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Will Trump überhaupt noch twittern?

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Von: Christian Stör

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Tech-Milliardär Elon Musk gibt Donald Trump den Twitter-Account zurück. Den früheren Präsidenten lässt kalt - bisher.

San Francisco – Donald Trump stellt sich bisher stur. Obwohl er inzwischen wieder twittern darf, hat der frühere US-Präsident bisher noch keinen Pieps auf der Online-Plattform von sich gegeben (Stand: 21. November, 11.30 Uhr MEZ). Tatsächlich sieht es im Augenblick fast danach aus, als sollte Trump seinen Worten Taten folgen lassen und seine Verlautbarungen auch künftig bei seinem hauseigenen Dienst Truth Social veröffentlichen.

Elon Musk wird das wahrscheinlich nicht gerne sehen. Erst am Freitag (18. November) hatte der neue Twitter-Chef per Tweet eine 24-stündige Umfrage gestartet, ob Trumps Profil wiederhergestellt werden solle. Das Ergebnis fiel denkbar knapp aus, doch am Ende stimmte eine knappe Mehrheit von 51,8 Prozent für das Ende der Sperre. „Das Volk hat gesprochen“, verkündete Tech-Miiliardär Musk. Wenige Minuten später war Trumps Profil wieder da.

Donald Trump bleibt auf Twitter vorerst stumm

Donald Trump
Donald Trump, ehemaliger Präsident der USA. © Orit Ben-Ezzer / Imago Images

Doch wer gedacht hatte, Trump würde gleich wieder twittern wie in seinen besten Zeiten, der sah sich schnell getäuscht. Trump blieb übers Wochenende stumm, der letzte Tweet stammt vom 8. Januar 2021. Trump gab damals bekannt, dass er nicht zur Amtseinführung des damals frisch zum neuen Präsidenten gewählten Joe Biden kommen werde.

Trumps Account startete bei der Abonnentenzahl zunächst wieder bei null. Kurz nach der Freischaltung folgte dem Profil @realDonaldTrump bereits wieder gut eine Million Twitter-Nutzer. Dann aber ging es Schlag auf Schlag. Inzwischen sind es wieder rund 87,3 Millionen. Es scheint so, als hätte Twitter dem Account allmählich die alten Abonnenten wieder zugeführt. Musk hatte jedenfalls zwischendurch geschrieben, dass die Technik daran arbeiten würde.

Für Trump war Twitter früher unentbehrlich, als Privat- und Geschäftsmann genauso wie später auch als Präsident. Trump regierte, förderte Günstlinge und schasste in Ungnade gefallene Kabinettsmitglieder per Twitter. So erfuhr sein Außenminister Rex Tillerson aus einem Tweet von seiner Entlassung.

Nun aber Trump scheint Trump von Twitter nichts mehr wissen zu wollen. So verwies er am Samstag bei einer Veranstaltung darauf, dass er jetzt seine eigene Plattform besitze. „Truth Social geht durch die Decke, es läuft phänomenal gut“, so Trump. Er sehe keinen Grund, warum er auf Twitter wieder aktiv werden sollte.

Donald Trump setzt auf Truth Social

Allerdings bringt es Trump auf Truth Social bisher nur auf rund 4,6 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten. Eine größere Plattform mit mehr Reichweite könnte er also mit Blick auf die Kandidatenkür der Republikaner für die nächste Präsidentenwahl gut gebrauchen. Zuletzt hatte Trump in den eigenen Reihen an Einfluss verloren. Vor allem Floridas Gouverneur Ron DeSantis könnte Trump das Leben schwer machen.

Donald Trump spricht während einer „Save America“-Kundgebung auf der Miami-Dade County Fair and Exposition in Miami, Florida.
Donald Trump spricht am liebsten vor Publikum – vielleicht braucht er also Twitter gar nicht mehr. © EVA MARIE UZCATEGUI/afp

Trump war bei Twitter und anderen Online-Plattformen gesperrt worden, nachdem er Sympathie für seine randalierenden Fans bekundet hatte, die gewaltsam das Kapitol in Washington gestürmt hatten. Die Plattformbetreiber befürchteten damals, dass Trumps Beiträge zu weiterer Gewalt führen könnten. Facebook, wo Trump ebenfalls seit Januar 2021 gesperrt ist, will im kommenden Januar entscheiden, ob dem früheren Präsidenten die Rückkehr angeboten werden könnte. (cs/dpa)

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