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Donald Trump verschränkt die Arme
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Nach seiner Niederlage bei der US-Wahl 2020 holt Donald Trump zum Rundumschlag gegen Vertraute aus. (Archivfoto)

Nach US-Wahl

Donald Trump holt nun auch gegen seine Vertrauten zum Rundumschlag aus

  • Ines Alberti
    vonInes Alberti
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Austeilen konnte Donald Trump schon immer gut - doch jetzt greift er sich einst enge Verbündete. Angestellte im Weißen Haus meiden seine Büroräume.

  • Mit Donald Trump scheint es derzeit im Weißen Haus nur schwer auszuhalten zu sein.
  • Er ätzt gegen Vertraute wie Vize Mike Pence oder Mehrheitsführer Mitch McConnell.
  • Trump News: Alle Neuigkeiten zu Donald Trump.

Washington D.C. - Um Donald Trump herum wird es still. Auch einst enge Verbündete stellen sich mittlerweile gegen ihn und seine weiterhin feste Überzeugung, die US-Wahl 2020 sei gestohlen worden. Jetzt holt er zum Rundumschlag gegen alle aus, die nicht zu ihm halten und die er für seine Lage verantwortlich macht. Und buchstäblich still um ihn wird es, weil Angestellte derzeit den Westflügel des Weißen Hauses meiden, in dem sich offiziellen Büroräume des Präsidenten befinden, wie die Nachrichtenseite Axios berichtet. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien entnervt von Trump, schreibt die Seite unter Berufung auf nicht namentlich genannte hochrangige Angestellte.

Donald Trump greife demnach jeden an, der ihn nicht in seinen Ansichten bezüglich der US-Wahl 2020 unterstützt. Er denke, alle um ihn herum seien schwach, dumm oder illoyal. Zu seinen Zielscheiben zählten zuletzt Vizepräsident Mike Pence, Stabschef Mark Meadows, Anwalt Pat Cipollone, Außenminister Mike Pompeo und der Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell. Von seinem Rechtsbeistand Cipollone soll Trump die Nase voll haben und seine Unterstützer fürchten offenbar, dass Trump ihn durch einen Loyalisten ersetzen könnte.

Nach US-Wahl 2020: Donald Trump schießt gegen enge Verbündete wie Mike Pence

Auch Vize Mike Pence hat derzeit kein leichtes Standing bei Donald Trump. Grund dafür soll unter anderem ein Werbespot des „Lincoln Projects“ sein, der Trump nicht mehr loslasse. Die Gruppe „The Lincoln Project“ ist ein Zusammenschluss aus Republikanern, deren selbst erklärtes Ziel es ist, „Donald Trump und Trumpismus niederzuschlagen“. In dem Video geht es darum, dass sich auch Mike Pence von Donald Trump abwende, weil er genau wisse, dass Joe Biden die US-Wahl 2020 gewonnen habe. Am 6. Januar 2021 wird Pence in seiner Rolle des Präsidenten des Kongresses die Niederlage seines Chefs Donald Trump erstmals öffentlich anerkennen müssen - und damit „dein politisches Schicksal besiegeln“, raunt eine tiefe Stimme in dem an Donald Trump gerichteten Video.

Trump sehe Pence derzeit ohnehin als jemanden an, der sich nicht stark genug für Trump und seine Bestrebungen, das Wahlergebnis anzufechten, einsetzt. Wenn Pence am 6. Januar Joe Biden als Sieger der US-Wahl 2020 anerkennt, wäre das für Donald Trump der ultimative Verrat. Direkt im Anschluss will sich Mike Pence eine Auslandsreise antreten, mit der er etwaigen Konflikten mit Donald Trump geschickt aus dem Weg gehen könnte.

Donald Trump will noch immer das Ergebnis der US-Wahl 2020 anfechten

Der noch amtierende Präsident soll sich bei seinen Beratern sogar erkundigt haben, ob man nicht die Legislative auf Bundesstaatenebene dazu bringen könne, deren Electoral Votes zurückzunehmen. Sage man ihm nein, raste er noch mehr aus, so eine anonyme Quelle gegenüber Axios. Donald Trump soll außerdem republikanische Abgeordnete im House of Representatives gefragt haben, ob man dafür stimmen könnte, das Ergebnis am 6. Januar zu kippen.

Die Angestellten, auf die sich Axios beruft, fürchten außerdem, dass dem neuen Justizminister Jeff Rosen eine äußerst schwierige Zeit unter Donald Trump bevorsteht. „Der Konsens ist, er hat nicht die geringste Ahnung von dem Wahnsinn, der ihn erwartet“ und „der nächste Monat wird der längste seines Lebens werden“, schreibt die Nachrichtenseite.

Donald Trump giftet mit Power-Point-Folie gegen Mehrheitsführer Mitch McConnell

Auch gegen den Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, stellt Donald Trump sich jetzt. McConnell hatte stets zu Trump gehalten - bis das Electoral College Joe Bidens Sieg bestätigt hatte. McConnell gab zu, das Electoral College habe gesprochen und er gratuliere Biden zum Sieg. Das hörte Trump natürlich nicht gern und ließ eine E-Mail mit einer Power-Point-Folie an republikanische Abgeordnete schicken, auf der er Anspruch auf McConnells Wiederwahl erhebt. Auf der Folie sind Umfragewerte für McConnell und seinen Herausforderer zu sehen und an Punkten, an denen die Kurve für McConnell steigt, sind Aktivitäten von Donald Trump eingezeichnet, die den Anstieg erklären sollen. Oben auf der Folie steht in roten Buchstaben „Leider vergaß Mitch. Er war der erste von Bord!“.

Ob Donald Trump sich einen Gefallen damit tut, es sich neben seinem zwecklosen Festhalten am angeblichen Wahlbetrug bei der US-Wahl 2020 mit seinen einst treuesten Unterstützern zu verscherzen, ist fraglich. Bleibt zu hoffen, dass er in der als besinnlich geltenden Weihnachtszeit auch zur Besinnung kommt und vielleicht gute Vorsätze fürs neue Jahr fasst: zum Beispiel, sich nicht weiter vor den eigenen Leuten und der Welt lächerlich zu machen. (Ines Alberti)

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