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Donald Trump übergibt zerrissene Dokumente an den Kongress

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Von: Katja Thorwarth

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Ex-Präsident Donald Trump hatte die Angewohnheit, wichtige Dokumente zu zerreißen.
Ex-Präsident Donald Trump hatte die Angewohnheit, wichtige Dokumente zu zerreißen. © Jason Fochtman/dpa

Ein Ausschuss ist damit betraut, den Kapitol-Angriff aufzuklären. Donald Trump soll Unterlagen liefern - doch die müssen erst zusammengeklebt werden.

Washington - Der gewaltsame Sturm auf das Kapitol* im Januar 2021 in Washington D.C. ist nach wie vor nicht aufgeklärt. Fünf Menschen kamen bei dem Angriff ums Leben, bei dem Anhängerinnen und Anhänger von Donald Trump* versuchten, den Senat an der Anerkennung von Joe Bidens Wahlsieg zu hindern. Bis zu 1200 Menschen drangen in das Kapitol ein und hinterließen eine beispiellose Verwüstung. Auch wurde aktuell bekannt, dass sich die Vize von Joe Biden, Kamala Harris, an dem Tag in der Nähe einer Rohrbombe* aufgehalten hatte.

Die entscheidende Frage für den parlamentarischen Untersuchungsausschuss lautet nun: Welche Rolle spielte der Ex-Päsident? Donald Trump sollte zur Unterstützung der Ermittlungsarbeiten Dokumente beisteuern, doch wie es aus dem Weißen Haus heißt, sollen Unterlagen vom früheren Präsidenten zerrissen worden sein. Einige der Dokumente, die dem Untersuchungsausschuss vorliegen, seien in Stücke gerissen und dann wieder zusammengeklebt worden, berichtet die Washington Post. Unklar war zunächst, um welche Dokumente es sich hierbei genau handelt.

Donald Trump hatte die Angewohnheit, Dokumente zu zerreißen

Wie das für die Aufbewahrung solcher Unterlagen zuständige Nationalarchiv jetzt bestätigte, habe das Institut nach Trumps Amtszeit vom früheren Präsidenten grundsätzlich zerrissene Unterlagen erhalten. Das Nationalarchiv verwies am Dienstag (Ortszeit) gegenüber der Nachrichtenagentur AFP auf Medienberichte seit dem Jahr 2018, wonach Trump die Angewohnheit hatte, Dokumente zu zerreißen - und wonach Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Weißen Hauses die Unterlagen angesichts der gesetzlichen Aufbewahrungspflicht wieder zusammenklebten.

„Diese wurden nach dem Ende der Trump-Regierung an das Nationalarchiv übergeben, zusammen mit einer Reihe zerrissener Dokumente, die nicht vom Weißen Haus rekonstruiert worden waren“, erklärte die in der US-Hauptstadt Washington ansässige Institution. Ein Gesetz hält fest, dass schriftliche Unterlagen eines Präsidenten der USA* nach dem Ende seiner Amtszeit an das Nationalarchiv übergeben werden müssen.

Donald Trump will Kapitol-Angreifer als nächster US-Präsident begnadigen

Vor Kurzem hatte das Nationalarchiv aus Donald Trumps Amtszeit Dokumente an den Untersuchungsausschuss zur Kapitol-Erstürmung vom 6. Januar 2021* übergeben. Trump hatte vergeblich gegen eine Herausgabe der Unterlagen geklagt und war letztlich vor dem Obersten Gerichtshof des Landes gescheitert.

Die Abgeordneten des U-Ausschusses erhoffen sich von den Memos, E-Mails, Anrufer- und Besucherlisten und Gesprächsnotizen neue Erkenntnisse über die Rolle Trumps und seines Umfelds bei dem gewalttätigen Angriff auf das US-Parlament. Radikale Trump-Anhänger hatten das Kapitol gestürmt, als dort der Wahlsieg des US-Demokraten Joe Biden* bei der Präsidentschaftswahl vom November 2020 zertifiziert werden sollte.

Donald Trump sorgte zuletzt mit der Ankündigung für Empörung*, bei einer möglichen Rückkehr ins Weiße Haus die wegen der Kapitol-Erstürmung verurteilten Angreifer zu begnadigen. „Wenn ich kandidiere und wenn ich gewinne, werden wir die Menschen vom 6. Januar fair behandeln“, sagte der Republikaner am Samstag (30.01.2022) bei einer Kundgebung im Bundesstaat Texas. „Und wenn es Begnadigungen erfordert, werden wir sie begnadigen, weil sie so ungerecht behandelt werden.“ (ktho/afp) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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