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Donald Trump, Ex-Präsident der USA, bei einer Pressekonferenz.
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Donald Trump, Ex-Präsident der USA, bei einer Pressekonferenz.

Abzug der USA

„In Bruchstücke“: Donald Trump fordert Bomben auf alte Stützpunkte in Afghanistan

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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Für den Abzug der US-Truppen wird Joe Biden scharf kritisiert. Jetzt schaltet sich sein Vorgänger Donald Trump lautstark in die Debatte ein.

Washington D.C./Kabul – Der für viele Beobachter:innen überstürzte Abzug westlicher Truppen aus Afghanistan, sorgt in den USA für hitzige Debatten. Nun mischt sich auch der frühere US-Präsident Donald Trump in die Diskussion ein.

Nach Ansicht von Donald Trump sollte das US-Militär seine früheren Stützpunkte in Afghanistan in Grund und Boden bombardieren. Zunächst sollten alle Bürger:innen der USA und alle Ausrüstung außer Landes gebracht werden, erklärte der Republikaner am Donnerstag (19.08.2021) und fügte hinzu: „Dann bombardiert man die Stützpunkte in Bruchstücke.“ Damit gäbe es „kein Chaos, keine Toten“, und die Menschen in Afghanistan „wüssten nicht mal, dass wir weg sind.“

Donald Trump schaffte mit Afghanistan-Abzug Fakten, doch Verantwortung will er keine haben

Der Republikaner kritisiert seinen Nachfolger, den Demokraten Joe Biden, wegen der chaotischen Szenen beim Abzug aus Afghanistan. Den Anstoß für einen kompletten Abzug der US-Truppen hatte allerdings der damalige Präsident Trump durch ein Abkommen mit den Taliban gegeben.

Selbst Verantwortung will Donald Trump allerdings keine tragen. In einem kurzen Statement griff er seinen Nachfolger an. „Was sich (...) in Afghanistan abgespielt hat, lässt unseren Rückzug aus Vietnam wie ein Kinderspiel aussehen“, schrieb der Republikaner. „Vielleicht hat es in der Weltgeschichte noch nie eine Abzugsoperation gegeben, die so katastrophal durchgeführt wurde. Ein Präsident, der unrechtmäßig gewählt wurde, hat in vielerlei Hinsicht große Schande über unser Land gebracht!“

USA: Nicht nur Donald Trump kritisiert Afghanistan-Abzug

Der Minderheitsführer der republikanischen Partei im US-Senat sagte, dass der „verpfuschte Abzug“ aus Afghanistan und die „hektische Evakuierung“ von Amerikaner:innen und Ortskräften ein „beschämendes Versagen der amerikanischen Führung“ sei. Die USA hätten die Möglichkeit gehabt, „diese Katastrophe zu vermeiden“.

Die prominente Republikanerin Liz Cheney erklärte: „Was wir gerade in Afghanistan erleben, ist das, was passiert, wenn sich Amerika aus der Welt zurückzieht.“ Donald Trump und Joe Biden würden dafür die Verantwortung tragen, sagte sie dem Sender ABC. Die Verbündeten der USA würden sich fragen, ob sie überhaupt auf die Vereinigten Staaten zählen könnten, sagte Cheney. Sie ist die Tochter des früheren Vize-Präsidenten Dick Cheney.

Donald Trump will Afghanistan bombardieren: US-Militär flog Großteil der Ausrüstung außer Landes

Nicht nur die oppositionellen Republikaner:innen attackieren den Präsidenten, auch bei Bidens Demokrat:innen gibt es scharfe Kritik. Von einer „Katastrophe“ sprach der demokratische Abgeordnete Seth Moulton. „Schlimmer noch: Sie hätte vermieden werden können.“ US-Präsident Joe Biden räumte in einem ABC-Interview ein, die USA hätten „Schwierigkeiten“, afghanische Ortskräfte in Sicherheit zu bringen.

Das US-Militär hat seine Stützpunkte, darunter auch das Drehkreuz Bagram nördlich der Hauptstadt Kabul, beim Abzug an die Afghanen übergeben. Das US-Militär flog jedoch vorher einen großen Teil seiner Ausrüstung und Waffen außer Landes. Viele Einheiten des afghanischen Militärs ergaben sich im August weitgehend kampflos den Taliban. (tvd/dpa)

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