1. Startseite
  2. Politik

Donald Trump: Secret Service Agenten springen ihm zur Seite

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Daniel Dillmann

Kommentare

Die Beweise gegen Donald Trump türmen sich auf. Doch mindestens ein Agent des Secret Service ist offenbar bereit, dem ehemaligen Präsidenten beizustehen - unter Eid.

Washington D.C. – Cassidy Hutchinsons Aussage hatte es in sich. Die damalige Mitarbeiterin von Mark Meadows, Donald Trumps Stabschef, beschrieb, wie der Präsident am 6. Januar seine Personenschützer körperlich attackiert und dem Fahrer seiner Limousine ins Lenkrad gegriffen habe. „Ich bin der verdammte Präsident“, soll das Staatsoberhaupt der USA dabei in Richtung des Secret Service gebrüllt haben, weil sich die Agenten weigerten, ihn zum Kapitol zu bringen - wo seine Anhängerinnen und Anhänger gerade die Parlamentsgebäude stürmten.

Der Bericht Hutchinsons war der vorläufige Höhepunkt im Ausschuss des Kongresses, der in Washington DC tagt. Seit Monaten beschäftigt man sich dort mit dem Sturm aufs Kapitol am 6. Januar, und welche Donald Trump und sein Team dabei gespielt haben könnten. Gleich mehrere Personen aus dem engsten Umfeld Trumps brachen unter Eid mit dessen Legende vom großen Wahlbetrug, und belasteten so zumindest indirekt auch den US-Präsidenten. Dazu zählt mit Sicherheit sein ehemaliger Justizminister William Barr, mit Abstrichen auch seine Tochter Ivanka Trump und deren Ehemann Jared Kushner.

Donald Trumps Bodyguards halten ihm die Treue

Dafür kann sich Donald Trump aber wohl der Loyalität seiner Bodyguards vom Secret Service sicher sein. Dessen Agenten sind in den USA für den Schutz des Präsidenten, der Vize-Präsidentin sowie deren Familien zuständig. Laut mehrerer US-Medien seien zwei der Personenschützer, die an diesem Tag mit Trump im Fahrzeug saßen, bereit, unter Eid der Aussage von Hutchinson zu widersprechen. Trump habe sie weder attackiert noch ins Lenkrad des Fahrzeugs gegriffen.

Einer der Secret-Service-Agenten ist laut dem britischen Guardian Anthony Ornato, aktuell stellvertretender Direktor der Behörde. Laut mehreren US-Medien standen Ornato und Donald Trump sich sehr nahe. Laut dem US-Portal Axios war es der Präsident persönlich, der dafür sorgte, dass Ornato Stabschef des Secret Service im Weißen Haus wurde. US-Präsident Joe Biden hatte demnach zahlreiche Personen ausgetauscht, weil er nicht „von Trump-Loyalisten umgeben“ sein wollte.

Donald Trump, hier noch US-Präsident, mit Ehefrau Melania und unter Schutz des Secret Service. (Archivbild)
Donald Trump, hier noch US-Präsident, mit Ehefrau Melania und unter Schutz des Secret Service. (Archivfoto) © Andrew Harrer/imago

Donald Trump und der Secret-Service-Agent

Aus diesem Grund wollen einige Beobachter:innen in Washington DC die Aussage Ornatos nicht überbewerten. „Er hat als Leiter der Sicherheitsabteilung für Donald Trump gearbeitet. Und der Chef mochte ihn sehr“, so Carol Leonnig, Korrespondentin der Washington Post. Dass Trump Ornato zum Stabschef machte und ihm einen „politische Aufgabe“ zuteilte, sei ein Bruch mit jeder Tradition des Geheimdienstes, so Leonnig. Der bemühe sich stets darum, neutral aufzutreten. Wenn Agenten politische Laufbahnen verfolgen, würden sie ihre Karriere im Secret Service mindestens ruhen lassen. Ornato tat dies nicht.

In seiner Doppelrolle habe Donald Trumps Vertrauter dagegen sichergestellt, dass der Secret Service keine Einwände gegen die vielen Reisen Donald Trumps auf Veranstaltungen oder Fototermine im ganzen Land erheben würde, die mehr mit Trumps Wahlkampf als mit seinem Amt zu tun hatten. „Tony war die heimliche Hand hinter allem. Er tat, was Trump wollte.“ Und damit scheint er erstmal nicht aufhören zu wollen. (dil)

Auch interessant

Kommentare