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Donald Trump ist angeschlagen - Konkurrenten wittern ihre Chance

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Von: Daniel Dillmann

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„Sie riechen Blut“ schreibt ein US-Portal über die geplante Revolte der Republikaner gegen Donald Trump, den in Ungnade gefallenen, ehemaligen US-Präsidenten.

Washington DC - Für Donald Trump ist es jetzt schon eine Woche zum Vergessen. Erst verliert der von ihm handverlesene Kandidat Herschel Walker die Stichwahl um den letzten offenen Sitz im Senat gegen Raphael Warnock. Dann tauchen weitere Geheimdokumente in einem Lagerraum auf. Trump taumelt und mit ihm auch die Republikaner.

Aus deren Reihen werden die Rufe nach einer Revolte gegen Donald Trump lauter. Vor allem im Senat, in dem die Demokraten dank des Sieges von Warnock nun eine solide Mehrheit halten, plane man die endgültige Loslösung von dem angeschlagenen Ex-Präsidenten. Die Trump-Gegner innerhalb der Republikaner würden nach mehreren „selbstzerstörerischen Fehlern des ehemaligen Präsidenten Blut riechen“, schreibt das US-Nachrichtenportal The Hill.

Donald Trump ist angeschlagen - immer mehr Kritiker in den eigenen Reihen

Im Senat seien demnach vor allem Donald Trumps Forderungen, die Verfassung der USA vorübergehend auszusetzen, nicht so gut angekommen. Diese Kommentare würden anderen Kandidatinnen und Kandidaten der Republikaner die Möglichkeit bieten, sich gegen Trump zu stellen und sich selbst für die Nominierung der Partei bei der US-Wahl 2024 zu bewerben. Das sagte laut The Hill Senator John Tune. Trump hatte vergangenes Wochenende gefordert, alle „Regeln, Vorschriften und Artikel, sogar die in der Verfassung“ auszusetzen.

Donald Trump in Mar-a-Lago. Die Konkurrenz in den eigenen Reihen bringt sich schonmal in Position.
Donald Trump in Mar-a-Lago. Die Konkurrenz in den eigenen Reihen bringt sich schonmal in Position. © ALON SKUY/AFP

Zu den Kritikern an Donald Trump aus den eigenen Reihen gehört auch Senator Kevin Cramer. Er kritisierte das „jüngste Verhalten“ Trumps und sprach dabei auch dessen Treffen mit Kanye West und dem Ulranationalisten Nick Fuentes in Mar-a-Lago an. Über ebenjenes Dinner mit West und Fuentes hatte sich auch Senator Mitch McConnell geäußert. Er bezweifelte öffentlich, dass jemand, der gemeinsame Sache mit Antisemiten mache, eine Zukunft in der Republikanischen Partei haben könne.

Donald Trump: Selbst seine Freunde fallen ihm in den Rücken

Nun gelten weder Tune noch McConnell als enge Freunde Donald Trumps. Letzteren machte sich der Ex-Präsident schon vor langer Zeit zum offenen Feind. Doch selbst aus der Gruppe der Trump-Fans bei den Republikanern kommen kritische Stimmen. Senator Josh Hawley, der sich selbst nach dem Sturm aufs Kapitol am 6. Janaur noch zu Trump bekannte, macht sich lautstark Sorgen um dessen Zukunft. Trumps Fehler würden seine Konkurrenz innerhalb der Partei ermutigen. „Ich glaube, dass, wenn die Leute das Gefühl haben, der Ex-Präsident sei wirklich verletzlich, werden zehn weitere sagen: Verdammt, warum nicht ich?“, so Hawley über mögliche weitere Kandidaten im Kampf um die Präsidentschaftsnominierung.

Bislang hat aber keine weitere Person ihren Hut in den Ring um die Präsidentschaft geworfen. Nicht mal der als heißeste Option gehandelte Gouverneur Floridas, Ron DeSantis. Eine Kandidatur bekannt gegeben hat bislang nur Donald Trump selbst. Seitdem dinierte er mit Antisemiten, seine Firma wurde wegen Betrugs verklagt, seine Kandidaten bei der Stichwahl abgestraft und geheime Dokumente in seinem Besitz gefunden. Ein guter Start in den Wahlkampf sieht anders aus. (Daniel Dillmann)

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