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Nach US-Wahl 2020

Fox News-Falschmeldung: Donald Trump verbreitet wirren Vorwurf - TV-Sender reagiert

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  • Luisa Ebbrecht
    Luisa Ebbrecht
  • Matthis Pechtold
    Matthis Pechtold
  • Lukas Rogalla
    Lukas Rogalla
  • Mirko Schmid

Donald Trump verbreitet eine Falschmeldung, die von „Fox News“ stammt. Der TV-Sender hat bereits darauf reagiert.

  • Donald Trump verbreitet auf Twitter eine Falschmeldung als wirren Vorwurf. Die Meldung stammt von „Fox News“.
  • Seit der verlorenen US-Wahl streitet Donald Trump mit Fox News.
  • Trump News: Alle Infos zum Präsidenten der USA.

Update vom Mittwoch, 18.11.2020, 13.45: Donald Trump hält an Fake News fest, welche der US-SenderFox News“ am Freitag (13.11.2020) widerrufen hat. Bei Fox verbreitete der konservative Moderator Tucker Carlson die falsche Behauptung, eine schon vor der US-Wahl 2020 verstorbene Person mit dem Namen „James Blalock“ habe ausweislich offizieller Dokumente an der Wahl teilgenommen.

Carlson widerrief die Behauptung bereits vergangenen Freitag (13.11.2020) und stellte klar, dass es sich bei der Person um James‘ noch lebende Ehefrau Agnes handelte, die bei der US-Wahl 2020 als Name in altmodischer Schreibweise „Mrs. James Blalock“ angab.

Tucker Carlson, Kommentator bei Fox News und Verbündeter von Donald Trump.

Donald Trump teilte den Beitrag von der Website des Senders „Fox News“ in der Nacht vom Dienstag (17.11.2020) mit dem Zitat „DEAD PEOPLE VOTED“. Dem Artikel ist eine Korrektur der unachtsam verbreiteten Falschmeldung vorangestellt. Twitter kennzeichnete Trumps Tweet mit einem Warnhinweis zum Wahrheitsgehalt der Behauptung.

Beamte des Staates Georgia, in dem Blalock gewählt hatte, weisen die Anschuldigungen von Trump laut dem Nachrichtenmedium „Huffington Post“ zurück: Es gebe keine Belege für einen Wahlbetrug im großen Stil.

Tucker Carlson und Fox News: Show werde in Zukunft noch größer

Update vom Dienstag, 17.11.2020, 15.15 Uhr: Aufgrund von Gerüchten, der rechte „Fox News“-Moderator Tucker Carlson wolle den Fernsehsender verlassen, wandte er sich am Montagabend (Ortszeit) an sein Publikum, um ihm mitzuteilen, dass er bleibt. Vielmehr arbeite das Team um Carlson daran, seine Sendung „Tucker Carlson Tonight“ noch bekannter zu machen und die „Berichterstattung und Analyse“ seiner Show noch zu erweitern.

„Diese Show geht nirgendo hin. Sie wird größer. Die Leute, die Fox News leiten, wollen mehr davon, nicht weniger, und wir sind dafür dankbar“, sagte er. Tucker Carlson hatte sich offenbar auf einen Fake-Post auf Facebook bezogen, nach dem der Moderator gesagt hätte, dass Fox News „vorbei“ sei und man nicht mehr die „gleichen Wahrheiten und Werte“ teile.

Tucker Carlson wird „Fox News“ nicht verlassen: Kein Wechsel zu Trump-Liebling „Newsmax“

Tucker Carlson gilt als einer der treusten Fürsprecher von Donald Trump. Von Fox News hatte sich der Präsident mehr und mehr abgewandt, unter anderem weil sie früh seine Niederlage bei der US-Wahl in Arizona verkündeten. Trump ruft seine Fans daher auf, von Fox News zum ultrakonservativen und „viel besseren“ Sender Newsmax zu wechseln. Einen vermeintlichen Abgang Carlsons, wie es im Fake-Post stand, wird er damit wohl auch dementiert haben. Trumps Verbündete sollen vorhaben, Anteile von Newsmax zu kaufen.

Donald Trump will Fox News „zerstören“: Verbündete wollen rechten Fernsehsender kaufen

Update vom Montag, 16.11.2020, 13.10 Uhr: Es kriselt zwischen Donald Trump und dessen früheren Lieblings-Sender Fox News. Seit einiger Zeit empfiehlt er deshalb den Sender Newsmax. Im Juli twitterte er beispielsweise, dass sich Fox News auf CNN-Niveau begebe, seine Fans sollten stattdessen Newsmax einschalten: „viel besser“.

Donald Trumps Verbündete wollen Anteile von Newsmax kaufen

Nach Angaben des Wall Street Journal suchen Verbündete von Präsident Donald Trump nach Wegen, um einen noch rechtskonservativeren Konkurrenten zu Fox News aufzubauen. Bei diesen Verbündeten soll es sich um die „Hicks Equity Partners“ handeln, einer Firma mit Verbindungen zum „Republican National Committee“, dem auch Donald Trump angehört.

Mit dem Sender Newsmax scheinen sie nun einen geeigneten Kandidaten gefunden zu haben. Demnach gab es in den letzten Monaten bereits Gespräche über den Erwerb des Senders bzw. über den Kauf von Anteilen. Insgesamt sollen 200 Millionen US-Dollar aufgewandt werden.

Fox News durch Newsmax ersetzen? Sender verbreitet Falschinformationen zur US-Wahl 2020

Newsmax wurde im Jahr 1998 gegründet, hat aber erst 2014 einen Kabelkanal erhalten. Der Sender bliebt bis vor kurzem unbemerkt, nun wird er in den USA immer bekannter. Expert:innen beschreiben den Fernsehsender als ultrakonservative und rechts. Während Fox News nicht auf Donald Trumps Lüge über einen angeblichen Wahlbetrug bei der US-Wahl 2020 aufgesprungen ist, hat Newsmax die falschen Informationen weiter verbreitet. Ein Interview mit Sarah Palin über die Memoiren von Barack Obama schlug zuletzt hohe Wellen.

Donald Trump gegen Fox News: Moderator entschuldigt sich bei Publikum

Update vom Sonntag, 15.11.2020, 8.05 Uhr: Die US-Wahl ist längst entschieden, doch nach wie vor gestehen weder Donald Trump noch seine verbliebenen Verbündeten die Niederlage des amtierenden US-Präsidenten ein. Das gilt sowohl für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „Million Maga March“ in Washington D.C. als auch für etliche Kommentatoren auf Fox News.

Zu denen gehört Tucker Carlson. Der rechtsgerichtete Moderator auf Fox News gilt neben Sean Hannity und Laura Ingraham als einer der stärksten Fürsprecher des abgewählten Präsidenten. In seiner Show „Tucker Carlson Tonight“ beschäftigte er sich mit Vorwürfen des Betrugs bei der US-Wahl. Laut Carlson gebe es Beweise dafür, dass tausende toter Menschen trotz ihres Ablebens einen Wahlzettel abgegeben und für Joe Biden gestimmt hätten. Um die Sache für seiner Zuhörerschaft greifbarer zu machen, erzählt Carlson ihnen die Geschichte von zwei dieser Menschen, die auch nach ihrem Tod noch wählen waren.

Donald Trump und Tucker Carlson berichten von Wahlfälschung

Das Problem dabei ist nur: Die Geschichte stimmt genauso wenig wie der Vorwurf der Republikaner, es habe massiven Wahlbetrug durch tote Menschen auf Wahllisten gegeben. Carlson selbst musste das eingestehen und entschuldigte sich bei seinem Publikum für die Falschmeldung. Eine Frau hatte in sehr altmodischer Manier unter dem Titel Mrs. James Blake gewählt. Weil bei den Wahllisten Titel wie Mr. und Mrs. aber nicht erwähnt werden, dachte Carlson, ihr verstorbener Ehemann habe gewählt. Den Vorwurf des Betrugs zog der Moderator auf Fox News aber mitnichten zurück, bestätigte ihn vielmehr.

Laut der Kampagne von Donald Trump waren insgesamt 14.000 tote Menschen bei der US-Wahl als Wähler:innen registriert. Bislang konnten diese Vorwürfe aber nicht bestätigt werden. Ganz im Gegenteil: Der US-Nachrichtensender CNN hatte unlängst eine Liste von 50 angeblich verstorbenen Personen überprüft und keine einzige illegale Stimmabgabe festgestellt.

Sender Fox News wendet sich von Donald Trump ab - Sean Hannity bleibt ihm treu

Update vom Samstag, 14.11.2020, 08:20 Uhr: Während vor allem die Nachrichtensparte des US-Senders Fox News sich zunehmend von Donald Trump distanziert, scheint die Meinungssparte auch nach dessen Niederlage bei der US-Wahl loyal zum abgewählten Präsidenten zu stehen. Allen voran Sean Hannity.

Der Kommentator gilt als enger Freund von Donald Trump, der sich in der Vergangenheit regelmäßig per Telefon live aus dem Weißen Haus in der Sendung Hannitys zu Wort gemeldet hatte. Diesmal rief Donald Trump nicht an, dafür twitterte er nach der Sendung eine ganze Reihe an Ausschnitten aus der Sendung.

Sean Hannity unterstützt Donald Trump bei Fox News

In einem wiederholte Sean Hannity den Vorwurf, den auch der bereits von Fox News geschasste Kommentator John Solomon erhoben hatte: Eine Software namens Dominion habe die Stimmen der US-Wahl fehlerhaft gezählt und so den Sieg von Joe Biden in Bundesstaaten wie Michigan überhaupt erst ermöglicht. Dominion hat einen menschlichen Fehler in einem Bezirk Michigans bereits eingestanden, allerdings ausgeschlossen, dass sich dieser in anderen Bundesstaaten wiederholen könne. Die fehlerhaft gezählten Stimmen werden per Hand nachgezählt. Dass sich am Endergebnis dadurch etwas ändert, glaubt niemand. Donald Trump reicht der Fehler aber aus, um Michigan für sich zu beanspruchen.

Update vom Freitag, 13.11.2020, 14.54 Uhr: Der US-Sender Fox News hat sich Medienberichten zufolge von einem Trump-freundlichen Kommentator getrennt. Das bestätigte ein Fox-Sprecher dem Portal „Daily Beast“. John Solomon, der auch unter anderem auf seinen Social-Media-Kanälen eigene, oftmals rechtsgerichtete Inhalte und Verschwörungstheorien verbreitet, wurde auf Fox News zuletzt am 14. Oktober als Mitarbeiter bezeichnet. Danach erschien er noch in Sendungen, wurde aber lediglich als Chefredakteur seiner Nachrichtenseite „Just the News“ oder als Autor des Buchs „Fallout“ genannt, wie das Portal „MSN“ berichtet.

In seinem Twitter-Profil erwähnt Solomon Fox News nicht, obwohl er andere aktuelle Aktivitäten und ehemalige Arbeitgeber wie die „Washington Post“ aufführt. Solomon hat in der Vergangenheit Preise für seinen investigativen Journalismus gewonnen, fiel allerdings auch durch Skandale und kontroverse Inhalte auf. So hatte er etwa verbreitet, dass Joe Biden und dessen Sohn Hunter in Machenschaften in der Ukraine verwickelt gewesen sein sollen. Auf seiner Nachrichtenseite „Just the News“ berichtet John Solomon weiter wie gewohnt Trump-freundlich.

Donald Trump will den Sender Fox News „zerstören“ - er plant ein eigenes Medienimperium

Update von Donnerstag, 12.11.2020, 17:48 Uhr: Donald Trump schießt weiter gegen Fox News. In einem kürzlich abgesetzten Tweet spielt der abgewählte Präsident auf eines seiner Lieblingsthemen an: Quoten. Die nämlich seien tagsüber bei Fox „zusammengebrochen.“ Am Wochenende noch „schlimmer“, schreibt Trump in Versalien. Dies sei „sehr schade“, allerdings habe Fox gemäß des scheidenden Präsidenten „vergessen, was sie erfolgreich gemacht hat.“

„Sie haben die goldene Gans vergessen“, spielt Donald Trump darauf an, dass das Zusammenspiel mit ihm dem Kabelsender immer gute Quoten gebracht habe. Er benennt den in seinen Augen „größten“ Unterschied zwischen der für ihn siegreichen Präsidentschaftswahl 2016 und seiner Niederlage in diesem Jahr gegen Joe Biden: „Fox News!“

Erstmeldung von Donnerstag, 12.11.2020, 16:26 Uhr: Washington D.C. – Es wäre eine kleine Revolution: Donald Trump soll Vertrauten gegenüber seinen Willen geäußert haben, ein eigenes, zunächst digitales Medienimperium an den Start zu bringen. Er wolle Fox News „zerstören“, indem er den rechts-konservativen Nachrichtensender per eigener Berichterstattung untergräbt. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Trump hatte sich zuletzt sowohl im inneren Kreis als auch per Twitter bitter darüber beschwert, dass Fox News (im Gegensatz zum deutlich Trump-kritischeren Nachrichtensender CNN) den Sieg im Bundesstaat Arizona frühzeitig dem gewählten Präsidenten Joe Biden zugeschrieben hatte.

Donald Trump und Fox News entfremden sich weiter: Präsident will eigenen Nachrichtenkanal

Fox News, das zwar einerseits die von Donald Trump in die Welt gesetzten Vorwürfe des Wahlbetrugs fleißig ventiliert, bezeichnet Joe Biden andererseits bereits als „gewählten Präsidenten“ und hat den Demokraten nicht nur zum Sieger in Arizona, sondern auch zum Sieger der Präsidentschaftswahl 2020 erklärt. Trump, der schon vor der Wahl seinen Unmut mit der Berichterstattung von Fox News zum Ausdruck gebracht hatte, empfindet dies als direkten Angriff auf seine eigene Sicht:

Donald Trump plant offenbar „Fox News“ zu „zerstören“. (Archivfoto)

Für Donald Trump ist Donald Trump der wahre Wahlsieger und nur ein breitflächiger Betrug verhindere, dass er eine zweite Amtszeit im Weißen Haus antreten kann. Trump erkennt Joe Biden – im Gegensatz zu Fox News – deswegen nicht als Sieger der US-Wahl 2020 an und geht juristisch gegen die Ergebnisse in zahlreichen Bundesstaaten wie Pennsylvania und Michigan vor.

Angebot für Fans von Donald Trump soll kostenpflichtig sein und Fox News ablösen

Donald Trump plant laut Informationen der Nachrichtenseite „Axios“ von internen Quellen aus dem Weißen Haus einen digitalen Nachrichtensender. Das ursprüngliche Vorhaben, einen Kabelsender im TV der USA zu starten, habe der amtierende Präsident zunächst verworfen, weil der Aufbau und Betrieb eines solchen Senders zu zeitaufwändig und teuer sei. Der aktuelle Plan sieht nun vor, den treuen Trump-Fans für die Nutzung des digitalen Trump-TV eine Gebühr zu berechnen.

Damit möchte Donald Trump Fox News, das ihm zuletzt „zu viele Demokraten“ interviewt habe, ablösen. Die Abonnent:innen des digitalen Fox-Kanals zahlen derzeit 5,99 US-Dollar, 85 Prozent der Probeabos wechseln nach Ablauf der kostenlosen Testphase in das Bezahlangebot. Dieses Reservoir will der Republikaner nun wohl abschöpfen. Eine Hilfe sei ihm laut „Axios“ dabei seine als riesig vermutete Datenbank aus E-Mail-Adressen und Handynummern, die er während seiner Wahlkämpfe und seiner Präsidentschaft gesammelt habe.

Demonstration für Donald Trump vor Fox News-Büro bleibt weniger gut besucht

Lachlan Murdoch, CEO der Fox Corp und Sohn des mächtigen australischen Medienmoguls und Fox News-Besitzers Ruppert Murdoch, fürchtet demnach den Angriff von Donald Trump nicht und erklärt: „Wir lieben den Wettbewerb. Wir haben immer mit dem Wettbewerb Erfolg gehabt.“ Trump selbst scheint der Wettbewerb ebenfalls zu reizen – „Trump wird viel Zeit damit verbringen, Fox zu schlagen“, verrät die Quelle aus dem Weißen Haus.

Am Mittwoch (11.11.2020) wirkte es jedoch noch nicht so, als ob Trumps Angriff auf Fox News umgehend zum Erfolg werden könnte. Ed Martin, ein glühender Anhänger von Donald Trump und mit seinem Idol darin verbunden, die Nachrichtenklage des ehemaligen Lieblingssenders des abgewählten Präsidenten nicht mehr gutzuheißen, rief zur „Stop the Steal“-Demonstration vor dem Hauptstadtbüro von Fox News in Washington D.C. auf. Seinem Aufruf folgten mehr als ein halbes Dutzend Trump-Fans: Insgesamt wurden acht Teilnehmer:innen gezählt. Darunter ein Kind. (Mirko Schmid, Matthias Pechtold, Lukas Rogalla)

Rubriklistenbild: © Evan Vucci/dpa

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