollaboriert“ hätten. Auch vermeintliche Zensur der politischen Debatten auf Internetseiten wie Google, Facebook und Twitter macht er für die Niederlage von Donald Trump in der US-Wahl verantwortlich. „Die Demokraten haben die Macht von Big Tech benutzt, um diese Wahl zu gewinnen. [...] Sie haben diese Wahl direkt vor unseren Augen manipuliert und niemand hat irgendetwas dagegen getan.“

Tucker Carlson von „Fox News“ rudert zurück - und bekräftigt, dass es sehr wohl zu Wahlbetrug gekommen sei.

Donald Trump gegen Fox News: Tucker Carlson äußert Zweifel an Sidney Powell

Erstmeldung vom Montag, 23.11.2020: Washington D.C. - Die Kluft zwischen Fox News und Donald Trump wächst. Selbst der eigentlich loyale Kommentator Tucker Carlson hat Zweifel an den Wahlbetrugs-Behauptungen von Trump und seinem Rechtsteam geäußert - und ist deshalb ins Kreuzfeuer seiner Anhänger:innen geraten. Das Zerwürfnis ist für Joe Biden und die Demokraten eine Chance und Grundlage zur Diskussion zugleich: Wie soll man mit Fox News umgehen?

Die Hauptzentrale von „Fox News“ in New York City: Wie werden die Demokraten mit dem Sender umgehen?

Donald Trump gegen Fox News: Krise zwischen US-Präsident und Ex-Haussender

In den letzten vier Jahren haben die Kommentator:innen von Fox News immer hinter Präsident Donald Trump gestanden. Nach der US-Wahl kriselt es jedoch: Trump rät seinen Fans, lieber „Newsmax“ zu schauen. Heute wird selbst der loyale Tucker Carlson von vielen Trump-Anhänger:innen als Verräter gesehen, weil er nicht ohne Beweise an bestimmte Wahlbetrugs-Theorien glauben wollte. Die Dynamik der Beziehung zwischen Trump und seinem Ex-Haussender hat sich zweifelsohne geändert.

Wenn selbst „Fox News vernünftig und zu moderat für die heutige Republikanische Partei“ sei, befinde man sich in einer verkehrten Welt, sagt Pete Buttigieg, der demokratische Ex-Präsidentschaftskandidat und Wahlkämpfer für Joe Biden, gegenüber „The Daily Beast“. Den Demokraten öffnet sich eine Möglichkeit, Profit aus der Beziehungskrise zu schlagen, um eine Änderung in der äußerst voreingenommenen Berichterstattung des Senders voranzutreiben.

Donald Trump gegen Fox News: Wie reagieren die Demokraten?

Um Fox News die Luft abzudrücken, sei es bereits viel zu spät, meint Pete Buttigieg, der auch im Kabinett von Joe Biden bald eine Rolle übernehmen könnte. Millionen von Amerikaner:innen sehen den Sender bereits als eine legitime Nachrichtenquelle. Das Problem sei nicht die Wählerschaft von Donald Trump an sich - etwa 73 Millionen Leute - sondern von wo sie ihre Informationen bezieht. „Wir haben die Verantwortung, zu versuchen, diese Informationen zu verändern“, so Buttigieg, der im Kreise von Joe Biden mit am besten weiß, wie Fox News agiert. Im Rahmen des Wahlkampfs hat sich Buttigieg dem Sender immer wieder gestellt und als Sprachrohr der Demokraten hergehalten.

Die Meinungen der Demokratischen Partei teilen sich bei der Angelegenheit allerdings. Unter US-Präsident Joe Biden sollten die Demokraten Fox News lediglich als ein Glied der Republikanischen Partei sehen, wie es der ehemalige Pressesprecher von Barack Obama, Tommy Vietor fordert. „Ich denke nicht, dass sich Joe Biden mit Bret Baier [von Fox News] zusammensetzen sollte. Das ist eine unglaubliche Zeitverschwendung“, teilte er „The Daily Beast“ mit. Man wisse im Vorfeld, dass es sich nicht um einen Nachrichten-, sondern um einen republikanischen Propagandasender handelt. Von Zeit zu Zeit gebe es mal ein interessantes Interview von Chris Wallace, vor einer US-Wahl sei es jedoch nur ununterbrochene Panikmache. Auch Vietors ehemaliger Boss, Barack Obama, beklagt den Einfluss von Fox News, die die politische Spaltung in den USA vertiefen würden.

Donald Trump gegen Fox News: Geteilte Meinungen bei Demokraten

Der Kongressabgeordnete Conor Lamb fordert einen Wandel der demokratischen Medienstrategie. Man solle versuchen, in der Konversation gänzlich auf Donald Trump verzichten. Es sei schwierig, so Lamb, in ein Interview mit Fox News oder MSNBC zu gehen, ohne zu wissen, ob man überhaupt seine eigenen Ideen einbringen kann.

Dass Fox News nun Gäste einlädt, die Biden zum Sieger der US-Wahl erklärt, hat Donald Trump entzürnt. Nicht absehbar ist allerdings, ob sich in der Berichterstattung des Senders auf Dauer etwas ändern wird und inwieweit Demokraten involviert sein werden. Tucker Carlson hatte letzte Woche verkündet, beim Sender zu bleiben, weil sie „mehr von ihm wollen“.

Während die Demokraten über ihren Umgang mit dem Sender diskutieren, verbreiten die bekanntesten Persönlichkeiten und Kommentator:innen von Fox News, wie Laura Ingraham, Sean Hannity und Lou Dobbs, weiter unbehelligt haltlose Behauptungen zu Wahlbetrug, die von Tag zu Tag absurder werden.

Rubriklistenbild: © CHIP SOMODEVILLA/AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare