Corona

Briefwahl bei der US-Präsidentschaftswahl 2020 - Donald Trump zweifelt Sicherheit an

Bei den US-Wahlen ist die Briefwahl eher unüblich. Präsident Donald Trump bezeichnet sie sogar als unsicher und befeuert damit die Angst vor einer Teilnahme trotz Corona.

  • Briefwahl in den USA ist eher unüblich
  • US-Wahlen 2020: Wähler machen Early Voting statt Briefwahl
  • Donald Trump schürt Angst bei Briefwahlen

US-Präsident Donald Trump wettert auf Twitter gegen die Briefwahl bei den US-Präsidentschaftswahlen im November 2020. Zwar ist die Briefwahl in Zeiten der Corona-Pandemie eine sichere Methode, um mögliche Menschenmengen in Wahllokalen zu vermeiden und damit die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Doch der US-Präsident stellt die Sicherheit der Stimmabgabe per Brief und den Postweg bei den US-Wahlen 2020 trotzdem in Frage. In einem Tweet behauptet er, dass die Briefwahl das Risiko von Wahlfälschung erhöhe. Er twittert:

Doch Twitter reagierte, kennzeichnete diese Aussage als Falsch und bietet Fakten zur Briefwahl an.

US-Wahl 2020: Trump twittert gegen Briefwahl

Anders als etwa in Deutschland ist die Briefwahl in den USA auch eher unüblich. Denn grundsätzlich greifen nur US-Amerikaner auf die Briefwahl zurück, die sich in der Zeit der US-Wahlen 2020 im Ausland befinden oder einen anderen triftigen Grund angeben können.

Für die meisten Bürger bleibt genug Zeit, ins Wahllokal zu gehen: In vielen Bundesstaaten können die Wähler auch ohne Briefwahl ihre Stimme vor dem eigentlichen „Election Day“ der US-Wahl 2020 abgeben. Beim sogenannten Early Voting („Frühes Wählen“) - wenn sie einen triftigen Grund angeben können. Die Early Vote ist jedoch in allen US-Bundesstaaten unterschiedlich geregelt.

Doch die Briefwahl gilt nicht in allen Bundesstaaten als Notlösung: Washington, Oregon und Colorado haben in den bisherigen US-Wahlen 2020 sogar ausschließlich auf die Stimmabgabe per Brief gesetzt. Nun - aufgrund von Corona - wollen es die Bundesstaaten ihren Bürgern leichter machen an der Wahl 2020 teilzunehmen und zwar auch mit der Briefwahl.

Briefwahl bei US-Wahlen 2020

Kann ein US-Bürger nicht an der US-Wahl 2020 in einem Wahllokal teilnehmen und muss auf die Briefwahl ausweichen, kann diese Person die Unterlagen per Post oder persönlich anfordern, zu Hause das Kreuz setzen und per Post zurückschicken. Um einen Wahlbetrug zu verhindern, sind die Briefwähler dazu aufgefordert, auf dem äußeren Umschlag zu unterschreiben.

Diese Unterschrift wird dann mit einer oder auch mehreren Akten-Unterschriften verglichen.

Trump fürchtet Manipulation

Doch Trump sorgt mit seinen Äußerungen dafür, dass seine Unterstützer der Briefwahl misstrauen. Einen strategischen Schachzug vermuten nun Gegner Trumps. Denn sollte er als Verlierer aus der US-Wahl 2020 herausgehen, könnte er das auf eine manipulierte Wahl schieben.

Deshalb gehören gefälschte Wahlzettel, falsche Wählernamen und Briefwahlstimmen, die nicht gezählt werden zu den Befürchtungen der US-Wähler, wenn es um die Abgabe der eigenen Stimme bei der Präsidentschaftswahl 2020 per Brief geht. Befeuert durch die Tweets von Donald Trump.

US-Wahl 2020: Spezielles Papier für Briefwahl

Die Sorge der Manipulation bei der Briefwahl zur US-Wahl 2020 ist unbegründet, sagt hingegen Charles Stewart, Gründer und Direktor des Election Data and Science Lab am Massachusetts Institute of Technology (MIT) gegenüber der Deutschen Welle (DW). Das sei sogar unmöglich: „Die Wahlzettel werden auf speziellem Papier gedruckt und alle Wählerunterschriften werden abgeglichen.“

Er sorge sich hingegen mehr um mangelnde Kapazitäten bei den US-Wahlen 2020, da die US-Bundesstaaten bislang kaum bis wenige Unterlagen zur Briefwahl ausgeben und auszählen mussten.

Rubriklistenbild: © Gene J. Puskar

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