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Nach US-Wahl 2020

Donald Trump verliert weiter vor Gericht: Rudy Giuliani und Jenna Ellis können nicht helfen

  • vonMirko Schmid
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Donald Trump und seine Verbündeten scheitern mit 19 von 22 Klagen vor Gericht, drei Fälle stehen aus. Währenddessen kämpft Jenna Ellis live einen verlorenen Kampf - und auch Rudy Giuliani kann nicht helfen.

  • Donald Trump inszeniert sich weiter als Betrugsopfer, während sein Team Joe Biden die Türen des Weißen Hauses öffnet.
  • Vor Gericht steht das Rechtsteam von Donald Trump vor den Scherben der Bemühungen, das Ergebnis der US-Wahl 2020 zu kippen.
  • Alle Informationen rund um den abgewählten Präsidenten der USA finden Sie in den Trump News.

Washington D.C. - Es wird immer mehr zur Posse. Die „Strike Force“, das Team von Anwältinnen und Anwälten, die für Donald Trump versuchen, das Ergebnis der US-Wahl 2020 zu kippen, steckt vor Gericht eine Niederlage nach der anderen ein. Während die US-amerikanische Öffentlichkeit das Schauspiel verfolgt, fabulieren die Köpfe des Trump-Rechtsteams öffentlich weiter von den ganz großen Klagen, die das Ergebnis noch drehen sollen und wiederholen gebetsmühlenartig unbewiesene oder bereits gerichtlich widerlegte Behauptungen.

Rudy Giulani und Jenna Ellis kämpfen weiter für Donald Trump

An vorderster Front vertreten zwei Personen in den Medien die Bemühungen des scheidenden Präsidenten: Rudy Giuliani und Jenna Ellis. Die Dritte im Bunde, die der QAnon-Bewegung nahe stehende Anwältin Sidney Powell, wurde bereits von Donald Trump vor die Tür gesetzt.

Während Rudy Giuliani im TV-Interview im Programm von Fox News eingestehen musste, dass er „ein bisschen übertreibe“, wenn er behaupte, dass in Detroit (Michigan) mehr Menschen gewählt haben sollen, als dort wohnen, kämpft Jenna Ellis unbeirrt weiter und ventiliert ganz im Sinne von Donald Trump wilde Vorwürfe. Nun erreichte Ellis, die Trump noch vor wenigen Jahren einen frauenfeindlichen „Idioten“ und „Tyrannen“ genannt hatte, einen weiteren vorläufigen Tiefpunkt ihrer Bemühungen, die US-Medien vom angeblichen „Wahlbetrug“ zu überzeugen.

Rechtsberaterin Jenna Ellis spricht weiter von einem „Erdrutschsieg“ von Donald Trump

Jenna Ellis nimmt angesichts der erfolglosen gerichtlichen Versuche, dem Demokraten Joe Biden den Weg ins Weiße Haus zu versperren, verstärkt die Medien in den Fokus. Schon im Programm der bizarren Pressekonferenz mit Rudy Giuliani und Sidney Powell am vergangenen Donnerstag (19.11.2020) schoss sich Ellis im Kampf für Donald Trump auf die berichtende Zunft ein.

Auch im Interview mit Ari Melber im Programm des TV-Senders MSNBC legt es Trumps neben Giuliani wichtigste Rechtsberaterin nicht darauf an, einen Konsens zu finden. Journalist Ari Melber weist Jenna Ellis, die erneut ihr Mantra vom „Wahlbetrug“ und einem „Erdutschsieg“ des abgewählten Präsidenten Donald Trump runterbetet, darauf hin, dass viele der umkämpften Staaten, die im Zentrum der rechtlichen Auseinandersetzungen stehen, ihr Ergebnis bereits zertifiziert haben oder davor stehen sollen, es zu zertifizieren.

Angesichts der Befürchtungen, dass das Team Trump vorbei an den Gerichten und Wahlvorständen der betreffenden Bundesstaaten versuchen könnte, die Zertifizierungen zu verhindern, um so republikanische Parlamente Wahlleute entsenden zu lassen, die im Electoral College entgegen dem Wahlergebnis für Donald Trump stimmen könnten, bohrt Ari Melber nach: „Ich frage Sie, ob Sie eine rechtliche Strategie haben oder ob Sie irgendwie hoffen, dass die Politiker die Ergebnisse außer Kraft setzen. Dafür setzen Sie sich nachweislich ein, da Sie wissen, dass Sidney Powell etwas in diesem Sinne gesagt hat.“

Das Team um Donald Trump verliert alle wichtigen Fälle in allen Schlüsselstaaten

Jenna Ellis weicht aus und beruft sich auf das inzwischen hinlänglich bekannte Wording: „Unsere rechtliche Strategie besteht darin, sicherzustellen, dass jede rechtliche Abstimmung zählt und fair und genau gezählt wird. Wir haben bis zum 14. Dezember Zeit, erst dann wird über die Wahlleute für das College abgestimmt. Unsere Strategie ist es, sicherzustellen, dass wir weiterhin alle falschen und betrügerischen Ergebnisse in Frage stellen.“ Erneut wiederholt Ellis die auch von Donald Trump und Rudy Giuliani immer wieder ventilierten Behauptungen, wonach „tausende Seiten“ eidesstattlicher Versicherungen vorliegen sollen, die angeblich einen „Wahlbetrug“ bestätigen.

Jenna Ellis kämpft gemeinsam mit Rudy Giuliani für Donald Trump gegen das Ergebnis der US-Wahl

Nach einigen weiteren unbewiesenen und sattsam bekannten Verschwörungstheorien, hat Ari Melber genug gehört. „Das größte Problem, das Ihr Team hat, und das wissen Sie, und ich meine es nicht abwertend: Aus rechtlichen Gründen verlieren Sie immer und immer wieder alle wichtigen Fälle in allen Schlüsselstaaten.“ Melber zitiert aus einem gerichtlichen Urteil, in dem die Trump-Vorwürfe von dem mit dem Fall befassten Richter in Pennsylvania zerpflückt werden. Der MSNBC-Gastgeber will es jetzt genau wissen: „Was ist der Sinn von all dem?“ Jenna Ellis‘ Antwort: „Die Wahl wurde gestohlen und Präsident Donald Trump hat mit einem Erdrutschsieg gewonnen. Und wie Sie das falsch darstellen, müssen Ihre Zuschauer die Wahrheit erfahren.“

TV-Moderator zu Jenna Ellis, Anwältin von Donald Trump: „Machen Sie mal eine Pause“

Ari Melber sieht sich erneut gezwungen, einzugreifen: „Machen Sie mal eine Pause“, so der Journalist, „wenn Sie falsche Angaben machen, können sie das nicht einfach so vom Tisch wischen.“ Das Interview ist zu diesem Zeitpunkt bereits außer Kontrolle geraten, beide reden über weite Passagen gleichzeitig. „Zuerst versuche ich, Ihre falsche Aussage zu beantworten“, beginnt Jenna Ellis erneut eine Medienschelte „Sie beschuldigen uns für etwas, das nicht stimmt. Sie rechnen uns Prozessniederlagen an, die nicht von der Kampagne von Donald Trump eingefahren wurden.“

BundesstaatKlagenStand
PennsylvaniaElfNeun Niederlagen, zwei Fälle ausstehend
NevadaDreiZwei Niederlagen, ein Fall ausstehend
GeorgiaZweiZwei Niederlagen
MichiganVierVier Niederlagen
ArizonaZweiZwei Niederlagen

Melber schafft es, das Thema auf Neuauszählungen zu lenken, die vom Rechtsteam in Diensten von Donald Trump in vielen Staaten gefordert worden waren. Er fragt Jenna Ellis nach dem größten Vorsprung an Stimmen, der im Rahmen einer Neuauszählung rückgängig gemacht wurde. Trumps Anwältin will ablenken, Ari Melber: „Ich weiß, dass sie als gute Anwältin hier das Thema wechseln wollen.“ Dann konfrontiert er sie mit der Anzahl: 355 Stimmen. Joe Biden liegt in Georgia mit mehr als 12.000 Stimmen vorn, in Michigan mit mehr als 150.000, in Pennsylvania mit mehr als 80.000.

22 Klagen der Verbündeten von Donald Trump, 19 Niederlagen, null Siege

Die zunehmende Verzweiflung der juristischen Nachwahl-Kampagne des Teams um Donald Trump könnte an der tatsächlichen Erfolglosigkeit vor den Gerichten in den umkämpften Staaten liegen. Der „Business Insider“ hat alle Fälle zusammengefasst. 22 Klagen haben das Team Trump beziehungsweise die Republikaner eingebracht.

Gewonnen haben sie: null. Selbst der bisher einzige kleine Sieg, ein Verbot der Wertung von wenigen Stimmen in Pennsylvania, die von Wähler:innen abgegeben wurden, die sich zu spät registriert hatten, wurde vom State Supreme Court des Bundesstaates kassiert. Drei Fälle laufen noch.

Während das „Legal Team“ angeführt von Rudy Giuliani und Jenna Ellis weiter einen anscheinend aussichtslosen Kampf kämpft, werden im Weißen Haus Fakten geschaffen. In der Nacht von Sonntag auf Montag (MEZ) erklärte Emily Murphy, die Vorsitzende der Administration der General Service Administration am Amtssitz des Präsidenten, dass die Vorbereitung der Amtsübergabe an Joe Biden nun formell beginnen könne. De facto ein Eingeständnis der von Donald Trump ins Amt gebrachten Beamtin, Joe Biden nannte sie den „offensichtlichen Gewinner der US-Wahl“. Donald Trump jedoch kam nicht umhin, zu twittern, dass er seine Niederlage „niemals eingestehen“ werde. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Rod Lamkey / CNP /MediaPunch via www.imago-images.de

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