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US-Präsident

Donald Trump beansprucht Nobelpreis: Dubioses Twitter-Video kursiert

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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In einem Video auf Twitter inszeniert sich Donald Trump als Patriot, Friedensbringer. Und als Nobelpreisträger. Die Auszeichnung erhielt er jedoch nie.

  • Donald Trump feiert sich mit einem Video auf Twitter selbst.
  • Der US-Präsident bringt sich in Verbindung mit dem Nobelpreis.
  • Trump News: Alle Neuigkeiten zum scheidenden Präsidenten der USA im Überblick.

Update vom Sonntag, 03.01.2021, 09.00 Uhr: Der Kurznachrichtendienst Twitter hat das Video von Donald Trump, in dem sich der US-Präsident mit dem Friedensnobelpreis in Verbindung bringt, offenbar gelöscht. „Dieser Tweet von @realdonaldtrump wird als Reaktion auf eine Meldung des Urheberrechtsinhabers einbehalten“, heißt es an der Stelle, an der das Video zu finden war. Twitter reagiert laut eigenen Richtlinien „in diesem Rahmen auf Meldungen von mutmaßlichen Verletzungen des Urheberrechts“.

US-Präsident beansprucht den Nobelpreis für sich. Zudem stellt er sich als Friedensbringer dar. Twitter reagiert darauf mit einer rigorosen Maßnahme. (Archivfoto)

Nicht nur Trumps Verbindung mit dem Friedensnobelpreis ist also fraglich, sondern auch das Urheberrecht des patriotischen Videos, in dem der noch amtierende Präsident sich und seinen Verdienst für die USA feierte.

Donald Trump: US-Präsident feiert sich selbst - und beansprucht offenbar den Nobelpreis

Erstmeldung vom Dienstag, 29.12.2020, 14.33 Uhr: Washington D.C. – Donald Trump irritiert mal wieder auf dem Kurznachrichtendienest Twitter: Triumphierend blickt Donald Trump noch einmal auf seine Amtszeit zurück - in einem Video, das der US-Präsident am Montagabend (28.12.2020) auf Twitter gepostet hat, wird sein Name mit bestimmten Werten in Verbindung gebracht – und mit einer Auszeichnung, die ihm nie verliehen wurde.

Donald Trump steht für Amerika, amerikanische Jobs, Freiheit, amerikanisches Recht, militärische Macht, Frieden, Recht und Ordnung sowie die Flagge. „He’s what’s for America“ –„ihn gibt es für Amerika“, heißt es zum Schluss des Zusammenschnitts von visuellen Highlights seiner Präsidentschaft, in dem sich Trump als Bürgerrechtler, Friedensbringer und Patriot inszeniert. Das Video und der Slogan am Ende spielen auf einen Werbespot für Rindfleisch aus den 1990er-Jahren an, der mit „Beef: It’s what’s for Dinner“ endet, was in etwa „Rindfleisch: Das gibt es zum Abendessen“ bedeutet. Sogar die Musik ist dieselbe.

USA: Donald Trump beansprucht den Nobelpreis

Eine Szene des Videos macht besonders stutzig. Als es heißt, dass der US-Präsident für Frieden steht, werden zwei Aufnahmen am Weißen Haus gezeigt, auf denen Donald Trump, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sowie die Außenminister von Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu sehen sind. Eine „historische“ Annäherung, wie Trump im September sagte, zwischen verfeindeten Staaten, bei der diplomatische Beziehungen aufgenommen wurden. Unten rechts im Bild wird die Medaille des prestigeträchtigen Nobelpreises eingeblendet. Diesen hat Donald Trump allerdings niemals erhalten.

Donald Trump blickt auf seine Amtszeit zurück. Hier mit Vertretern aus Israel, Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten und einem Nobelpreis – den er jedoch nie erhielt.

US-Präsident feiert sich selbst - Donald Trump glaubt, den Nobelpreis zu verdienen

Nicht zum ersten Mal bringt sich der US-Präsident mit der Auszeichnung in Verbindung. So wurde Donald Trump zwar für den Nobelpreis in der Kategorie Frieden nominiert, allerdings sind die Hürden, jemanden vorzuschlagen, sehr niedrig. Trump war im Jahr 2020 einer von 318 Kandidat:innen, darunter 211 Personen und 107 Organisationen. Wegen vermeintlich mangelnder Berichterstattung über seine Nominierung für den Nobelpreis ließ er sich bei Wahlkampfauftritten über die „Fake-News“-Medien aus: „Sie erwähnten es in der ganzen Sendung nicht“, sagte er etwa im September in Ohio. „Ich wurde für den Friedensnobelpreis nominiert – und sie berichteten nicht darüber.“ Bei Ex-Präsident Barack Obama, der den Nobelpreis gewann, sei es „die größte Geschichte“, die er jemals gesehen habe.

Vergangenes Jahr hatte Donald Trump gesagt, dass er den Nobelpreis für „viele Dinge“ bekommen würde – „wenn man ihn nur fair vergeben würde, was nicht der Fall ist“. Preise zu beanspruchen scheint genau das Ding von Donald Trump zu sein. Bei einem Auftritt in Michigan feierte sich der US-Präsident als „Mann des Jahres“ im Bundesstaat – eine Auszeichnung, die überhaupt nicht existiert, er aber glaubt, „vor zwölf Jahren oder so“ erhalten zu haben.

Auch aufgrund seiner angeblichen Verdienste für die „großartige kubanische Bevölkerung“ der USA bildete sich Trump ein, den „Schweinebucht-Preis“ gewonnen zu haben. Entgegen seiner Behauptungen hat Donald Trump auch nie eine Medaille der afroamerikanischen Bürgerrechtsgruppe NAACP erhalten. Kürzlich äußerte der US-Präsident den Wunsch, dass ein Flughafen oder Flugzeugträger nach ihm benannt werden solle. (Lukas Rogalla)

Rubriklistenbild: © Paul Hennessy/dpa

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