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Musk kauft Twitter: Folgt nun Donald Trumps Comeback?

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Von: Daniel Dillmann

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Elon Musk will die Redefreiheit zurück zu Twitter holen. Gilt das auch für den Ex-Präsidenten Donald Trump?

Washington, D. C. - Es war zwar nicht der Account mit den meisten Followern, doch sicher einer der einflussreichsten in der Welt der Politik: Unter dem Nickname „realdonaldtrump“ twitterte einst kein geringerer als der 45. Präsident der USA, besser bekannt unter seinem richtigen Namen: Donald Trump.

Ob mitten in der Nacht, am frühen Morgen oder während Sitzungen des US-Sicherheitsrats: Donald Trump twitterte ständig: mal wüste Beleidigungen an seine Gegner, mal politische Entscheidungen über die Köpfe seines Kabinetts hinweg und manchmal auch einfach Buchstabensalate wie das legendäre „covfefe“, von dem bis heute keiner weiß, was es eigentlich bedeutet.

Musk kauft Twitter - was macht Donald Trump?

All das hatte ein jähes Ende. Nachdem Trump via Twitter einen rechten Mob am 6. Januar 2021 nach Washington, D. C. rief, der dann das Kapitol stürmte und verwüstete, verkündete der Kurznachrichtendienst am 8. Januar die dauerhafte Sperre von Trumps Account. „Nach eingehender Prüfung der jüngsten Tweets des @realDonaldTrump-Kontos und des Kontexts um sie herum – insbesondere wie sie auf und außerhalb von Twitter empfangen und interpretiert werden – haben wir das Konto aufgrund des Risikos einer weiteren Anstiftung zu Gewalt dauerhaft gesperrt“, hieß es in einer Pressemitteilung des Konzerns.

Donald Trump mit dem neuen Besitzer Twitters, Elon Musk. Auch dabei: Trumps ehemaliger Berater und aktueller Gefängnisinsasse Steve Bannon (l.).
Donald Trump mit dem neuen Besitzer Twitters, Elon Musk. Auch dabei: Trumps ehemaliger Berater und aktueller Gefängnisinsasse Steve Bannon (l.). © BRENDAN SMIALOWSKI/AFP

Nun aber kaufte bekanntlich Multimilliardär Elon Musk den Kurznachrichtendienst Twitter. Der Tesla-Gründer hatte bereits im Mai dieses Jahres gegenüber der New York Times gesagt, er werde Donald Trump seinen Account zurückgeben, wenn er Twitter gekauft habe. Die Sperre Trumps sei „moralisch falsch“ gewesen und passe nicht zu seiner Vorstellung der freien Meinungsäußerung, so Musk.

Donald Trump - bekommt er Montag seinen Account zurück?

Und so dauerte es nicht lange, bis ein angebliches Statement von Donald Trump die Runde auf Twitter machte. Dort schrieb demnach der ehemalige US-Präsident folgende Worte: „Herzlichen Glückwunsch an Elon Musk zum Kauf von Twitter. Viele Leute sagen, dass eine Änderung notwendig war, da das alte Management zu sehr mit der Woke-Agenda beschäftigt war. Mir wurde gesagt, dass mein Konto am Montag wieder läuft – wir werden sehen. Glücklich, mit einem afroamerikanischen Unternehmen in Kontakt treten zu können!“

Mehrere Fachleute in den USA teilten das Statement. Die Aufregung war entsprechend groß. Donald Trump zurück auf Twitter, und das bereits am Montag! Beim linksliberalen TV-Sender MSNBC läuteten bereits die Alarmglocken, bei rechtskonservativen Kommentatoren wie Dinesh D‘Souza knallten die Sektkorken.

Donald Trump: Fake-Statement macht die Runde

Dumm nur, dass das angebliche Statement von Donald Trump ein Fake war. Der Präsident hat sich bislang überhaupt nicht geäußert zu Musks Übernahme des Kurznachrichtendiensts. Anfang des Jahres sagte Trump aber, er werde niemals zu Twitter zurückkehren, sondern auf seiner eigenen Social-Media-Plattform namens Truth Social bleiben. „Ich bleibe auf Truth“, so Trump damals bei Fox News. „Ich hoffe, Elon kauft Twitter, weil er Verbesserungen daran vornehmen wird und er ein guter Mann ist, aber ich bleibe bei Truth. Die Quintessenz ist, nein, ich gehe nicht zurück zu Twitter.“

Das wiederum klingt nach einem endgültigen Statement. Doch was ist schon endgültig im Umgang mit Donald Trump? Truth Social verfügt angeblich über knapp vier Millionen User, von denen gerade mal 500.000 täglich aktiv sind. Twitter hat dagegen mehr als 360 Millionen - eine große Zahl, und Donald Trump mag große Zahlen. (Daniel Dillmann)

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