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Donald Trump und Mark Milley.
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Donald Trump verhandelte mit den Taliban über den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan. (Archivfoto)

Afghanistan

Donald Trump schildert Treffen mit Taliban: Ein Interview der bizarren Art

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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Donald Trump meldet sich in der Afghanistan-Krise zu Wort. In einem bizarren Interview schildert er ein Taliban-Treffen – und verharmlost Osama bin Laden.

Washington D.C. – Während der derzeitige US-Präsident Joe Biden mit der dramatischen Situation in Afghanistan kämpft, wird er von zahlreichen Seiten für das Krisenmanagement kritisiert. Auch sein Vorgänger Donald Trump mischt sich in die Debatte ein.

In einem Interview griff der Republikaner Joe Biden aufgrund seiner Afghanistan-Politik an. „Es ist offen gesagt eine schreckliche Sache, die da vor sich geht“, sagte Donald Trump in einer Talkradioshow mit dem konservativen Journalisten Hugh Hewitt am Donnerstag (26.08.2021). „Ich denke, es ist der peinlichste Moment für unser Militär und für unser Land. So etwas habe ich noch nie gesehen.“

Donald Trump ebnete US-Truppenabzug mit Taliban-Abkommen den Weg

Zwar lag die endgültige Entscheidung zum Abzug der US-Truppen in der Verantwortung Bidens, Donald Trump hatte dieser in seiner Amtszeit allerdings den Weg geebnet. Die amerikanischen Streitkräfte nach Hause zu holen, war ein erklärtes Ziel Trumps. Im Februar 2020 schloss seine Regierung ein Abkommen mit den Taliban in Katar, das einen Abzug bis zum 1. Mai 2021 vorsah.

Die Taliban verpflichteten sich im Gegenzug unter anderem zu Friedensverhandlungen mit der früheren Regierung in Kabul, die zu einem dauerhaften Waffenstillstand und einem politischen Fahrplan für die Zukunft Afghanistans führen sollten. Obwohl die Taliban sich nicht an das Abkommen hielten, reduzierte Donald Trump die Zahl der US-Truppen in Afghanistan noch in den letzten Tagen seiner Amtszeit auf 2500. Das in vielen Punkten vage gehaltene Abkommen sorgte für massive Kritik – nicht zuletzt deswegen, weil die gewählte afghanische Regierung auf Drängen der radikal-islamistischen Terrorgruppe gar nicht erst daran beteiligt war. Trump will an dem Desaster in Afghanistan aber keine Verantwortung tragen. Er schiebt die alleinige Schuld auf Joe Biden.

Afghanistan: Donald Trump schildert bizarres Treffen mit Taliban-Anführer

Das Abkommen mit den Taliban lobt Donald Trump weiterhin in den höchsten Tönen. „Wir hätten es nicht hingenommen, wenn Soldaten oder Amerikaner getötet, beschossen oder in irgendeiner Weise verletzt worden wären. Das stand da drin“, sagte Trump in dem Interview. „Und huch, 18 Monate lang wurde kein einziger amerikanischer Soldat getötet. Kein einziger. 18 Monate lang. Und das lag an der Vereinbarung und an meinem Gespräch mit Abdul, der, wie Sie wissen, jetzt der Chef ist, er ist jetzt der Chef“, so Trump in Bezug auf den Taliban-Führer Abdul Ghani Baradar.

Sein Treffen mit dem hochrangigen Taliban-Mitglied beschrieb Donald Trump auf bizarre Art und Weise. Der Republikaner habe Baradar gesagt, dass er die Stadt, in dem der Taliban-Führer lebt, militärisch angreifen und ihn töten werde, sollte die Terrorgruppe amerikanische Bürger:innen oder Streitkräfte angreifen. „Und ich glaube, ich habe den Namen seiner Stadt wiederholt. Das wird der erste Ort sein, mit dem wir beginnen. Und danach werde ich nicht mehr zu Ihnen sprechen können, ist das nicht eine sehr traurige Sache?“, schilderte Trump das Gepräch.

Donald Trumps Taliban-Treffen: „Und dann hat er mir eine Frage gestellt, die ich lieber nicht wiederholen möchte“

Zwischen dem damaligen US-Präsidenten und Baradar sei das Gespräch weitergegangen. „Und dann hat er mir eine Frage gestellt, die ich lieber nicht wiederholen möchte, weil es eine sehr beängstigende Frage ist“, sagte Donald Trump und fügte hinzu, dass er auf diese mit „Ja“ geantwortet habe. Um was es dabei ging, verriet Trump in dem Radiointerview nicht. „Und dann (...) sagte ich, okay, jetzt habe ich gesagt, was ich sagen wollte. Lassen Sie uns ein Gespräch führen. Und ich sagte, dass wir nach 21 Jahren gehen werden.“ Nach mehr als 20 Jahren sei mit diesem Austausch auf trumpsche Art das Ende des Afghanistan-Einsatzes besiegelt gewesen.

In dem Interview mit Hugh Hewitt deutete Donald Trump außerdem an, dass Osama bin Laden, Gründer der Terrororganisation Al-Kaida und führender Kopf hinter den Anschlägen am 11. September 2001, gar nicht so schlimm gewesen sei. Die in seiner Amtszeit ausgeschalteten Männer, der iranische Offizier Qasem Soleimani und der ISIS-Anführer Abu Bakr Al-Baghdadi, seien mächtiger gewesen. „Nur zum Verständnis: Soleimani war um ein Vielfaches bedeutender als Osama bin Laden. Der Gründer von ISIS, Al-Baghdadi, war um ein Vielfaches bedeutender als Osama bin Laden. Osama bin Laden hatte einen Erfolg, und zwar einen schlimmen, in New York City, im World Trade Center. Aber diese beiden anderen Typen waren Monster.“ (tvd)

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