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Donald Trump steht bei einer „Evangelicals for Trump“-Veranstaltung auf der Bühne.
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Donald Trump steht bei einer „Evangelicals for Trump“-Veranstaltung auf der Bühne.

„Biden wird entlarvt“

Evangelikale Propheten glauben an Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus noch 2021

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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Im Januar hat Donald Trump das Weiße Haus geräumt. Doch evangelikale Unterstützer:innen glauben an eine göttliche Fügung und seine Wiederkehr im Jahr 2021.

  • Donald Trump muss sein Leben seit dem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt als Privatperson verbringen.
  • Evangelikale Christ:innen in den USA sind jedoch fest überzeugt, dass der Republikaner schon bald wieder im Oval Office sitzen wird.
  • Alle Informationen und Nachrichten rund um den 45. US-Präsidenten gibt es in den Trump-News.

Washington D.C. – Der frühere Amtsinhaber Donald Trump hat das Land gespalten wie kaum ein anderer Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Eine Gruppe hält trotz aller Skandale während der Präsidentschaft zu dem Republikaner: evangelikale Christ:innen, eine religiöse Strömung, die sich in den USA immer weiter verbreitet und auch politische Ambitionen hat.

Kurz nach der Präsidentschaftswahl im November sorgten Aufnahmen der evangelikalen Predigerin Paula White-Cain für große Belustigung in den sozialen Netzwerken. In einer Predigt betete sie beschwörend für den Sieg Donald Trumps im Kampf ums Weiße Haus. Dabei wiederholte White-Cain ekstatisch einige Passagen immer und immer wieder, etwa: „Ich höre den Klang des Sieges“ oder „Der Herr sagt, es ist getan“.

76 Prozent der weißen Evangelikalen stimmt bei US-Wahl 2020 für Donald Trump

Die Ansprache erinnerte viel mehr an typisches Trump-Sprech als eine religiöse Andacht. In dem rund zweieinhalbstündigen Gottesdienst der Kirche „City of Destiny“ sprach White-Cain von Wahlbetrug, Fehlberechnungen und Leuten, die versuchten, die Wahl zu kapern. „Wir entfesseln die Macht und die Autorität des Herrn gegen jeden Dämon, der dieser Wahl begegnet ist“, predigte sie.

Ein Großteil der weißen Evangelikalen in den USA sind treue Anhänger:innen von Donald Trump.

Bei der 54-Jährigen konnte man die Verstrickungen in die Politik gut beobachten: White trat als Vertraute des ehemaligen US-Präsidenten in Erscheinung. So hielt sie zum Beispiel während Donald Trumps Amtseinführung im Januar 2017 auf den Stufen des Kapitols eine Rede.

Laut einer Umfrage des Instituts „Edison Research“ im Auftrag von mehreren US-Zeitungen und Nachrichtenmedien stimmten im November 76 Prozent der weißen Evangelikalen für Donald Trump, nur 23 Prozent für den Demokraten Joe Biden. Die Gruppe spielt bei politischen Entscheidungen eine große Rolle – weiße Evangelikale stellten den Angaben zufolge 27 Prozent aller Wähler:innen. Bei Trumps überraschendem Sieg im Jahr 2016 stimmten sogar rund 80 Prozent für den Republikaner.

Christliche US-Prophet:innen glauben an Rückkehr von Donald Trump als US-Präsident

Trotz aller Hoffnungen und Gebete der Evangelikalen hat es Donald Trump nicht geschafft und musste im Januar schließlich das Weiße Haus für seinen Herausforderer Joe Biden räumen. Zahlreiche christliche Unterstützer:innen glauben jedoch, dass der Republikaner schon bald wieder im Oval Office sitzen wird – aber nicht erst nach der künftigen US-Wahl in 2024. Schon dieses Jahr kehre er ins Amt zurück, so die Vorstellung Trump-naher Prediger.

„Die Amtseinführung am 20. Januar hat eigentlich nichts zu bedeuten“, äußerte sich beispielsweise Johnny Enlow, ein 61-jähriger Pastor aus Kalifornien, während eines Livestreams auf YouTube. Enlow zufolge hätten mehr als 100 „glaubwürdige“ christliche Propheten auf der ganzen Welt erklärt, dass Donald Trump bald wieder an die Macht kommen würde. An anderer Stelle erklärte er, der 74-Jährige sei „der vorrangige Regierungschef auf dem Planeten Erde“.

Pastor in den USA: „Trump wird Präsident bleiben. Die Wiederbelebung wird kommen!“

Auch Greg Locke, ein Pastor aus Nashville, der sich laut eigener Aussage „nicht schämt und weigert, sich den politisch korrekten Idolen unserer Kultur zu beugen“, ist von der Rückkehr Donald Trumps überzeugt. Kurz nach seiner Wahlniederlage schrieb er auf seinem Twitter-Account mit knapp 100.000 Followern, Trump werde „zu 100 Prozent für eine weitere Amtszeit Präsident der Vereinigten Staaten bleiben.“

Unmittelbar vor der Amtseinführung Joe Bidens schrieb Locke auf dem Kurznachrichtendienst: „Um es klar zu sagen, ich habe meine Meinung zu nichts geändert. Trump wird Präsident bleiben. Biden wird entlarvt werden. Amerika wird frei bleiben. Die Wiederbelebung wird kommen!“

Mike Pence gilt als erzkonservativer Evangelikaler – sein Verhältnis zu Donald Trump gilt aber als gestört.

Beziehung zwischen Donald Trump und evangelikalem Mike Pence gilt als gestört

Lange Zeit schlug Mike Pence eine Brücke zwischen Donald Trump und den Evangelikalen. Einst sagte Pence über sich, er sei „Christ, Konservativer und Republikaner – und das in dieser Reihenfolge“. Das Weiße Haus beschrieb den christlichen Glauben als „die treibende Kraft in seinem Leben“.

Seit der Erstürmung des Kapitols gilt das Verhältnis zwischen den beiden Politikern als gestört. Wenig verwunderlich: „Hängt Mike Pence!“, skandierte der Mob aus wütenden Trump-Anhänger:innen an den Türen des Kongressgebäudes. Verlässliche Hinweise, wie sich das zerrüttete Verhältnis auf eine etwaige Trump-Kandidatur 2024 auswirken könnte, gibt es noch nicht. (Tim Vincent Dicke)

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