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Kapitol-Sturm

FBI findet unter Fans von Donald Trump auch ehemalige Polizisten

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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Beim Kapitol-Sturm in Washington kommen fünf Menschen ums Leben. Polizist:innen schildern nun ihre schockierenden Erlebnisse.

  • Fans von Donald Trump stürmen am 6. Januar das US-Kongressgebäude in Washington.
  • Bei einer Anhörung im US-Senat macht der Ex-Chef der Kapitol-Polizei die Geheimdienste mitverantwortlich.
  • Mit drastischen Worten beschreiben Angehörige der Sicherheitskräfte die Ausschreitungen.

Update vom 24. Februar 2021, 11.00 Uhr: Unter den Angreifern des 6. Januar sollen sich nach Informationen zahlreicher US-Medien sogar ehemalige Staatsbedienstete befunden haben. Wie der Nachrichtensender NBC meldet, soll es sich bei mindestens einem der Fans von Donald Trump um einen New Yorker Polizisten im Ruhestand handeln.

Thomas Webster wurde am Montag vom FBI in Zusammenang mit den Ausschreitungen in Washington D. C. festgenommen. Der 54 Jahre alte Ex-Polizist soll seine Kolleg:innen mit einem Stahlrohr attackiert haben. Fotos zeigen Webster außerdem dabei, wie er anscheinend einen Polizisten seine Finger ins Auge zu drücken versucht. Das FBI hatte Webster über mehrere Wochen gesucht, bis dieser sich schließlich den Behörden stellte. Der ehemalige New Yorker Polizist und Anhänger von Donald Trump war bis dahin laut Angaben der Behörden strafrechtlich nicht auffällig gewesen.

Erstmeldung vom 23. Februar 2021: Washington D.C. – Für das Sicherheitsdesaster beim Angriff auf das US-Kongressgebäude am 6. Januar hat der ehemalige Chef der Kapitol-Polizei, Steven Sund, die Geheimdienste mitverantwortlich gemacht. Sund sagte am Dienstag (23.2.2021) bei einer Anhörung im US-Senat, die Informationen der Nachrichtendienste hätten in keiner Weise die Geschehnisse an besagtem Januartag vorausgesagt.

Polizeibeamte nehmen Abschied von einem ihrer Kollegen, der bei den Ausschreitungen in Washington D. C. getötet worden war. (Archivfoto)

Sein Team habe sich auf eine Großdemonstration mit Gewaltpotenzial vorbereitet. Stattdessen habe man es mit einer „militärisch koordinierten Attacke“ und „gewaltsamen Übernahme des Kapitol-Gebäudes“ zu tun gehabt. Sund betonte, die Polizei sei auf Wissen aus dem Geheimdienstapparat angewiesen. „Wir verlassen uns darauf, dass diese Informationen absolut korrekt sind.“

Ausschreitungen in Washington: Fans von Donald Trump waren „vorbereitet auf einen Krieg“

Die Polizeikräfte hätten nicht mit einem Ansturm Tausender „Krimineller“ gerechnet. „Sie hatten Waffen, chemische Munition, Sprengkörper, Schilde, Schutzwesten“, sagte Sund. „Diese Kriminellen waren vorbereitet auf einen Krieg.“

„Keine Behörde einschließlich des FBI hat nachrichtendienstliche Informationen vorgelegt, wonach es einen koordinierten gewaltsamen Angriff auf das US-Kapitol durch tausende gut ausgerüstete, bewaffnete Aufständische geben würde“, sagte Sund. Gegenüber den radikalen Fans des damaligen Präsidenten Donald Trump seien seine Beamten „zahlenmäßig deutlich unterlegen“ gewesen.

Polizisten versuchen Anhänger von Donald Trump aufzuhalten, die das US-Kapitolgebäude stürmen.

Die ranghohe Polizistin Carneysha Mendoza beschrieb die Erstürmung des Kapitols mit den Worten: „Von den vielen Ereignissen, die ich während meiner fast 19-jährigen Karriere im Department erlebt habe, war dies bei weitem das Schlimmste vom Schlimmsten“. Personen aus dem Mob hätten sie mit einer Chemikalie angegriffen – die Verbrennung seien bis heute noch nicht vollständig verheilt. „Wir hätten zehnmal so viele Leute haben können und ich glaube immer noch, dass die Auseinandersetzung genauso verheerend gewesen wäre.“

Trump-Anhänger:innen richteten im US-Kapitol Chaos und Verwüstung an

Auch andere hochrangige Sicherheitsbeamte aus dem Kongress beklagten bei der Anhörung im Senat Versäumnisse der Geheimdienstbehörden. Der frühere oberste Sicherheitsbeamte des Repräsentantenhauses, Paul Irving, sagte, vorausgesagt gewesen sei, dass die Ereignisse vorherigen Aufmärschen von Anhänger:innen des damaligen US-Präsidenten Donald Trump ähneln würden. Darauf habe er sich verlassen.

Unterstützer:innen von Donald Trump hatten Anfang Januar während einer Sitzung des Kongresses das Kapitol gestürmt und dort Chaos und Verwüstung angerichtet. Die Sicherheitskräfte des Parlaments waren dem Ansturm nicht gewachsen. Mindestens fünf Menschen kamen bei den Krawallen ums Leben, darunter ein Polizist.

Sund, Irving sowie der damalige oberste Sicherheitsbeamte des Senats, Michael Stenger, waren nach der Attacke von ihren Posten zurückgetreten – angesichts heftiger Kritik daran, dass der Parlamentssitz der USA derart überrannt werden konnte.

Sicherheitskräfte schildern schockierende Details zu den Ausschreitungen.

Kapitol-Sturm von Unterstützer:innen Donald Trumps: Polizeichef „fassungslos“ über Militär

Die Polizei der US-Hauptstadt Washington war den Sicherheitskräften des Kongresses an jenem Tag zu Hilfe geeilt. Deren Chef Robert Contee beklagte bei der Senatsanhörung, er sei überrascht gewesen, wie zurückhaltend das Militär bei einer gemeinsamen Telefonschalte auf dringende Hilferufe der Kapitol-Polizei reagiert habe, angesichts der Eskalation auch Mitglieder der Nationalgarde zu Hilfe zu schicken. Es habe darauf keine sofortige Antwort gegeben.

„Fassungslos“ sei er darüber gewesen, wie lange es gedauert habe, bis die Nationalgardisten am Kapitol eintrafen. Seine Polizisten hätten „um ihr Leben gekämpft“. (Tim Vincent Dicke mit dpa)

Rubriklistenbild: © Pool-CNP/MediaPunch via www.imago-images.de

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