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Interview mit Enthüllungsautor

Donald Trump über Nordkorea: „Waren kurz vor dem Krieg“

  • VonMirko Schmid
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US-Präsident Donald Trump hat gegenüber Enthüllungsjournalist Bob Woodward erstaunlich offen über seine Politik gesprochen. Brisant waren Äußerungen über Nordkorea.

  • Watergate-Enthüllungsjournalist Bob Woodward verrät in einem ausführlichen TV-Interview weitere Details aus seinen Gesprächen mit Donald Trump.
  • Neben Trumps Geständnis, die Corona-Pandemie heruntergespielt zu haben, stechen besonders Aussagen über Nordkorea und Diktator Kim Jong Un hervor.
  • Die USA haben laut Trump kurz vor einem Krieg mit Nordkorea gestanden.

USA - Nach und nach sickern immer mehr Details über die Gespräche zwischen Donald Trump und Bob Woodward durch. In insgesamt 18 aufgezeichneten Interviews hat Trump Woodward gegenüber kein Blatt vor den Mund genommen und erstaunlich offen auf die Fragen des Journalisten und Buchautors geantwortet. Nun war Woodward zu Gast in der CBS-Fernsehshow „60 Minutes" und verriet weitere Details aus den Gesprächen.

Donald Trump rief Bob Woodward immer wieder „aus heiterem Himmel“ an

Woodward berichtet, dass Donald Trump ihn immer wieder unangekündigt angerufen habe, um seine Sicht der Dinge in das Aufnahmegerät des Autors zu plaudern. Dass Woodward die Gespräche aufzeichnete, war Trump dabei absolut bewusst. Der Enthüllungsjournalist, so ist es auf einem der Bänder dokumentiert, fragte Trump: „Ich schalte hier meinen Rekorder ein, wie ich es immer mache.“ Trumps Antwort: „Okay.“ Wie der Autor außerdem verriet, habe Trump ihn teilweise spät in der Nacht angerufen. Die meisten der Gespräche begannen mit den Worten eines Mitarbeiters im Weißen Haus: „Mr. Woodward? Der Präsident.“

Donald Trump und Kim Jong Un: Sie standen kurz von einem Krieg

Ein größerer Teil der Gespräche dreht sich um die Corona-Pandemie. Donald Trump hatte bereits im Februar erfahren, welch verheerendes Ausmaß die Pandemie annehmen könnte, zog es aber vor, seine Bevölkerung im Unklaren darüber zu lassen. Ein Umstand, der tausenden US-Bürgerinnen und Bürgern das Leben gekostet hatte. Laut Woodward hatte der stellvertretende nationale Sicherheitsberater, Matt Pottinger, den Präsidenten frühzeitig und eindringlich gewarnt: „Dies wird wie die Spanische Grippe-Pandemie von 1918 sein, bei der 675.000 Menschen in diesem Land ums Leben kamen.“

Donald Trump verrät Bob Woodward, dass die USA kurz vor einem Krieg mit Nordkorea standen

Auch weitere Teile des Interviews mit Bob Woodward bergen eine gewisse Brisanz, vor allem sticht eine Aussage über Nordkorea hervor. Die kommunistische Diktatur spielte in den Gesprächen anfangs eine große Rolle, so Woodward: „Es begann im Dezember 2019, bevor das Virus auf jedermanns Radar war. Wir haben also viel über Nordkorea gesprochen.“

In Trumps erstem Jahr im Amt des Präsidenten testete Nordkorea seine erste Interkontinentalrakete. Laut Woodward erteilte Präsident Trump seinem damaligen Verteidigungsminister James Mattis die Befugnis, alle auf die Vereinigten Staaten gerichteten nordkoreanischen Raketen abzuschießen. „Sie wissen nicht, wie nahe wir dem Krieg waren“, teilte Trump Woodward unverblümt und wiederholt mit.

Kim Jong Un über Trump: „Es gibt eine magische Kraft zwischen uns.“ 

Um eine militärische Eskalation abzuwenden, bot der nordkoreanische Machthaber Donald Trump ein Treffen an. Trump ging auf Kims Vorschlag ein, insgesamt kam es zu drei Treffen. Und Trump hatte mächtig Eindruck hinterlassen beim starken Mann Südkoreas. „Unsere Treffen, unsere Beziehung sind aus einem Fantasy-Film“, habe Kim Jong Un zu Trump gesagt, „es gibt eine magische Kraft zwischen uns.“ Beseelt von der neuen Männerfreundschaft schwärmte Kim: „Selbst jetzt kann ich diesen Moment der Geschichte nicht vergessen, als ich die Hand Ihrer Exzellenz fest hielt, während die ganze Welt zusah.“

Kim soll seine Bewunderung gegenüber Trump auch in mehreren Briefen ausgedrückt haben. Der amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA, der die Briefe analysiert hatte, konnte die Urheberschaft nicht zweifelsfrei belegen. Allerdings gaben sich die Geheimdienstmitarbeiter beeindruckt ob des für den Präsidenten ansprechenden Inhalts. Woodward: „Die Analysten kamen zu dem Schluss, dass Kim Jong Uns Briefe Meisterwerke sind. Weil sie Trumps Grandiositätsgefühl ansprechen.“

Natürlich verfehlten Kims Schmeicheleien ihre Absicht nicht. „Er hat mir wunderschöne Briefe geschickt, es sind großartige Briefe. Wir haben uns verliebt,“ schwärmte nun auch Trump. Der drohende Krieg war vom Tisch. (Von Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © SAUL LOEB/afp

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