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Unbeliebte Gäste in Washington: Donald Trump und seine Ehefrau Melania.

Sprechchöre gegen Trump

„Sperrt ihn ein!“ - Baseball-Fans buhen Donald Trump aus

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Als erster US-Präsident seit 18 Jahren besucht Donald Trump ein Baseballspiel der World Series. In Washington schlägt ihm großer Unmut entgegen.

Washington - In Washington ist Donald Trump nicht gerade sehr populär. Die US-Hauptstadt ist nämlich eine echte Hochburg der Demokraten, wie ein Blick auf die US-Präsidentschaftswahl 2016 zeigt. Damals holte Trump dort gerade einmal 4,1 Prozent der Stimmen - so wenig wie kein republikanischer Kandidat vor ihm.

Jetzt hat Trump bei einem Ausflug zur Finalserie der Major League Baseball (MLB) deutlich zu spüren bekommen, wie wenig er in Washington geliebt wird. Der 73-Jährige sah am Sonntag die Niederlage der Washington Nationals gegen die Houston Astros (1:7) - und wurde dabei von weiten Teilen der Fans ausgebuht.

Nach dem dritten Inning zeigten die Videowände zunächst Mitglieder des US-Militärs, der Applaus der Fans erstarb allerdings, als Trump und seine Ehefrau Melania im Bild erschienen. 

Fans attackieren Donald Trump: „Sperrt ihn ein!“

Die Buhrufe waren laut und anhaltend, bevor Trump dann mal seine eigene Medizin zu spüren bekam: Die Fans skandierten nämlich plötzlich „Lock him up!“ („Sperrt ihn ein!“) - natürlich in Anlehnung an die Sprechchöre, die bei Trump-Veranstaltungen häufig gegen seine Wahlkampf-Gegnerin Hillary Clinton zu hören waren. Kein Wunder also, dass Trump das Match vor dem Ende des Spiels verließ.

Trump hatte bereits am Donnerstag angekündigt, das Spiel zu besuchen. Das führte sogleich zu Kritik, doch Mark Lerner, Besitzer der Washington Nationals, wollte davon nichts wissen: „Er hat alles Recht zu kommen“, sagte Lerner der „Washington Post“: „Er ist der Präsident der Vereinigten Staaten, ob einem das gefällt oder nicht.“

Donald Trump will keine schusssichere Weste anziehen

Bei hohem Prominentenbesuch ist es eigentlich üblich, dass der Gast symbolisch einen ersten Ball wirft. Das aber wollte der US-Präsident nicht. Und warum? Weil er in diesem Fall eine schusssichere Weste würde tragen müssen, so Trump: „Ich werde zu schwer aussehen.“

Stattdessen übernahm ein anderer Promi die ehrenvolle Aufgabe: José Andrés, Koch und Restaurantbetreiber - und ganz nebenbei auch ein ausgewiesener Trump-Kritiker. Andrés dankte den beiden Teams dafür, dass sie einen Migranten für den „First Pitch“ eingeladen hätten - was natürlich direkt auf Trumps Einwanderungspolitik abzielte. 

Donald Trump als erster amtierender US-Präsident seit Bush beim Baseballfinale 

Trump, der sich nur knapp 2,5 Kilometer entfernt vom „Nationals Park“ Stadium auf dem Capitol Hill gerade einem Verfahren zur Amtsenthebung stellen muss, ist der erste amtierende Präsident seit George W. Bush im Jahr 2001, der ein Spiel der MLB-Finalserie besucht hat. Bush hatte kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 im Yankee-Stadion in New York den symbolischen ersten Ball des Matches geworfen - wenige Kilometer vom Ort der Anschläge entfernt.

Washington hatte lange auf die Spiele in der World Series hingefiebert. Zuletzt hatte das Baseball-Team der US-Hauptstadt - damals noch unter dem Namen Senators - im Jahr 1933 an der Finalserie teilgenommen. Für Stehplätze im Nationals Park in Washington mussten kurz vor dem Match am Sonntag 450 Dollar (406 Euro) auf den Tisch gelegt werden. Für Plätze auf den besseren Rängen wurden Preise von bis zu 3500 Dollar aufgerufen. 

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Am Ende aber behielten die Astros die Oberhand und stehen nach den dritten Sieg kurz vor dem Titelgewinn. Ein bitterer Abend also für die Fans der Washington Nationals, die aber wenigstens einmal dem Präsidenten so richtig die Meinung geigen konnten. Und das ist ja auch etwas wert.(mit sid/dpa)

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