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Donald Trump gibt eine Pressekonferenz in seinem Golfclub in Bedminster.
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Donald Trump ist immer ein Sieger, auch wenn er verliert.

Ein Mann, der immer Recht hat

Märchenstunde mit Donald Trump: Wie aus einer Niederlage ein Sieg wird

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Bei einer Wahl in Texas muss sich die von Donald Trump unterstützte Kandidatin geschlagen geben. Trump verkauft die Pleite dennoch als Erfolg.

Texas – Donald Trump teilt die Menschheit gerne in zwei Kategorien auf. Auf der einen Seite stehen die Reichen und Schönen dieser Welt, die Gewinner des Lebens also, zu denen er selbst natürlich auch gehört. Es mag auch Gewinnerinnen geben, doch die kommen in Trumps Welt eher selten vor. Und dann gibt es den großen Rest der Nichtreichen und Nichtschönen, die Trump gerne als „Loser“ brandmarkt. Da gehören Angehörige des Militärs dazu, Mitglieder der Demokraten, Linke ganz allgemein, und überhaupt all die, die irgendwann in ihrem Leben mal eine Niederlage einstecken mussten.

Trump selbst ist natürlich kein Verlierer. Das entspricht einfach nicht seinem Weltbild. Dass er fünfmal bankrott gemacht hat, kümmert ihn da herzlich wenig. Und die Niederlage gegen Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl 2020 nimmt er halt gar nicht erst wahr. Ob er sein Lügenmärchen vom massiven Wahlbetrug tatsächlich glaubt oder ob er es wider besseren Wissens hinausposaunt, ist dabei völlig zweitrangig. Ein Verlierer kann Trump seiner Ansicht nach nämlich gar nicht sein, „Loser“ sind immer nur die anderen.

USA: Donald Trump unterstützt Kandidatin in Texas

Das hat sich auch jetzt wieder bei einer außerplanmäßigen Wahl zum Repräsentantenhaus im US-Bundesstaat Texas gezeigt, die notwendig geworden war, weil Amtsinhaber Ron Wright im Februar 2021 nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben war. Zur Wahl stellte sich auch Wrights Ehefrau, die allein schon deshalb als Favoritin anzusehen war, weil sie einen mächtigen Fürsprecher hatte.

Tatsächlich machte Donald Trump seinen ganzen politischen Einfluss geltend und unterstützte Wright in Wort und Tat: „Susan hat meine volle und uneingeschränkte Zustimmung“, ließ Trump in einer Erklärung verlauten. „Sie wird euch nie im Stich lassen! Sie wird unser Land stolz machen! Gehen Sie wählen!“ Und über seine Lobbygruppe machte Trump auch noch etwa 100.000 Dollar locker, um Susan Wright im Wahlkampf unter die Arme zu greifen. Was sollte da noch schiefgehen?

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„Märchenonkel“ Donald Trump deutet Niederlage in einen Sieg um

Es half alles nichts. Wright verlor die Wahl gegen Jake Ellzey. Nur rund 47 Prozent der Stimmen konnte sie auf sich vereinen, Ellzey ging mit 53 Prozent als klarer Sieger hervor. Ein deutliches Ergebnis also, an dem es nichts zu rütteln gab. Hier waren keine finsteren Mächte am Werk, keine radikalen Linken, keine bösen Wahlmaschinenhersteller, nicht einmal ein paar moderate Republikaner.

Doch Donald Trump ist ja ein geübter Märchenonkel. So deutete er die Niederlage seiner Kandidatin in einem Axios-Interview mit Jonathan Swan einfach mal eben so in einen Sieg um. „Das ist keine Niederlage, nein, ich kann nicht behaupten, dass es eine Niederlage ist, das war ein Sieg“, sagte Trump. „Das Wichtigste ist, dass hier zwei sehr gute Leute angetreten sind, beides Republikaner. Das war der Sieg.“

Kandidat:inStimmen
Jake Ellzey (R)20.762 (53,2 %)
Susan Wright (R)18.232 (46,8 %)

Donald Trump brüstet sich gerne mit seiner Macht

Tatsächlich hatten sich nach der ersten Wahl im Mai keine Demokraten für die Stichwahl qualifiziert. In dieser Hinsicht war das Ergebnis von Texas wirklich ein Sieg für die republikanische Partei. Doch Trump hatte sich vor der Stichwahl nun mal ganz eindeutig auf die Seite von Susan Wright geschlagen – und Wright hat am Ende verloren.

Wahrscheinlich wird Donald Trump dies aber eine kleine Lehre sein. Denn üblicherweise pflegt er bei Wahlen immer nur solche Kandidatinnen und Kandidaten zu unterstützen, deren Siege im Grunde schon vorher feststehen. In solchen Fällen brüstet er sich immer gerne mit seiner Macht. Bei einem offenen Rennen dürfte er sich künftig wohl nicht mehr so weit aus dem Fenster lehnen wie jetzt in Texas. (Christian Stör)

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