„Öffnet die Schulen!“

Corona-Infektion von Barron Trump: Donald Trump macht Politik mit der Krankheit des Sohnes

  • vonMirko Schmid
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Nachdem Melania Trump von der Corona-Erkrankung ihres Sohnes Barron berichtet hatte, versucht Donald Trump jetzt, daraus im Wahlkampf Kapital zu schlagen.

  • Melania Trump, Ehefrau von Donald Trump und First Lady der USA, ist laut eigener Aussage vom Coronavirus geheilt.
  • Auch der jüngste Sohn der Trumps, Barron Trump, sei mit Corona infiziert gewesen.
  • Auf unserer Themenseite Trump News finden Sie alle Nachrichten und Infos rund um den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. 

Update vom Donnerstag, 22.10.2020, 21:20 Uhr: In einem Interview, das Donald Trump mit dem Format60 Minutes“ des US-Fernsehsender CBS geführt hatte, ging der US-Präsident erneut auf die Infektion seines jüngsten Sohnes Barron Trump mit dem Coronavirus ein. „Barron hatte es und ihm geht es wieder sehr gut“, sagte Trump auf eine Frage der Moderatorin Lesley Stahl - und nutzte diesen Umstand, um für eine schnelle Wiedereröffnung des Landes zu werben.

Update vom Dienstag, 20.10.2020, 20:17 Uhr: Melanie Trump, Ehefrau des US-Präsidenten Donald Trump, wird ihren Mann heute Abend nicht als Sprecherin nach Pennsylvania begleiten. „Frau Trump fühlt sich nach ihrer Genesung von COVID-19 weiterhin jeden Tag besser, aber mit einem anhaltenden Husten und aus reichlich Vorsicht wird sie heute nicht reisen“, heißt es auf Twitter.

Update vom Donnerstag, 15.10.2020, 16:09 Uhr: Donald Trump nutzt die Corona-Infektion seines Sohnes Barron, um für die Wiedereröffnung der Schulen in den USA zu werben: „Barron wurde positiv getestet, innerhalb von zwei Sekunden ging es ihm wieder gut. Jetzt ist er negativ getestet, oder?“ 

Erneut spielt Trump die Gefahren durch das Coronavirus herunter und sagt: „Die Leute haben es und es geht trotzdem. Bringt die Kinder zurück zur Schule, wir müssen die Kinder wieder zur Schule bringen.“

Donald Trump will die Corona-Infektion seines Sohnes Barron politisch ausnutzen, um Schulen wieder zu öffnen

Was Präsident Donald Trump nicht erwähnt: Laut Angaben des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) sind zwischen März und Ende September mehr als 277.000 Kinder im Alter von 5 bis 17 Jahren positiv auf Corona getestet worden, ein deutlicher Anstieg fiel mit der Wiedereröffnung der Schulen zusammen. Das CDC meldet bisher 51 Todesfälle von Kindern im schulpflichtigen Alter in den USA.

Erstmeldung vom Donnerstag, 15.10.2020, 09:44 Uhr: USA - Melania Trump ist wieder gesund und munter. Das schreibt die First Lady der USA in einem Aufsatz auf der Webseite des Weißen Hauses. Überschrieben ist Melania Trumps Essay mit „Meine persönliche Erfahrung mit COVID-19“. Zwei Wochen sei es her, dass sie und ihr Ehemann Donald Trump die Diagnose erhalten hätten, die „so viele Amerikaner in unserem Land und auf der Ganzen Welt“ vor den Trumps ereilt habe.

Melania Trumps Gedanken seien die ganze Zeit bei Sohn Barron gewesen

Ihr Gedanken gingen, so Melania Trump, „natürlich direkt an unseren Sohn“. Zur großen Erleichterung von Melania und Ehemann Donald Trump sei Barron Trump, der jüngste Sohn der Trumps, zunächst negativ getestet worden. Ihre Angst vor einer Infektion ihres 14-jährigen Sohnes sei dadurch aber nicht weniger geworden und sie sei in ihrer Angst bestätigt worden, als er dann erneut getestet worden sei und das Ergebnis positiv ausfiel.

Zum Glück sei Barron Trump ein „starker Teenager“ und habe keine Symptome gezeigt. Melania Trump sei jedoch froh, dass sie, Donald und Barron die Corona-Erkrankung gleichzeitig „durchgemacht“ hätten, sodass sich alle „umeinander kümmern und Zeit miteinander verbringen“ konnten. Inzwischen sei auch Barron negativ getestet worden.

Melania Trump: „Ich hatte alle Symptome gleichzeitig“

Sie selbst habe großes Glück gehabt, dass sie nur minimale Symptome aufwies, schreibt die First Lady, obwohl sie alle Symptome gleichzeitig getroffen hätten. Melania Trump habe Kopfschmerzen, Husten und Gliederschmerzen gehabt und sei die gesamte Zeit über sehr müde gewesen. Im Gegensatz zu ihrem Mann habe sie sich allerdings für Vitamine und gesunde Ernährung, statt für einen Medikamentencocktail entschieden.

Melania Trump verliert keine Silbe über das Tragen von Masken oder die Einhaltung von Abstandsregeln. Stattdessen ermutige sie „alle, weiterhin das gesündeste Leben“ zu führen. Dazu gehörten frische Luft, eine ausgewogene Ernährung und Vitamine. Es sei sehr ungewohnt gewesen, selbst Patient zu sein, statt anderen Mut zuzusprechen.

Melania Trump trug wie Donald Trump wochenlang keine Maske, obwohl sie um deren Nutzen wusste

Die First Lady hatte den Nutzen der Maske, wie auf den „Melania Tapes“ dokumentiert, schon erkannt, als Donald Trump noch behauptete, die Maske habe keinerlei Nutzen. Dennoch trat sie immer wieder ohne Maske öffentlich auf. So zum Beispiel vor Publikum im Rosengarten des Weißen Hauses anlässlich der Nominierung ihres Mannes als Kandidat im Präsidentschaftsrennen gegen Joe Biden.

Donald Trump setzt natürlich noch einen drauf. Sein mit dem Coronavirus infizierter Sohn Barron sei nicht nur „schön“, sondern auch „frei“, sagte der Präsident während einer Wahlkampfveranstaltung in Iowa am Mittwoch (14.10.2020). Er habe das Virus nur eine „ganz kurze Zeit lang“ gehabt und wahrscheinlich, so vermutet Trump, nicht einmal gemerkt, dass er mit COVID-19 infiziert gewesen war. Schließlich sei er jung und junge Leute hätten ein starkes Immunsystem. Zumindest 99,9 Prozent, sagt Trump.

Donald Trump: Er hat Corona besiegt und ist stark, alle anderen sind schwach

Er selbst sei inzwischen immun, sagt Donald Trump. Es sei also gar kein Problem, nur wenige Tage nach dem bekanntwerden seiner Infektion mit dem Coronavirus wieder vor (größtenteils nicht mit einer Maske geschützten und Abstandsregeln missachtenden) Massen seiner Anhänger aufzutreten. Wenig Empathie zeigt Trump damit für diejenigen in den USA, die aufgrund einer Corona-Infektion um ihr Leben kämpfen mussten und mit den Familien, die Trauerfälle im Zuge der Pandemie zu beklagen haben.

Vielmehr stellt Trump diejenigen implizit immer wieder als schwach dar, die einen weniger glimpflichen Verlauf ihrer Infektion mit dem Coronavirus hinnehmen mussten oder sich - wie Joe Biden - angemessen davor schützen. (Von Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © ALASTAIR PIKE/afp

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