Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Im Interview mit Donald Trump

Joe Biden „in einem Keller“ - Fox News-Moderatorin fällt mit schmutzigem Trick auf

  • vonMirko Schmid
    schließen

US-Präsident Donald Trump kann sich nach zuletzt einigen Spannungen der Unterstützung durch seinen einstigen „Haussender“ Fox News sicher sein.

  • Donald Trump und sein ehemaliger „Haussender“ Fox News lagen zuletzt noch im Clinch.
  • Im Rahmen eines Interviews auf Fox News erhält Trump jetzt viel Zuspruch der Moderatoren.
  • Alle Hintergrundinformationen und Neuigkeiten zum 45. Präsidenten der USA finden Sie in den Trump News.

Washington D.C. - Donald Trump rückt nicht von seinen Verschwörungstheorien des „Wahlbetrugs“ ab - sein aktuellstes Interview im Programm von Fox News weist allerdings auf einen Stimmungsumschwung des Wahlverlierers hin. Denn anders als in der Vergangenheit weicht seine trotzige Selbstgewissheit einer Art resignierter Frustration.

Joe Biden, der designierte Präsident der USA. (Archivfoto)

Donald Trump bei Fox News: US-Präsident mach seiner Enttäuschung Luft

Donald Trump, so die Rezensionen in den US-Medien, wird langsam bewusst, dass er den Kampf verloren hat. Die Ereignisse der letzten Tage weisen nicht im Entferntesten darauf hin, dass Trump noch eine Handhabe dagegen haben könnte, dass Joe Biden am 20. Januar in das Amt des US-Präsidenten eingeführt wird. Zu viel ist passiert: Trumps krachende, einstimmige Niederlage vor dem Supreme Court, die Zertifizierung des Wahlergebnisses durch alle Bundesstaaten, die Wahl der Wahlleute für das Electoral College.

Am Montag (14.12.2020) kamen die Wahlleute in den einzelnen Bundesstaaten zusammen, um ihren Kandidaten zu wählen, anschließend wurden die Ergebnisse an den Kongress verschickt. Auch wenn Donald Trump seiner Abwahl durch eine eigene Wahlleute-Liste entgegenwirken wollte, muss er nun akzeptieren, dass die US-Wahlleute Joe Biden als gewählten Präsidenten bestätigt haben.

In einem Exklusivinterview mit Fox News-Moderatorin Rachel Campos-Duffy machte Trump seiner Enttäuschung über die aktuelle Situation bereits vor dem „Electoral College“ Luft.

Donald Trump lästert über den Supreme Court und die regionalen Gerichte

Zunächst zog Donald Trump über die vielen Gerichte her, die seiner juristischen „Strike Force“ um Rudy Giuliani und Jenna Ellis eine herbe Niederlage nach der anderen beigebracht hatten. Trump befand, die Gerichte hätten keinen „Mut“ gezeigt, die Ergebnisse der Wahl zu seinen Gunsten zu drehen. Während Campos-Duffy ihm beipflichtete und sagte, dass die Wahlen „manipuliert und unzulässig“ gewesen sein sollen, nahm ihr Kollege und Gastgeber der Sendung „Fox and Friends“ Brian Kilmeade Giuliani und Co. in die Pflicht: „Ihre Jungs haben es nicht geschafft, die Vorwürfe vor Gericht zu beweisen.“

Donald Trump wollte das nicht gelten lassen: „Kein Richter, einschließlich des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten, hat zugelassen, dass unsere Beweise angehört werden.“ Eine Falschaussage, hatten sich doch diverse Gerichte inhaltlich mit den Vorwürfen und angeblichen Beweisen des Trump-Lagers befasst und waren allesamt zu dem Ergebnis gekommen, dass die Richtigkeit der Anschuldigungen nicht zu beweisen sei. Trump weiter: „Der Supreme Court - alles, was sie getan haben ist zu sagen, wir hätten kein Standing. Sie haben damit gesagt, dass der Präsident der USA und großartige Staaten wie Texas kein Ansehen haben. Sie haben sich die Beweise nicht einmal angeschaut.

Donald Trump macht Joe Biden für das „gespaltene Land“ verantwortlich

Anschließend ließ Donald Trump wissen, dass er sich darum „sorge“, dass die USA mit der Amtseinführung von Joe Biden ein „geteiltes Land“ werden würden, weil viele Menschen Joe Biden nicht als US-Präsident akzeptieren würden. Dass dies daran liegen könnte, dass er selbst mit seinen Verschwörungstheorien und der Weigerung, den Wahlsieg Bidens zu akzeptieren, zu ebenjener Spaltung beigetragen hatte, ist ein Gedanke, der in der Welt des abgewählten Präsidenten keinen Platz hat. In seinem Eifer gegen seine Wahlniederlage hatte der Präsident kein Wort dafür übrig, dass seine Anhängerschaft in Washington D.C. auf Gegendemonstranten einprügelte - wie zum Beispiel die „Proud Boys“, die auch vor tätlicher Gewalt gegen Frauen nicht zurückschrecken, wie ein auf Twitter veröffentlichtes Video zeigt.

Noch vor Wochen hatte Donald Trump die Proteste gegen Polizeigewalt gegen Schwarze der „Black Lives Matter“-Bewegung für „Chaos“ in den Großstädten der USA verantwortlich gemacht. Eine Verurteilung der durch seine erboste Anhängerschaft ausgelösten chaosartigen Zustände in der US-Hauptstadt kam ihm hingegen nicht über die Lippen.

Stattdessen versuchte Trump die Stimmung gegen Joe Biden im Interview weiter anzuheizen, als er sagte: „Wir bekommen einen Präsidenten, der verloren und schwer verloren hat. Das war keine knappe Wahl. Schauen Sie nach Georgia, dort haben wir groß gewonnen, wir haben Pennsylvania massiv gewonnen. Wir haben Wisconsin groß gewonnen. Wir haben groß gewonnen, in all diesen Staaten.“ Tatsächlich hat Trump in all diesen Staaten verloren - teilweise mit großem Abstand.

Fox News-Moderatorin springt ihm bei: „Ich fühle für Donald Trump“

Fox News-Moderatorin Rachel Campos-Duffy gab sich verständnisvoll. Wörtlich sagte sie: „Ich fühle nur für Donald Trump. Ich sehe den Schmerz und die Frustration. Sie tun alles, was Sie tun sollen. Sie führen das Land gut. Sie kämpfen mit Ihrem ganzen Herzen, während der andere in einem Keller ist.“

Donald Trump wird von Joe Biden als US-Präsident beerbt werden. (Archivfoto)

Damit spielte sie auf Joe Biden an, der bedingt durch Corona auf öffentliche Auftritte weitestgehend verzichtet und seinen Wahlkampf vom Keller seines Anwesens in Delaware aus koordiniert hatte. Sie fügte hinzu: „Am Ende geht es um Betrug und Spielereien auf lokaler Ebene, Sie werden bestohlen. Wir wurden alle bestohlen, denn wenn die Wahlen nicht gut verlaufen, wenn es Betrug gibt, verlieren wir alle.“

Ihr Kollege Pete Hegseth schlug in dieselbe Kerbe. Hegseth: „Donald Trump ist frustriert, aber er ist unbeirrt geblieben. Er nannte die Wahl manipuliert, eine Täuschung, eine Schande. Ein paar Mal hat er seine Sorge geäußert, dass das Land einen illegitimen Präsidenten hat. Was tun 77 Prozent der Republikaner und Trump-Anhänger, wenn sie glauben, dass die Wahl gestohlen wurde? Das ist sicherlich der Ort, an dem wir uns gerade befinden.“ (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Chandan Khanna/AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare