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Trump im Interview: „Es geht um Kunst, nicht um Geld“

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Von: Daniel Dillmann

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Der Hype um Donald Trumps digitale Sammelkarten scheint schon wieder vorbei. Die NFTs verlieren deutlich an Wert. Doch um Geld ging es laut Trump selbst ohnehin nicht.

Mar-a-Lago - Donald Trumps digitale Sammelkarten haben an dein Weihnachtsfeiertagen einen deutlichen Wertverlust erlitten. Wie Newsweek berichtet, fiel der Wert der NFTs (Non-Fungible Token) innerhalb einer Woche um 72 Prozent. Das Nachrichtenportal aus den USA bezieht sich dabei auf Zahlen der Website OpenSea, die sich mit Wertentwicklungen von NFTs beschäftigt.

Donald Trump hatte den Verkauf der Sammelkarten am 15. Dezember angekündigt. Insgesamt sollen 45.000 NFTs zum Verkauf gestanden haben. Eine Karte kostete 99 US-Dollar. Auf den Karten waren Zeichnungen von Trump zu sehen, in denen er mal als Cowboy, mal als Astronaut oder mit der Fackel der Freiheitsstatue in seinen Händen inszeniert war. Seine Anhängerschaft reagierte enttäuscht, seine Gegner überschütteten den ehemaligen Präsidenten der USA mit Häme.

Donald Trump interessiert sich für Kunst, vor allem, wenn sie ihn inszeniert. (Archivbild)
Donald Trump interessiert sich für Kunst, vor allem, wenn sie ihn inszeniert. (Archivbild) © Alex Edelman via www.imago-images.de

Donald Trumps Sammelkarten steigen im Wert

Trotz all der Kritik verkauften sich die Sammelkarten Donald Trumps zunächst sehr gut. Laut OpenSea erreichten sie zwei Tage nach Verkaufsstart vorübergehend einen Wert von 999 US-Dollar. Kurz darauf meldete die Firma, die die NFTs vertrieb, deren Ausverkauf. Erst zu Beginn der Weihnachtszeit ist das Interesse an Bildern von Trump als Superheld oder Rennfahrer wieder gesunken. Dennoch besitzt jede Karte aktuell weiterhin einen deutlich gesteigerten Wert. Die 99 Dollar teuren Karten werden immerhin noch für rund 280 Dollar gehandelt.

Für Donald Trump spielt das alles nach eigener Aussage ohnehin keine Rolle. Das sagte der ehemalige US-Präsident am Freitag in einem Interview mit dem ultrarechten TV-Sender One America News (OAN). Er habe nichts über NFTs gewusst, bis „eine Gruppe“ auf ihn zugekommen sei und ihm die Entwürfe gezeigt habt. „Ich liebte die Kunst. Es ist eine Art Comicbuch-Kunst“, so Trump. „Ich schaute mir die Sachen und sagte: ‚Wow, das ist irgendwie süß‘. Das könnte sich verkaufen.“ Er habe die Sammelkarten aber nicht als „Investition“ betrachtet. Vielmehr würde man „für 99 Dollar diese Visionen erhalten, die sehr schön und interessant sind“.

Donald Trump verdient mit Sammelkarten Geld, verspielt aber politisches Kapital

Im Gegensatz zu Donald Trump schätzte das Wall Street Journal die digitalen Sammelkarten sehr wohl als eine Investition ein, als eine gute darüber hinaus. Der Verkauf würde viel Geld in die Kassen Trumps spülen - laut seinen kürzlich veröffentlichten Steuerunterlagen Kapital, dass der 76 Jahre alte Geschäftsmann gute gebrauchen kann. Trump hatte laut den Bescheiden in vier der letzten sechs Jahre ein negatives Einkommen zu verzeichnen.

Anders sieht es das Wall Street Journal bei der Frage, ob der Verkauf der digitalen Sammelkarten auch auf Donald Trumps Kampagne zur Wiederwahl 2024 einzahlt. Die Aktion des selbsternannten Führers der Republikaner hatte auch in den Reihen der eigenen Partei eigentlich nur Kopfschütteln verursacht. Trumps Zustimmungswerte sanken im Anschluss in den Keller, sein innerparteilicher Rivale, Ron DeSantis, konnte in Umfragen dagegen an Boden gut machen. (Daniel Dillmann)

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