Präsidentschaftswahl 2020

US-Wahl: Donald Trump plant, sich im Zweifel vorzeitig zum Sieger zu erklären

  • vonMirko Schmid
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Donald Trump spricht darüber, sich in der Wahlnacht am 3. November zum Sieger auszurufen, sollte er vorne liegen, aber die nötige Mehrheit von 270 Wahlleuten noch nicht erreicht haben.

  • Donald Trump hat angekündigt, notfalls mit Anwälten gegen die Präsidentschaftswahl vorzugehen, wenn das Ergebnis nicht bereits in der Wahlnacht feststeht.
  • Der Präsident möchte die Auszählung der Briefwahlen nicht abwarten und sich zum Sieger erklären, wenn er in Führung liegt.
  • Alle Nachrichten rund um den amtierenden Präsidenten der USA finden Sie in den Trump News.

USA - Es hatte sich in den vergangenen Wochen schon angedeutet. Nun hat Donald Trump selbst bestätigt, dass er die vollständige Auszählung aller Stimmen zur US-Wahl am 3. November nicht abwarten will, sollte er in der Wahlnacht in Führung liegen. Auch wenn er die mindestens 270 Wahlleute nicht erreicht hat, will er sich zum Sieger ausrufen - und nicht warten, bis auch alle Briefwahlstimmen ausgezählt sind.

US-Wahl: Donald Trump will sich schon vor der Auszählung aller Stimmen zum Sieger erklären.

Donald Trump will nicht abwarten, bis Briefwahlstimmen in wichtigen Swing States ausgezählt sind

Das ist besonders brisant, weil in einigen Staaten die Auszählung der Briefwahlstimmen in der Nacht der Wahl ausdrücklich verboten ist - so im wohl (mit) wahlentscheidenden Swing State Pennsylvania. Gerade dort wird aufgrund der hohen Anzahl an abgegebenen Stimmen per Post damit gerechnet, dass in der Wahlnacht nur eine kleinere Anzahl von Wahlstimmen ausgezählt werden kann. Der Republikaner Donald Trump liegt in Umfragen in Pennsylvania hinter Joe Biden. Gerade die Wähler:innen der Demokraten gelten als besonders fleißige Briefwähler.

Donald Trump habe nach Informationen der Nachrichten-Website Axios im engen Kreis bereits deutlich gemacht, dass er in der Wahlnacht aufs Podium steigen und sich zum Sieger erklären möchte - während die Stimmen der Briefwahl noch ausgezählt werden oder noch gar nicht ausgezählt sind. Trump will demzufolge nicht darauf warten, eine Mehrheit von mindestens 270 Wahlleuten sicher zu haben. Des Weiteren berichtet Axios, dass sich Trumps Berater in einigen Bundesstaaten, die sie noch vor wenigen Wochen verloren wähnten, inzwischen optimistischer eingestellt sind, darunter Wisconsin.

Donald Trump: „Wir gehen mit unseren Anwälten rein“

Auf Nachfrage der CNN-Korrespondentin im Weißen Haus Kaitlan Collins stritt Donald Trump ab, sich vorzeitig zum Sieger zu erklären - nur um sich im folgenden Satz de facto selbst zu widersprechen. Trump: „Ich denke nicht, dass es fair ist, dass wir nach der Wahl noch lange warten müssen. Sobald die Wahl vorbei ist, gehen wir mit unseren Anwälten rein.“

Damit bestätigt Trump die schon lange in Kreisen der Demokraten und der US-amerikanischen Medien verbreitete Befürchtung, dass er versuchen könnte, die Stimmen der Briefwahl von der Wahl abzuschneiden, da erwartet wird, dass diese vor allem seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden zugute kommen könnten. Ein solches Vorgehen könnte wochenlange juristische Auseinandersetzungen - bis hin zum Supreme Court, den Donald Trump erst kürzlich mit der Berufung von Amy Coney Barrett noch weiter in seine Richtung verschoben hatte - und im schlimmsten Falle Ausschreitungen bis hin zu einem Bürgerkrieg nach sich ziehen. (Von Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Shealah Craighead/White House via www.imago-images.de

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