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USA

Gravierende Vorwürfe: Donald Trump hat am US-Wahlkampf offenbar hunderte Millionen Dollar verdient

  • Daniel Dillmann
    vonDaniel Dillmann
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Donald Trump scheidet zwar aus dem Amt, könnte nach der Wahl aber ein fettes Plus auf dem Konto verbuchen. Die Vorwürfe sind gravierend. 

  • Donald Trump: Hat der US-Präsident sich am Wahlkampf Millionen Dollar verdient?
  • Laut US-Medien soll Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner an der Gründung einer Briefkastenfirma beteiligt gewesen sein.
  • Trump-News: Alle Informationen und Neuigkeiten zum scheidenden US-Präsidenten gibt es auf unserer Themenseite.

Update vom Sonntag, 20.12.2020, 19.45 Uhr: War das Einrichten einer Briefkastenfirma, durch die Millionen US-Dollar aus dem Wahlkampf auf Konten der Familie Trump geflossen sind, illegal? „Es klingt problematisch“, sagte der ehemalige Staatsanwalt Glenn Kirschner dem Sender „MSNBC“. „Die Leute werden sagen: Haben sie gegen irgendein Gesetz verstoßen? Offen gesagt ist es unmöglich, diese Frage zu beantworten“, so Kirschner. Er wolle nur soviel sagen, dass die Finanzen von Kampagnen streng reglementiert seien und es steuerliche Bedingungen gebe.

Donald Trump sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert. (Archivfoto)

Donald Trump kassiert trotz Niederlage bei US-Wahl 2020 kräftig ab - Jurist fordert Untersuchung

„Wir haben keine Ahnung, ob das grundehrlich war, oder ob das nur ein Weg war, Spendengelder für sie selbst zu ergaunern. Die einzige Möglichkeit, diese Frage zu beantworten, ist eine vollständige, faire, offensive, unpolitische Ermittlung vor der Grand Jury, eröffnet vom neuen Justizministerium im Januar“, fordert der Jurist Glenn Kirschner.

Akten und Dokumente sollten gesichtet werden. „Fälle wie diese sind papier-intensiv, also werden da Dokumente sein. Und natürlich wird man auch Zeugen vernehmen. Und erst am Ende wird man sagen können: Ja, was sie getan haben, war kriminell, oder nein, was sie getan haben, war nicht kriminell, auch wenn es sehr dubios aussah“, so Kirschner. Aus seiner jahrelangen Erfahrung in der Justiz wisse er, dass auch der leiseste Anschein eines Konflikts in einem solchen Kontext aufmerksam behandelt werden müsse.

US-Präsident Donald Trump kassiert ab: Millionen Dollar aus Wahlkampf in Briefkastenfirma gesteckt

Erstmeldung vom Samstag, 19.12.2020, 07.50 Uhr: Washington D.C. – An den Wahlurnen hat US-Präsident Donald Trump gegenüber dem gewählten Präsidenten Joe Biden den Kürzeren gezogen. Dennoch hat die Familie des abgewählten Staatsoberhaupts am Wahlkampf offenbar sehr gutes Geld verdient: Die Rede ist von mehr als 700 Millionen US-Dollar. Das Geld soll mithilfe einer Briefkastenfirma aus der Wahlkampfkasse auf die Konten des Familienclans geflossen sein.

Wie einem Exklusiv-Bericht des Nachrichtenportals „Business Insider“ zu entnehmen ist, soll Jared Kushner, Schwiegersohn von Donald Trump und Ehemann von Ivanka Trump, dabei geholfen haben, eine Briefkastenfirma aufzubauen, in die mehr als die Hälfte der 1,26 Milliarden US-Dollar großen „Kriegskasse“ der Wahlkampagne von Donald Trump geflossen seien. Als Geschäftsführerin und Geschäftsführer der Firma mit dem Namen „American Made Media Consultants Corporation“ (AMMC) wurden Lara Trump und John Pence eingesetzt. Lara Trump ist die Ehefrau von Eric Trump und Schwiegertochter des amtierenden Präsidenten. John Pence hingegen ist der Neffe des Vizepräsidenten Mike Pence.

Donald Trump: Jared Kushner soll Gründer der Briefkastenfirma sein

Laut „Business Insider“ gab es innerhalb der Kampagne von Donald Trump große Vorbehalte gegenüber der Rolle des Unternehmens. Gleich mehrere hochrangige Mitarbeiter berichteten dem US-Nachrichtenportal, niemand habe gewusst, wie AMMC arbeitet oder wo das viele Geld schließlich landet. Unter dem damaligen und mittlerweile geschassten Wahlkampfmanager Brad Parscale soll sogar eine interne Untersuchung über die Machenschaften angestoßen worden sein. Die Ergebnisse der Untersuchung seien aber niemals vorgestellt worden und die Untersuchung sei unter dem neuen Wahlkampfmanager Bill Stepien schließlich in Vergessenheit geraten.

Donald Trump und das Geld aus dem Wahlkampf: „Nichts geschah ohne Jareds Zustimmung“

Die Quellen aus dem Wahlkampfteam von Donald Trump berichten lautBusiness Insider“ außerdem, dass Jared Kushner eine zentrale Rolle bei der Angelegenheit eingenommen habe. „Nichts geschah ohne Jareds Zustimmung“, so ein anonym bleibender Informant.

Auch außerhalb der Wahlkampagne von Donald Trump hat AMMC offenbar schon für Misstrauen gesorgt. Das „Campaign Legal Center“ (CLC) hatte bereits im Juli 2020 Beschwerde über die Machenschaften der AMMC bei der zuständigen Bundeswahlkommission eingereicht. CLC ist eine überparteiliche Organisation, die den illegalen Einfluss von Geld auf die Politik überwacht. Bis zu 170 Millionen US-Dollar Spendengelder für Donald Trump sollen gewaschen worden sein, so der Vorwurf des CLC.

Jared Kushner (r.) soll seinem Schwiegervater Donald Trump dabei geholfen haben, 700 Millionen US-Dollar über eine Briefkastenfirma abgezweigt zu haben.

Wahlkampagne von Donald Trump weist alle Vorwürfe von sich

Die Wahlkampagne von Donald Trump bestreitet jegliche Vorwürfe. „Lara Trump und John Pence haben ihre Funktionen im Vorstand des AMMC bereits im Oktober 2019 abgegeben“, sagte Tim Murtaugh, Kommunikationsdirektor der Kampagne Trumps für die US-Wahl 2020. Weder Lara noch John hätten für ihre Tätigkeiten im Vorfeld Geld bezogen.

Donald Trump selbst wird das Weiße Haus nach seiner Niederlage bei der US-Wahl 2020 im Januar des kommenden Jahres verlassen - „schwer bepackt mit Bargeld“, wie die US-Zeitung „New York Times“ vermeldet. Nach Informationen der Zeitung hat das Wahlkampfteam Trumps seit seiner Niederlage am 3. November eine rekordverdächtige Summe von 250 Millionen US-Dollar an Spenden eingesammelt. 60 Millionen davon sollen in ein „politisches Komitee“ geflossen seien, das für diesen Zweck gegründet wurde und über das Donald Trump selbst fast vollständige Kontrolle besitzt.

Donald Trump: Macht die Präsidentschaft ihn am Ende doch noch reich?

Kein aus dem Amt scheidender US-Präsident habe jemals über derartige Summen für politische Arbeit verfügt. Die Beschränkungen, wofür die Spendengelder ausgegeben werden, sind außerhalb des Wahlkampfs verhältnismäßig gering. Donald Trump könnte damit seine erneute Kandidatur 2024 vorbereiten, seinen juristischen Kampf gegen das Ergebnis der Wahl 2020 finanzieren oder die möglichen Kandidaturen seiner Familienmitglieder wie zum Beispiel Lara Trump finanziell unterstützen.

Auch die „New York Times“ berichtet über die Machenschaften der AMMC, die laut der Zeitung „vor allem gegründet wurde, um es der Trump-Kampagne zu ermöglichen, die Geldströme vor den Augen der Öffentlichkeit zu verbergen“. Mit ihrer Hilfe ist es Donald Trump zwar nicht gelungen, die Wahl zu gewinnen, offenbar aber zumindest, auf den letzten Metern seiner Präsidentschaft noch einmal abzukassieren. (Daniel Dillmann)

Sehr geehrte Leser*innen, in einer früheren Version dieses Artikels hatten wir geschrieben, dass Glenn Kirschner „vollständige, faire, offensive, politische Ermittlung vor der Grand Jury“ fordert. Das war ein Fehler und wir bitten, dies zu entschuldigen. Korrekt übersetzt muss es unpolitische Ermittlungen heißen.

Rubriklistenbild: © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

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