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„Trump Tapes“: Donalds Flirts mit Kim Jong-un und mehr

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Von: Daniel Dillmann

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Gute Freunde unter sich: Donald Trump trifft Kim Jong-Un an der Grenze Nordkoreas. (Archivbild)
Gute Freunde unter sich: Donald Trump trifft Kim Jong-Un an der Grenze Nordkoreas. (Archivbild) © BRENDAN SMIALOWSKI/AFP

Bob Woodward kündigt das nächste Enthüllungswerk an. Diesmal ist es ein Hörbuch, doch Thema bleibt: Donald Trump.

Washington, D. C. - Sie wollten schon immer stundenlang der Stimme von Donald Trump lauschen? Am liebsten ganze acht Stunden lang? Bald schon könnte das möglich sein. Star-Journalist Bob Woodward kündigte an, aus seinen Interviews mit dem damaligen US-Präsidenten ein Hörbuch zu machen. Das berichtete in den USA exklusiv der Fernsehsender CNN, dem eine Kopie des Hörbuchs bereits vorliegt.

Beinhalten sollen die Trump Tapes vor allem Neuigkeiten über die Beziehungen zwischen dem ehemaligen US-Präsidenten und Kim Jong-un, Machthaber in Nordkorea und zuletzt vor allem aufgefallen durch Raketentests in Richtung Japan und Südkorea. Trump hatte immer wieder geprahlt mit seiner Beziehung zu Kim. Sie würden sich „Liebesbriefe“ schreiben und die Größe ihrer Atomknöpfe vergleichen. Trump war auch der erste US-Präsident, der gemeinsam mit Kim die demilitarisierte Zonen zwischen den beiden Koreas besucht hatte.

Donald Trump wusste über Geheimhaltung Bescheid

Zwar hat sich die Lage an der dortigen Grenze durch Trumps Annäherung an Kim Jong-un nicht wirklich verbessert. Doch die Briefe, die die beiden Staatsoberhäupter schrieben, wurden ein weiteres Mal zum Thema. Dank Bob Woodward. Der Journalist, der schon an der Aufdeckung des Watergate-Skandals beteiligt war, fragte Trump laut CNN und Washington Post, ob er die Briefe Kims lesen könne. Doch Trump antwortete: „Nein, nein. Die sind absolut geheim.“

Die 27 Seiten umfassenden Briefe, Dokumente der Stufe „top secret“, nahm Donald Trump nach dem Ende seiner Amtszeit mit aus dem Weißen Haus nach Mar-a-Lago. Dadurch wiederum löste Trump eine Razzia des FBI in seinem Anwesen aus. Die Behörden waren auf der Suche nach mehreren Dokumenten, die in den Archiven fehlten und die sie in Trumps Besitz vermuteten. Sie fanden mehrere Kartons voll und beschlagnahmten insgesamt 103 Geheimdokumente und rund 11.000 Seiten nicht-geheime Unterlagen.

Für Woodward ist es bereits das vierte Buch über Donald Trump. Seit der Amtszeit von Richard Nixon hatte der 78 Jahre alte Journalist über jeden US-Präsidenten der USA mindestens ein Buch verfasst. Bei Trump benötige er aber mehr Platz, so Woodward einst. Sein Hörbuch soll am 25. Oktober im Handel erscheinen.

Donald Trump sagt in einem Punkt die Wahrheit

Trump wiederum bestreitet bis heute, dass er geheime Dokumente aus dem Weißen Haus geschmuggelt habe. Doch seine Aussage gegenüber Bob Woodward lässt nun laut Washington Post den Schluss zu, dass der damalige Präsident der USA sehr wohl wusste, dass die Dokumente der Geheimhaltung unterliegen. Es widerspricht auch seiner Behauptung, er habe die Geheimhaltung der Dokumente auf magische Weise durch einen Gedanken aufgehoben. Das hatte Trump gegenüber Sean Hannity in einem Interview im Fernsehsender Fox News behauptet.

In einem Punkt hat Donald Trump offenbar wirklich die Wahrheit gesagt: Seine Beziehung zu Kim Jong-un war offensichtlich freundschaftlich geprägt. Die englischen Übersetzungen der Briefe, die Woodward als Anhang dem Hörbuch beifügen wolle, sollen das Bild einer netten Brieffreundschaft malen, inklusive Geburtstagsgrüße und „beste Wünsche für Freunde und Familie“. All das zwischen dem US-Präsidenten und dem diktatorischen Führer eines der totalitärsten Länder der Welt. (Daniel Dillmann)

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