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Donald Trump und Russland

Einstiger KGB-Spion verrät: Donald Trump ist seit 40 Jahren „das perfekte Ziel“ für Russland

  • vonMirko Schmid
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Donald Trump ist „auserkoren“: Juri Schwez, ein Ex-Spion des russischen Geheimdienstes KGB, nennt den ehemaligen US-Präsidenten „das perfekte Ziel“ für Russland.

  • Donald Trump soll laut Juri Schwez schon Ende der 70er Jahre seine Kontakte noch Russland intensiviert haben.
  • Der russische Geheimdienst sah nach Angaben eines Ex-Spions schon früh einen Hoffnungsträger in Donald Trump.
  • Alle Informationen rund um den 45. US-Präsidenten finden Sie in den Trump-News.

Moskau - Donald Trump soll über 40 Jahre als „russisches Gut kultiviert“ worden und dazu bereit gewesen sein, antiwestliche Propaganda zu ventilieren - ganz nach dem Geschmack der herrschenden Klasse in Moskau. Das behauptet der frühere KGB-Agent Juri Schwez gegenüber dem „Guardian.“

Russischer Spion vergleicht Donald Trump mit britischem Spionagering

Konkret vergleicht Juri Schwez, in den 80er Jahren von der damaligen Sowjetunion als Spion nach Washington entsandt, den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump mit „den Cambridge Five“, dem britischen Spionagering , der während des Zweiten Weltkriegs und des frühen Kalten Krieges Geheimnisse an Moskau weitergeleitet hatte.

Freigesprochen: Im Juni 2020 feierte Donald Trump seine Reinwaschung in der Russland-Affäre durch seine republikanischen Parteifreunde.

Juri Schwez gilt als einer der wichtigsten Zubringer für das Buch „American Kompromat“ des Journalisten Craig Unger, der vor seiner neusten Veröffentlichung bereits mit den Werken „House of Trump“ und „House of Putin“ bekannt geworden war. „Donald Trump ist ein Beispiel für Leute, die rekrutiert wurden, als sie noch Studenten waren, und dann in wichtige Positionen aufgestiegen sind“, zitiert der „Guardian“ Schwez und beruft sich auf ein Telefonat, dass die englische Tagezeitung mit dem ehemaligen Spion am Montag (25.01.2021) geführt haben will.

Donald Trump besuchte Russland erstmals mit seiner damaligen Ehefrau Ivana

Der Journalist Unger rekonstruiert in seinem Buch, dass Donald Trump bereits im Jahr 1977 im Rahmen seiner Heirat mit dem damaligen russischen Model Ivana Zelnickova zum ersten Mal auf dem Radar der Russen erschienen sein soll. Der ehemalige US-Präsident soll bereits zu diesem Zeitpunkt das Ziel einer Spionageoperation gewesen sein, die vom tschechoslowakischen Geheimdienst in Zusammenarbeit mit dem russischen Geheimdienst KGB überwacht wurde.

Drei Jahre später eröffnete Donald Trump sein erstes großes Immobilienprojekt, das Grand Hyatt New York Hotel in der Nähe der Grand Central Station.  Zur Ausstattung des Hotels soll Trump zu dieser Zeit 200 Fernsehgeräte bei Joy-Lud-Elektronik gekauft haben, einem Fachhandel, der sich im Besitz des aus der Sowjetunion eingewanderten Semyon Kislin befand.

Bereits 1977 soll Russland Donald Trump umschmeichelt haben

Dieser Kislin soll laut Juri Schwez ein sogenannter „Spotter Agent“ gewesen sein, ein KGB-Mitarbeiter, der vielversprechende „Talente“ sichten und anwerben sollte. Ein solches sah Kislin laut Schwez in Donald Trump, damals Geschäftsmann auf dem Vormarsch nach ganz oben. Kislin selbst bestreitet bis heute, jemals für den KGB gearbeitet zu haben.

Die Idee, in die Politik zu gehen, wurde Trump laut den Recherchen des „Guardian“ bereits im Jahr 1987 eingeflüstert. In diesem Jahr besuchte Donald Trump gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau Ivana erstmals Moskau und St. Petersburg. Laut Juri Schwez soll Trump schon zu diesem Zeitpunkt von KGB-Aktivisten umschmeichelt worden sein.

Der russische Geheimdienst KGB soll Donald Trump mit einer Charmeoffensive umworben haben

Der Ex-Major erinnert sich: „Das war eine Charmeoffensive des KGB. Der Geheimdienst hatte zahlreiche Informationen über die Persönlichkeit und das Wirken von Donald Trump gesammelt, um herauszufinden, wer hinter dem großen Namen stand. Die Recherchen ergaben, dass Trump sowohl intellektuell als auch psychisch äußerst verletzlich und Schmeicheleien gegenüber sehr aufgeschlossen gewesen sein soll.“

Schwez weiter: „Das haben sie ausgenutzt. Sie taten so, als wären sie von seiner Persönlichkeit immens beeindruckt und waren sich sicher, dass Donald Trump geradezu dafür gemacht war, eines Tages zum Präsidenten der USA aufzusteigen. Sie sahen in ihm einen Menschen, der die Welt verändern könnte. Also fütterten sie ihn mit aktiven Maßnahmen, wie sie es nannten. Und Trump sprang darauf an. Der KGB verbuchte das als eine große Leistung.“

Bereits Ende der 70er Jahre prüfte Donald Trump seine Chancen auf eine Präsidentschaftskandidatur

Kurz nach seiner Rückkehr in die USA begann Donald Trump erstmals, die Möglichkeit einer Präsidentschaftskandidatur für die Republikaner abzuklopfen. Der damalige Immobilien-Unternehmer veranstaltete zu dieser Zeit sogar eine Wahlkampfkundgebung in New Hampshire. Nicht anders als während seiner kürzlich beendeten Präsidentschaft verfolgte Donald Trump schon damals seine Idee von „America First“ und lästerte in einer Zeitungsanzeige über die Politik von Ronald Reagan, der in seinen Augen zu zimperlich mit dem verbündeten Japan, einem geopolitischen Gegenspieler Russlands, umging.

In Form eines offenen Briefes an die gesamte US-Bevölkerung erklärte Donald Trump in dieser Zeitungsanzeige, „warum Amerika aufhören sollte, für die Verteidigung von Ländern zu zahlen, die es sich leisten können, sich selbst zu verteidigen“. Ein Motiv, das er ebenfalls konsequent beibehielt, wie sich an seiner Präsidentschaft ablesen lässt, während der Trump unter anderem Deutschland immer wieder dafür angegangen war, zu wenig in Verteidigungsausgaben zu investieren.

Das Team von Donald Trump soll 2016 rund 300 Gespräche mit Russland geführt haben

Mit dieser öffentlichen Attacke auf die Außenpolitik der USA schaffte sich Donald Trump schnell Freunde im Kreml. Juri Schwez zeichnet seine Erinnerungen nach: „Es war beispiellos. Etwas Vergleichbares habe ich so nie mitbekommen, bis Trump Präsident der USA wurde. Das war einfach nur albern. Es war kaum zu glauben, dass jemand so etwas unter seinem eigenen Namen veröffentlichen könnte und dass das wirklich ernsthafte Menschen im Westen beeindrucken würde.“

Vor seiner Präsidentschaft soll Donald Trump die guten Drähte nach Moskau wieder aktiviert haben. Das „Moscow Project“, eine Initiative des Center for American Progress Action Fund, zählte nicht weniger als 272 Kontakte und 38 Treffen, die Trumps Kampagnen- und Übergangsteam mit Russland in die Wege geleitet haben soll. Dennoch konnte Sonderermittler Robert Mueller Donald Trump selbst keine strafbare Zusammenarbeit mit Moskau nachweisen.

Der ehemalige KGB-Spion Schwez kritisiert die Russland-Ermittlungen gegen Donald Trump

Schwez, der seine eigenen Ermittlungen in dieser Sache durchgeführt haben will, gibt sich darüber verärgert: „Für mich war der Mueller-Bericht eine große Enttäuschung. Die Leute haben erwartet, dass es sich um eine gründliche Untersuchung aller Verbindungen zwischen Trump und Moskau handelt. Tatsächlich aber ging es in Muellers Ermittlungen nur um eine Untersuchung von etwaigen Straftaten. Es gab keine Aspekte der Spionageabwehr in der Beziehung zwischen Trump und Moskau. Da wollten wir ansetzen. Im Grunde ist Ungers Buch die Fortsetzung der Mueller-Ermittlungen.“

Craig Unger selbst, Autor von inzwischen sieben Büchern und ehemaliger Redakteur des Vanity-Fair-Magazins, sieht ebenfalls ein langjähriges Projekt Moskaus hinter dem späteren US-Präsidenten: „Donald Trump war in vielerlei Hinsicht das perfekte Ziel: Seine Eitelkeit und sein Narzissmus machten ihn zu einem natürlichen Ziel für die Rekrutierung. Sie haben ihn über einen Zeitraum von 40 Jahren kultiviert. Letztlich haben sie ihr Ziel erreicht.“ (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © NICHOLAS KAMM/afp

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