Auch Jared Kushner, Schwiegersohn von Donald Trump, wird im neuen Buch von Bob Woodward unter die Lupe genommen.
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Auch Jared Kushner, Schwiegersohn von Donald Trump, wird im neuen Buch von Bob Woodward unter die Lupe genommen.

Familie Trump unter Beobachtung

Mauerbau geht vor: Trumps Schwiegersohn Jared Kushner ist trotz Corona voll im Wahlkampf-Modus

  • vonLena Bellon
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In seinem Buch „Rage“ wirft Bob Woodward auch einen Blick auf Jared Kushner. Für Donald Trumps Schwiegersohn ist der Wahlkampf eindeutig wichtiger als die Corona-Krise.

  • In seinem Enthüllungsbuch beschäftigt sich Bob Woodward auch mit Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner
  • Jared Kushner ernennt sich selbst zum ultimativen Donald-Trump-Flüsterer.
  • Auch während der schweren Pandemie hat Jared Kushner nur ein Ziel: Wahlkampf und Mauerbau.

In dem neuen Buch „Rage“ von Bob Woodward wird auch der Schwiegersohn des US-Präsidenten, Jared Kushner, porträtiert. Wie viele andere, zeigt das Buch den Schwiegersohn von Donald Trump als den wichtigsten Berater im Weißen Haus und als jemanden, der nicht ganz begriffen hat, wie die Regierung funktioniert – dabei wird ihm die Verantwortung für weite Teile davon übertragen.

Jared Kushner fordert engagierten Wahlkampf, trotz Corona-Krise

Während der Corona-Krise bekommt Kushner die große Aufgabe zugeteilt, die Tests und die medizinische Versorgung voranzutreiben. Hierbei scheint er das Bild einer jungen, geschäftsorientierten Führungskraft abzugeben und bemüht zu sein, die Corona-Pandemie zurückzuschlagen.

Dennoch verliert er auch in Zeiten der Pandemie nicht das Ziel aus den Augen, das er schon Anfang des Jahres 2019 verfolgte, als das Weiße Haus bereits wieder in den Wiederwahlmodus überging: den Wahlkampf 2020. Mitten in der Welle von Neuinfektionen und Todesfällen hat er nur ein Ziel: Donald Trump müsse dringend in den Wahlkampf-Modus wechseln. Während eine Welle der Neuinfektionen in den USA für Unruhe sorgt, ist Jared Kushner weiterhin voll auf die Wiederwahl fokussiert.

Jared Kushner: „Der Mauerbau ist das entscheidende Wahlkampfthema“

Schon Anfang 2019 hatte Jared Kushner ein klares Ziel vor Augen. Donald Trump müsse die Versprechen des Wahlkampfes 2016 erfüllen, um stark in den neuen Wahlkampf einzusteigen. In Woodwards neuen Buch wird klar, welches Versprechen Jared Kushner anstrebte: „Die Mauer bauen und dafür sorgen, dass die Einwanderungszahlen sinken“.

Zur Person: Jared Kushner

Geburtstag:10. Januar 1981 (39 Jahre)
Geburtsort:Livingston, New Jersey
Ehefrau:Ivanka Trump
Studium:Jura- und Betriebswirtschaftsstudium an New York University
Funktion im Weißen Haus:Chefberater von Donald Trump
Kinder:Arabella Rose, Joseph Frederick und Theodore James

Intern gilt Donald Trumps Schwiegersohn als ultimativer Trump-Flüsterer. Kushner berichtet 2018 schon in einem Interview, dass der Mehrheitsführer des Senats, Mitch McConnell, und der damalige Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, zu ihm gekommen seien, wenn es um Donald Trumps wechselhafte Meinungen ging. Kushner selbst ist aber der Auffassung, dass Donald Trump nicht sprunghaft in seiner Meinung sei, sondern immerzu vom falschen Personal verkehrt informiert werde.

Nicht nur Donald Trump ist unkonzentriert und überheblich in den Interviews

Aber auch Jared Kushner wird oft als überfordert dargestellt, kämpft laut Bob Woodward oft damit, sich über Wasser zu halten. „Es geht überhaupt nicht um die Themen, sondern um die Einstellung“ ist eine von Kushners oberflächlichen Floskeln aus dem Interview mit Woodward. Donald Trump selbst könne seine Aufmerksamkeit während der 18 Interviews, die er mit Woodward geführt hat, ebenfalls kaum aufrechterhalten und greife routinemäßig auf auswendig gelernte Gesprächsthemen oder Kommentare zu Fernsehquoten zurück, wenn er substanzielle Fragen stelle, wie Woodward schreibt.

Als Woodward gegen Ende Februar mit Brad Parscale, dem ehemaligen Trump-Kampagnenleiter, spricht, wird dieser zunächst als innovativ in den Bereichen Marketing und Datenerfassung beschrieben. Es fällt auf, dass er aber auch als übertrieben selbstbewusst wahrgenommen wird und abschließend sicher ist: „Sie werden eines Tages Filme über uns machen“. Da dürfte Jared Kushner auch seine Rolle zu spielen haben. (Von Lena Bellon)

Biden will mithilfe der Briefwahl den Kampf ums Weiße Haus manipulieren: Diese Verschwörungstheorie verbreitet Donald Trump immer wieder. Dem US-Präsidenten könnten die Äußerungen um die Ohren fliegen.

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