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Donald Trump
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Donald Trumps Wahlkampagne verwendete offenbar eine zwar legale aber umstrittene Methode, um Spenden für die US-Wahl 2020 zu sammeln. (Archivfoto)

US-Wahl 2020

Donald Trump: Von „Banditen“ geschröpft – Fans spenden unfreiwillig Millionen

  • Friederike Meier
    vonFriederike Meier
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Eine Spendenplattform, die vor der US-Wahl Geld für die Kampagne von Donald Trump sammelte, hat eine „unethische“ Methode verwendet.

Washington D.C: – Die Präsidentschaftskampagne von Donald Trump vor der US-Wahl im Jahr 2020 hat offenbar Millionen von ahnungslosen Unterstützer:innen dazu gebracht, unfreiwillig mehr zu spenden als sie wollten. Wie die New York Times berichtet, verwendete die Kampagne dafür auf einer Spendenplattform bereits vorher angekreuzte Spendenboxen.

Die Praxis sei in den USA zwar legal, aber, wie die Geschäftsführerin einer US-Verbraucherschutzorganisation der New York Times sagte, „unfair, unethisch und unangemessen“. Ein anderer Experte, der von der New York Times zitiert wurde, sagte, dass ein solches „dunkles Muster“ des digitalen Marketings „in den Lehrbüchern darüber stehen sollte, was man in der Politik nicht tun sollte“.

Spenden für Wahlkampagne von Donald Trump: Unauffällige Hinweise auf weitere Spenden

Die dubiose Taktik funktioniert der New York Times zufolge so: Auf der Spendenplattform der Kampagne WinRed, die für die Republikaner Spenden für die Wahlkampagne sammelte, waren eine oder mehrere Häkchen schon im Vorhinein gesetzt. Es fing dem Bericht zufolge an mit einem Häkchen in der Box „Machen Sie dies zu einer monatlichen Spende“, das ungefähr seit März 2020 gesetzt worden war.

Im Laufe des Jahres wurden die vorangekreuzten Spendenversprechen dann immer dreister: Es kam etwa eine Box hinzu, in der fettgedruckt in mehreren Zeilen darauf hingewiesen wurde, dass eine TV-Debatte mit Joe Biden bevorstehe. Erst darunter steht - nicht fettgedruckt - dass man weitere 100 Dollar zu diesem Anlass spende.

Spenden für Donald Trumps Wahlkampagne: Viele Rückerstattungen

Dem Bericht zufolge ließen die wiederkehrenden Spenden von unwissenden Unterstützer:innen Donald Trumps Kassen anschwellen, gerade als sich seine Finanzen verschlechterten. Weil viele Spender:innen ihre Beiträge zurückforderten, als sie merkten, dass sie viel häufiger oder mehr spendeten als sie wollten, erstattete die Trump-Kampagne ihnen das Geld.

Laut dem Bericht hatte die Trump-Kampagne und das republikanische Nationalkomitee Ende 2020 mehr als 530.000 Rückerstattungen im Wert von 64,3 Millionen US-Dollar getätigt. Zum Vergleich: Die demokratische Kampagne hatte lediglich Spenden in Höhe von 5,6 Millionen Dollar zurückgezahlt. Rückzahlungen an sich seien durchaus üblich. Sie könnten beispielsweise erfolgen, wenn Personen mehr spenden, als sie nach dem Gesetz dürfen. Außerdem hätten auch die Demokraten solche bereits vorher angekreuzten Boxen verwendet, allerdings laut der New York Times wohl zu einem geringeren Umfang, wie an den Rückerstattungen zu sehen sei.

Spenden für Donald Trumps Wahlkampagne: Spender bezeichnet Kampagne als „Banditen“.

Spender nennt Trump-Kampagne „Banditen“

„In der Tat kam das Geld, das Herr Trump schließlich zurückzahlen musste, einem zinslosen Darlehen von unwissenden Unterstützern zum wichtigsten Zeitpunkt des Rennens 2020 gleich“, schreibt die New York Times. Von der Zeitung auf die Methode angesprochen, antwortet Jason Miller, ein Sprecher von Donald Trump: „Unsere Kampagne wurde von den hart arbeitenden Männern und Frauen Amerikas aufgebaut, und die Wertschätzung ihrer Investitionen war vorrangig vor allem anderen, was wir taten.“

Donald Trump

Alle Informationen zum 45. US-Präsidenten finden Sie auf der Themenseite Trump-News.

Das dürften viele Spender:innen anders sehen. So hat die New York Times mit zahlreichen Menschen gesprochen, die aus Versehen zu viel an Donald Trump spendeten. So spendete der 78-jährige Victor Amelino im September 990 Dollar. Insgesamt wiederholte sich diese Spende daraufhin siebenmal, bis er insgesamt fast 8.000 Dollar gespendet hatte. Amelino nannte die Trump-Kampagne „Banditen“ und sagte der Zeitung: „Ich bin im Ruhestand. Ich kann es mir nicht leisten, das ganze verdammte Geld zu bezahlen.“ (Friederike Meier)

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