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Im Weißen Haus

US-Präsident Donald Trump verlor in der Wahlnacht die Beherrschung: „Was zur Hölle?“

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Donald Trump soll in der Wahlnacht die Fassung verloren haben - an was das wohl lag.

  • Im Zuge der US-Wahl wurde Joe Biden von Fox News früh zum Sieger in Arizona erklärt.
  • Donald Trump soll in der Wahlnacht völlig die Beherrschung verloren haben.
  • Trump News: Alle Nachrichten zum 45. Präsidenten der USA finden Sie hier im Überblick.

Update vom 01.12.2020, 10.16 Uhr: Nach einer Reihe anderer umkämpfter Bundesstaaten kommt nun auch aus Arizona und Wisconsin die offizielle Bestätigung von Joe Bidens Wahlsieg.

Wie die Nachrichtenagentur „AFP“ berichtet, hat die Wahlleiterin Katie Hobbs am Montag (30.11.2020) in Arizona das Wahlergebnis zugunsten des Demokraten Joe Biden zertifiziert. Anschließend habe auch der konservative Gouverneur Doug Ducey die entsprechenden Dokumente unterzeichnet. Ebenfalls in Wisconsin zertifizierte kurz darauf der demokratische Gouverneur Tony Evers das Wahlergebnis.

Donald Trump will weiterhin seine Niederlage bei der US-Wahl 2020 nicht akzeptieren. (Archivfoto)

Der amtierende Amtsinhaber Donald Trump reagierte wenig erfreut auf die Nachrichten aus Arizona und Wisconsin. Auf Twitter griff Trump den Republikaner Ducey direkt an. „Warum überstürzt er es, einen Demokraten ins Amt zu bringen?“, schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst. In verschärftem Ton folgte zudem eine indirekte Drohung in Richtung des Gouverneurs von Arizona. „Was ist los mit Doug Ducey? Die Republikaner werden sich lange daran erinnern!“, endete Trumps Reaktion auf eine weitere Niederlage in seinem Kampf um das Ergebnis der US-Wahl 2020.

Ergebnis der US-Wahl 2020: Donald Trump kämpft seit Wochen gegen seine Niederlage an

Update vom 30.11.2020, 13.19 Uhr: Seit nunmehr fast vier Wochen kämpft Donald Trump gegen das Ergebnis der US-Wahl 2020 an, das seiner Meinung nach auf einem Fundament aus Wahlbetrug steht. Als in der Wahlnacht die Zahl der Staaten stieg, die der Demokrat Joe Biden gewonnen hatte, versuchte Trump offenbar noch, sich selbst gut zuzureden.

Einem Berater zufolge habe er die ganze Zeit „Ich habe gewonnen. Ich habe gewonnen. Ich habe gewonnen“ gemurmelt - „wie der wahnsinnige König Georg“, verglich der Berater in einem Interview mit der „Washington Post“. Georg III. regierte im 18. und 19. Jahrhundert in Großbritannien und entwickelte währenddessen eine Geisteskrankheit, die es ihm schlussendlich unmöglich machte, die Amtsgeschäfte weiterzuführen. Er soll unter anderem oftmals mehrere Tage am Stück ununterbrochen geredet haben.

Ob Donald Trump mittlerweile realisiert oder sich gar eingesteht, dass er die US-Wahl 2020 an den Demokraten Joe Biden verloren hat, ist fragwürdig. Allerdings hat er einer weiteren Person zufolge, die in der „Washington Post“ anonym über die Wahlnacht spricht, über Thanksgiving mehrere seiner Berater angerufen und sie gefragt, ob sie denken, dass er die Wahl wirklich verloren habe. Doch das sei der Tatsache geschuldet, dass Trump noch immer dabei sei, sich mit der Niederlage zu arrangieren.

US-Wahl: Berater erzählt von Donald Trumps Ausraster in der US-Wahlnacht

Erstmeldung vom 29.11.2020, 16.16 Uhr: Washington, D.C. - Drei Wochen, nachdem Medien Joe Biden zum Sieger der US-Wahl kürten, muss sich Donald Trump langsam mit dem Ergebnis abfinden. Im Vorfeld der Wahl hatte sich Trump durchgehend siegessicher gezeigt. Zwar war sich der US-Präsident über die Möglichkeit einer Niederlage bewusst, allerdings ging er mit dieser Idee eher scherzhaft um: „Oh, wäre es nicht peinlich, gegen diesen Typen zu verlieren?“, soll er mehrfach über Biden gesagt haben.

Mit dem Eintreffen von wichtigen Resultaten in der Wahlnacht verlor Donald Trump allerdings völlig die Fassung. Ein Bericht der „Washington Post“ zeichnet ein detailliertes Bild der Wahlparty im Weißen Haus - und, wie sich Trumps Gemütszustand entwickelte.

US-Wahl 2020: Donald Trump ist wütend und schreit alle an

Demnach sollen Donald Trump, sein Schwiegersohn Jared Kushner, weitere Berater, sowie Kampagnenleiter Bill Stepien die eintreffenden Resultate in einem provisorisch eingerichteten Raum mit Monitoren verfolgt haben. Früh am Abend glaubten sie, dass sie Zeugen einer Wiederholung von 2016 werden, als Trump trotz eines Rückstands in den Umfragen einen wichtigen Staat nach dem anderen für sich entschied. Dann kam die Prognose von Fox News. Vor allen anderen US-Medien erklärte der konservative - und eigentlich zu Trump loyale - Fernsehsender Joe Biden zum Sieger in Arizona. Ein Staat, den kein Demokrat seit 1996 gewinnen konnte.

„Er hat alle angeschrien“, wird ein Regierungsbeamter zitiert. „Er meinte: ‚Was zur Hölle? Wir sollten Arizona gewinnen. Was ist los?‘“ Donald Trump soll Jared Kushner aufgefordert haben, Fox News-Eigentümer Rupert Murdoch anzurufen und den Sender davon zu überzeugen, die Prognose zurückzuziehen. Der Versuch blieb allerdings erfolglos.

Nach US-Wahl 2020 - Donald Trump auch auf Sender Fox News wütend

Donald Trump und seine Berater sollen vor Wut regelrecht gekocht haben. Ihr Plan, früh in der Nacht den Wahlsieg zu erklären, wurde somit untergraben, was den US-Präsidenten dennoch nicht davon abhielt. Stattdessen verwies er auf vermeintlichen Wahlbetrug. Trumps Vorsprung in wichtigen Staaten schrumpfte vor sich hin, bis Joe Biden ihn überholte. Tage später erklärte „CNN“ den Demokraten zum Sieger und nächsten US-Präsidenten. Donald Trump witterte eine Verschwörung. In den folgenden Wochen versuchte er, die Resultate gerichtlich anzufechten.

„Man muss Trumps Psyche verstehen“, erzählte sein ehemaliger Verbündeter und Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci der Washington Post. „Die klassischen Symptome eines Außenseiters sind, dass es eine Verschwörung geben muss. Es sind nicht meine Defizite, sondern Intrigen gegen mich. Deshalb ist er für diese Verschwörungstheorien so anfällig.“ Eine solche Intrige sah Donald Trump beispielsweise seitens Fox News.

Erst am Samstag (28.11.2020) schrieb der US-Präsident auf Twitter, dass der Sender „nicht anzuschauen“ sei (‚unwatchable‘) und riet seinen Fans dazu, eher bei „One America News“ oder „Newsmax“ einzuschalten. Kurz darauf trat er allerdings selber bei Fox News für ein Interview auf. (Lukas Rogalla)

Rubriklistenbild: © Mandel Ngan/AFP

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