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Ehemaliger US-Präsident

Donald Trump findet Twitter „langweilig“ - und „twittert“ jetzt per E-Mail

  • VonMirko Schmid
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Donald Trump darf nicht mehr twittern. Sein ehemaliges Sprachrohr findet er ohne seine eigene Beteiligung „langweilig“. Ganz im Gegensatz zu seinen Pressemitteilungen.

Palm Beach - Dass Donald Trump ein ganz besonderes Verhältnis zu Twitter pflegt, ist kein Geheimnis. Jahrelang galt der Nachrichtendienst als Trumps liebstes Spielzeug, als erster US-Präsident betrieb er mit seinen Tweets reale Politik. Er drohte Staatschefs anderer Nationen mit Sanktionen und militärischen Schritten, teilte hochrangigen Angestellten ihre Entlassung per Tweet mit und schwor seine Anhängerschaft immer wieder auf sich selbst ein.

Besonders gerne schoss er per öffentlicher Kurznachricht gegen politische Gegner:innen, kaum jemand - vor allem auf der nicht extrem rechten Seite der US-Politik - war vor seinen Tiraden sicher. In den letzten Tagen seiner Amtszeit bekam neben Joe Biden, den Demokraten und Republikanern, die seine Erzählung von einer angeblich gestohlenen Wahl nicht mittragen wollten, selbst sein bis zuletzt loyaler Vizepräsident Mike Pence Trumps Twitter-Furor zu spüren.

Ohne Donald Trump findet Donald Trump Twitter „langweilig.“

Und Trumps Fans hingen ihrem Idol auf Twitter sprichwörtlich an den Lippen und folgten ihm zumeist ohne den Wahrheitsgehalt seiner Tweets großartig zu hinterfragen. Als Teile seiner militantesten Anhängerschaft das US-Kapitol stürmte, um den traditionellen Prozess der Amtsübergabe auszuhebeln, wurde es der Kurznachrichtendienst endgültig zu bunt. Donald Trump, dessen Tweets zuvor in schöner Regelmäßigkeit als Falschbehauptungen gekennzeichnet und doch nicht gelöscht worden waren, musste mit ansehen, wie das US-Unternehmen seinen Account vom Netz nahm.

Donald Trump und Twitter: Der „Hemingway der 140 Zeichen“ verstummt

Vom einen auf den anderen Tag wurde es stumm um Donald Trump in den Sozialen Medien, denn andere große Plattformen wie Facebook, Instagram und YouTube zogen nach und sperrten die Accounts des Politikers ebenfalls. Seither ist es vor allem sein ältester Sohn, Donald Trump Jr., der in den Sozialen Medien über alles herzieht, was in der Welt seines Vaters als unpatriotisch gilt. Und über alle, die den Parolen aus dem Trump-Universum nicht bedingungslos zustimmen.

UnternehmenTwitter Inc.
Gründung 21. März 2006, San Francisco, USA
CEO Jack Dorsey (seit 30. Sept. 2015)
Gründer: Jack Dorsey, Evan Williams, Biz Stone, Noah Glass

Zwischenzeitlich soll Donald Trump, über den laut Donald Trump „jemand“ gesagt haben soll, er sei der „Ernest Hemingway der 140 Zeichen“, überlegt haben, eine eigene, mit Twitter vergleichbare, Plattform aufzubauen, um seine Botschaften ungestört an seine Fans zu bringen. Passiert ist diesbezüglich bisher allerdings nichts Konkretes. Stattdessen ist Donald Trump dazu übergegangen, seine Einlassungen per E-Mails an die Medienwelt der USA unter das Volk zu bringen.

Und auf einmal, so Donald Trump, fehlt ihm Twitter gar nicht mehr. Kein Wort mehr von Zensur, wie wochenlang im Wahlkampf und auch und gerade nach der Löschung seines Accounts. In Wirklichkeit nämlich, so erzählt es der Ex-Präsident im Interview mit Sean Hannity, habe er Twitter, das vor seiner Beteiligung „eine gescheiterte Sache, ein Konzept, eine Medienplattform“ gewesen sei, überhaupt erst „aufregend“ gemacht. Seit seinem Aus sei die Plattform nun „sehr langweilig“.

Donald Trump findet Twitter ohne Donald Trump „langweilig“ - jetzt twittert er E-Mails

Genauso also, wie Donald Trump Twitter überhaupt erst zu seinem Weltruhm verholfen habe („Ich denke, ich hatte viel damit zu tun, um ehrlich zu sein“), habe sich Twitter mit seinem Trump-Bann nun selbst eingebrockt, dass „viele Leute Twitter verlassen“. Aber Donald Trump wäre nicht Donald Trump, würde er keinen anderen Weg finden, seinen Stimmungen vor einer breiten Medienöffentlichkeit Luft zu machen. Als neues Vehikel hat er Pressemitteilungen entdeckt, die er per E-Mail an die Medien der USA verschickt.

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Diese Pressemitteilungen findet er nun „besser als Twitter“. Und „viel eleganter als Twitter“. Donald Trump freut sich über seine ungebrochene Wirkung. Kaum versende er eine Mitteilung, schon sei sie „überall“. Außerdem könne er sich nun viel besser ausdrücken. Und doch bleibt sich der „Ernest Hemingway“ der wenigen Zeichen treu. Der „Business Insider“ bilanziert, dass Trumps Pressmitteilungen zumeist weniger als 280 Zeichen (das aktuelle Twitter-Limit) beinhalten. Vereinfacht gesagt: Donald Trump twittert über Umwege. Statt per Tweet nun per E-Mail mit Briefkopf.

Den Plan einer eigenen Social Media-Plattform hat Donald trump noch nicht abgeschrieben

Wie es um seine Pläne, eine eigene Trump-Plattform an den Start zu bringen aussieht, will sich Donald Trump bisher nicht entlocken lassen. Gegenüber Sean Hannity, einem Donald Trump bis heute loyal ergebenen Moderator des erzkonservativen TV-Senders Fox News, ließ Trump auf Nachfrage wissen, dass er sich aktuell umschaue. Verschiede Plattformen stünden auf dem Prüfstand, allerdings müsste jene, die seinen Zuschlag erhalten möchte, „stark sein“.

Sie dürfe sich nicht von Amazon und Google „dominieren“ lassen - unter der ständigen Bedrohung, vom Netz genommen zu werden (wie es „Parler“ erging, einer Plattform von und für Rechtsextreme, der Amazon den Stecker zog). Nein, so Donald Trump, für sein Comeback in den Sozialen Medien bräuchte es ein „Kartell“, das etwas gegen diese Ungerechtigkeit unternehmen wolle. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Jan Huebner via www.imago-images.de

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