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Donald Trump muss die Konkurrenz wahrscheinlich nicht fürchten.

US-Wahl 2020

Donald Trump spottet über parteiinterne Konkurrenten für nächste US-Präsidentschaftswahl

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Donald Trump bekommt bei der US-Wahl 2020 einen dritten innerparteilichen Herausforderer: Mark Sanford verkündet seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. Trump spricht von einem „totalen Witz“.

Und dann waren’s plötzlich drei. Nach Bill Weld und Joe Walsh will nun noch ein dritter Republikaner Donald Trump im parteiinternen Kampf um das Präsidentenamt herausfordern. Am Wochenende hat nun auch Mark Sanford seinen Hut in den Ring geworfen. 

Als einen Grund nannte der frühere Gouverneur von South Carolina in einem Interview mit dem Fernsehsender Fox News die unter Trump gestiegene Staatsverschuldung und das Haushaltsdefizit. Trump fühle sich mit Schulden offensichtlich sehr wohl, dies führe die USA jedoch „in die falsche Richtung“. 

Sanford beklagte, dass die Themen Staatsverschuldung und Defizit in der Wahlkampfdebatte bisher keine Rolle spiele. Trumps Politik immer neuer Strafzölle sei schlecht für die US-Wirtschaft. „Als Partei haben wir unseren Kurs verloren“, so Sanford.

Zudem habe auch die politische Kultur im Land durch Trump Schaden genommen. Ob er damit auch die gesammelten Peinlichkeiten des US-Präsidenten meinte, blieb allerdings offen. Sanford könnte ja der Auffassung sein, dass ein Präsident, der England nicht von Großbritannien unterscheiden kann und den #SharpieGate ausgelöst hat, für das höchste Amt in den USA ungeeignet sei. Eins aber stellte Sanford immerhin klar: „Wir müssen uns darüber unterhalten, was es bedeutet, Republikaner zu sein.“

Mark Sanford sorgt 2009 mit einer außerehelichen Affäre für Schlagzeilen

Da stellt sich gleich die Frage, was es denn eigentlich bedeutet, Republikaner zu sein. Die „Grand Old Party“ (GOP) verweist zwar immer wieder gerne auf Moral und Anstand, nur halten sich die prominenten Vertreter der GOP meist selbst nicht an ihre eigenen Werte. Auch Sanford war einst wegen einer außerehelichen Affäre in die Schlagzeilen geraten. 

Aktuell: US-Kongress untersucht Buchungen in Trump-Ressorts. Bereichert sich der Präsident persönlich am Amt?

Als Gouverneur von South Carolina war er im Jahr 2009 nämlich ganze fünf Tage lang völlig von der Bildfläche verschwunden. Seiner Frau und seinem Mitarbeiterstab hatte er damals gesagt, dass er in der US-Bergregion der Appalachen wandern gehe. Wie sich dann aber herausstellte, hatte er sich  heimlich mit seiner Geliebten in Argentinien getroffen - und das nicht zum ersten Mal. 

Mark Sanford verkündet seine Kandidatur.

Natürlich sagte Sanford jetzt, dass er sein Verhalten bereue und sich aufrichtig entschuldigt habe. Er habe aus seinen Fehlern gelernt und glaube an eine zweite Chance. Er räumte aber ein, dass es wohl nicht einfach für ihn werde. „Dies ist der Anfang eines langen Weges.“

Republikanischer Waffennarr Joe Walsh will Trump herausfordern

Auch andere Republikaner wollen Trump bei der US-Wahl 2020 herausfordern. Einer davon ist der konservative Radio-Moderator Joe Walsh. „Wir können keine vier weiteren Jahre Donald Trump ertragen. Deswegen kandidiere ich als Kandidat bei der Präsidentschaftswahl“, teilte der 57-Jährige auf Twitter mit. In einem Interview mit dem Fernsehsender ABC bezeichnete der frühere Kongressabgeordnete der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung den US-Präsidenten damals als „ein Kind“ und „inkompetent“. Jemand müsse es wagen, Trump die Stirn zu bieten, die Partei brauche eine Alternative. „Er ist rassistisch, er ist narzisstisch“, sagte Walsh über den Präsidenten. Andere Republikaner würden sich „zu Tode fürchten“ und daher nicht wagen, sich Trump öffentlich zu widersetzen.

Joe Walsh will Kleinkinder bewaffnen

Dafür braucht es schon einen ganz speziellen Kandidaten, so jemanden wie Joe Walsh also. Man denke nur an seine Rolle in der TV-Show „Who is America?“ des britischen Komikers Sacha Baron Cohen. Wir erinnern uns: In seiner Show brachte der Komiker prominente US-Politiker und Waffenlobbyisten dazu, eine Kampagne namens „Kinder-Guardians“ zu unterstützen, die zur Bewaffnung von Kindern und Kleinkindern aufrief. 

Joe Walsh will’s wissen: Der Republikaner tritt gegen Donald Trump an.

Und was sagte Walsh? „In weniger als einem Monat kann aus einem Erstklässler ein erstklassiger Grenadier werden.“ Walsh begründete seine Meinung mit dem zweiten Verfassungszusatz, nach dem Amerikaner das Recht haben, sich für den Verteidigungsfall zu bewaffnen. Der Verfassungszusatz habe ja keine Altersbegrenzung, sondern gelte für alle Amerikaner ... Und übrigens: „Fröhliches Schießen, liebe Kinder!“ Na, das wär doch mal ein Präsident, oder? 

Bill Weld fordert Donald Trump heraus

Schon im Februar hatte Bill Weld erklärt, Trump herausfordern zu wollen. Der ehemaliger Gouverneur von Massachusetts setzt auf die Unzufriedenheit mancher Republikaner mit Trumps Kurs und Stil. Über eine Präsidentschaftsbewerbung hatte er monatelang nachgedacht. Im Februar bezeichnete der 73-Jährige den Präsidenten als „Schulhof-Rabauken“. Sein aggressives Verhalten lege Trump nur dann ab, wenn er es mit anderen „Rabauken“ wie dem russischen Staatschef Wladimir Putin zu tun habe: „Dann wird er schmeichlerisch und strahlt über das ganze Gesicht.“

Als Herausforderer des Amtsinhabers werden ihnen allen keine nennenswerten Chancen eingeräumt. Außerdem hat die republikanische Partei in einzelnen US-Staaten entschieden, auf den Vorwahlprozess zu verzichten.

Donald Trump läutet Kampagne ein

Bereits im Juni hatte Donald Trump vor rund 20.000 Fans in Orlando (Florida) offiziell seine Kampagne für die erhoffte Wiederwahl 2020 eingeläutet - natürlich mit scharfen Angriffen gegen die Demokraten und auch einem neuen Slogan. Gemeinsam mit seinen Anhängern werde er „Amerika weiterhin großartig machen“ und dann dafür sorgen, dass es auch „wirklich großartig bleibt“. Unter ihm werde das Land besser dastehen als je zuvor – und erklärte dann „Keep America Great“ zu seinem neuen Wahlkampfmotto für 2020, auf Deutsch in etwa: Sorgt dafür, dass Amerika großartig bleibt. In die Wahl 2016 war Trump mit dem Slogan „Make America Great Again“ gezogen („Macht Amerika wieder großartig“). Trump nannte dies den besten Wahlkampfslogan aller Zeiten.

Eindringlich warnte Trump vor einem Wahlsieg der Demokraten. „Unsere radikalen demokratischen Gegner sind von Hass, Vorurteilen und Wut getrieben“, sagte er. „Sie wollen euch zerstören, und sie wollen unser Land zerstören, wie wir es kennen.“ Die Demokraten wollten Amerika zu einem sozialistischen Staat machen, die US-Bürger ihrer Grundrechte berauben und die Grenzen für illegal einwandernde Migranten öffnen, behauptete Trump. Er werde nicht zulassen, dass es dazu komme. Die Zukunft sei noch nie derart rosig gewesen. „Der amerikanische Traum ist zurück“, sagte Trump. „Er ist größer und stärker und besser denn je.“ Mit konkreten Aussagen für seine künftige politische Agenda hielt er sich aber zurück. 

Und was sagt Trump zur parteiinternen Konkurrenz? Der hat für seine Herausforderer nur Hohn und Spott übrig. „Die sind ein totaler Witz“, sagte Trump. „Ich weiß nicht mal, wer sie sind.“ Die drei hätten minimale Umfragewerte und ihre Präsidentschaftsbewerbung sei nichts als ein „PR-Gag“. (mit dpa/afp)

Der US-Präsident Donald Trump twittert gerne und viel. Doch er hatte wohl nicht damit gerechnet, dass Internetnutzer anhand eines Satellitenfotos Details über einen streng geheimen Spionage-Satelliten der USA herausfinden können.

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