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Donald Trump spricht beim „Marsch fürs Leben“.

March for Life

Donald Trump beim „Marsch fürs Leben“: Abtreibungsgegner feiern den US-Präsidenten 

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Donald Trump nimmt am „Marsch fürs Leben" teil. Die Abtreibungsgegner feiern ihn – für einen typischen „Trump-Auftritt“.

  • Donald Trump kämpft gegen Abtreibung 
  • US-Präsident nimmt am „Marsch fürs Leben“ teil
  • Abtreibungsurteil „Roe v Wade“ umstritten

Update Freitag, 24. Januar 2020, 19.40 Uhr: Donald Trump ist als erster US-Präsident jemals bei einer traditionellen Kundgebung von Abtreibungsgegnern in Washington aufgetreten. „Ungeborene Kinder hatten noch nie einen stärkeren Verteidiger im Weißen Haus“, sagte der Republikaner am Freitag beim „March for Life“ („Marsch für das Leben“), der seit 1974 jedes Jahr in der US-Hauptstadt stattfindet. „Jedes Kind ist ein heiliges und wertvolles Geschenk Gottes.“ Den Demokraten warf Trump unter dem Applaus Tausender Kundgebungsteilnehmer vor, „die radikalsten und extremsten Positionen“ in der Debatte um Schwangerschaftsabbrüche einzunehmen.

Zum Auftritt im Zentrum Washingtons kam es kurz vor der Fortsetzung des Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump im nahe gelegenen US-Senat. Trump stellt sich im November zur Wiederwahl und baut dabei auch auf die Stimmen konservativer Christen. „Sie sind hinter mir her, weil ich für Euch kämpfe, und wir kämpfen für diejenigen, die keine Stimme haben, und wir werden gewinnen, weil wir wissen, wie wir gewinnen können“, sagte Trump. „Gemeinsam sind wir die Stimme der Stimmlosen.“ Der Präsident fügte hinzu: „Jedes Menschenleben - geboren und ungeboren - ist nach dem heiligen Bild des allmächtigen Gottes geschaffen.“ Er habe den Kongress aufgefordert, Gesetze zum Verbot von Spätabtreibungen zu verabschieden.

Thema Abtreibung: Trump ändert seine Meinung

In der Vergangenheit hatte Trump sich dafür ausgesprochen, die Entscheidung über einen Schwangerschaftsabbruch den Frauen zu überlassen. Während des Wahlkampfes 2016 änderte Trump seine Haltung und erklärte, er trete für den Schutz des ungeborenen Lebens ein. Das Thema Schwangerschaftsabbruch ist in den USA hoch umstritten. Ein Grundsatzurteil des Supreme Courts von 1973, das unter dem Kürzel „Roe v. Wade“ bekannt ist, legalisiert Abtreibungen. Trump und viele seiner Republikaner treten dafür ein, dieses Urteil neu aufzurollen.

Erstmeldung

Washington - Donald Trump ist im Wahlkampfmodus. ein wichtiges Thema dabei ist auch der Kampf gegen Abtreibung. Das ist auch der Grund, weshalb der 73-Jährige am Freitag (24.1.) als erster US-Präsident am „Marsch für das Leben“ in Washington teilnehmen wird. „See you on Friday“, kündigte er via Twitter sein Kommen an und verlinkte dazu die Website der Veranstaltung.

Anders als seine republikanischen Amtsvorgänger. die trotz aller Sympathie für die Pro-Life-Anhänger Distanz zur Bewegung wahrten, bricht Trump damit ein ungeschriebenes Gesetz.

Donald Trump bei der Kundgebung am Jahrestag des Abtreibungsurteils „Roe v Wade“

Vize-Präsident Mike Pence war der bisher ranghöchste Politiker, der auf der traditionellen Kundgebung am Jahrestag des Abtreibungsurteils„Roe v Wade“ des obersten Verfassungsgerichts sprach. Ein Jahr später wandte sich der damalige Sprecher des Repräsentantenhauses Paul Ryan, ein Katholik, an die Lebensschützer. Trump meldete sich per Videokonferenz aus dem Rosengarten des Weißen Hauses zu Wort. Auch 2019 schickte er eine Videobotschaft.

Wir fühlen uns „zutiefst geehrt“, erklärte die Präsidentin des „March for Life“, Jeanne Mancini, deren Organisation seit 47 Jahren zu der Demonstration aufruft. „Wir freuen uns sehr, dass er persönlich erlebt, wie leidenschaftlich sich unsere Demonstranten für das Leben und den Schutz des ungeborenen Lebens einsetzen.“

Während Trumps Flüchtlingspolitik in der Pro-Life-Bewegung umstritten ist, unterstützen die Lebensschützer seine Abtreibungspolitik. Populär ist beispielsweise seine Entscheidung, die US-Hilfe für Organisationen zu verbieten, die im Ausland Abtreibungen anbieten oder vermitteln.

Teilnahme von Trump könnte demokratische Pro-Life-Anhänger von der Anti-Abtreibungs-Bewegung entfernen

Im vergangenen Jahr legten die Organisatoren des Marsches großen Wert auf eine politisch ausgewogene Rednerliste. Je zwei Republikaner und zwei Demokraten sprachen zu den Demonstranten. Umfragen belegen, dass mindestens ein Viertel der demokratischen Wähler Pro-Life-Anhänger sind. Einige demokratische Politiker haben im Vorfeld des Marsches die Befürchtung geäußert, die Teilnahme von Trump könnte Pro-Life-Anhänger in den demokratischen Reihen von der Bewegung entfernen.

Mit den rigiden Anti-Abtreibungsgesetzen wollen die Republikaner das Verfassungsgericht provozieren, sich noch einmal mit dem Grundsatzurteil „Roe v. Wade“ von 1973 zu befassen. Vor 47 Jahren hatte das höchste US-Gericht Abtreibungen zur Privatangelegenheit erklärt.

Mit dem Thema Abtreibung versuchen Republikaner und Demokraten, Wähler und Geldgeber zu mobilisieren. Die Lebensschutz-Organisation „Susan B. Anthony List“ kündigte vergangene Woche an, Trumps Wiederwahl mit 52 Millionen US-Dollar zu unterstützen. Die Familienplanungs-Organisation „Planned Parenthood“ stellt Politikern, die für das Wahlrecht bei Schwangerschaftsabbrüchen eintreten, rund 45 Millionen US-Dollar zur Verfügung. 

(cs/kna)

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