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„Wir werden das auf meine Art regeln“ - Trump warnt DeSantis

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Von: Christian Stör

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Donald Trump
Donald Trump will die Macht bei den Republikanern nicht abgeben. © Andrew Harnik/AP/dpa

Donald Trump will seine Stellung bei den Republikanern verteidigen. Zu spüren bekommt das vor allem sein Gegenspieler Ron DeSantis.

Washington, D.C. - Donald Trump erinnert manchmal an ein Raubtier. In die Enge getrieben ist er am gefährlichsten. Das ist auch jetzt nicht anders. Immerhin ist Trump nach dem schlechten Abschneiden der Republikaner bei den Midterms im November angeschlagen, sein Einfluss scheint zu schwinden. Doch so schnell gibt Trump nicht auf. Also handelt er.

So verkündete er schon kurz nach den Zwischenwahlen seine Präsidentschaftskandidatur für die US-Wahl 2024. Es war ein erstes Zeichen, der innerparteilichen Konkurrenz klarzumachen, wer bei den Republikanern das Sagen hat. Das war wohl auch nötig, macht sich doch bei der Grand Old Party allmählich eine Stimmung breit, die Trump nicht gefallen kann.

Donald Trump will Vorherrschaft bei den Republikanern behaupten

So sind zuletzt die Rufe bei den Republikanern immer lauter geworden, die Ära Trump jetzt endlich hinter sich zu lassen. Als Trump NFT-Sammelkarten von sich versteigern ließ, war das auch seinen Verbündeten zu viel. Selbst sein früherer Berater Steve Bannon ging damals auf Distanz. Und dann war da noch Paul Ryan, der gegenüber CNN davon sprach, dass Trumps Stern schnell verblasse. Der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses wagte es sogar, Trump als „bewährten Verlierer“ zu bezeichnen.

Auch die Medien aus dem Hause Murdoch wandten sich nach den Midterms von ihrem einstigen Helden ab. Besonders pikant war aber die Aufmachung der New York Post, die den Auftritt auf ihrer Titelseite in eine kurze Schlagzeile ganz unten verbannte und spöttisch schrieb: „Mann aus Florida macht Ankündigung“. Nicht mal Trumps Namen nannte das Blatt. 

Dafür feierte die konservative Zeitung einen anderen Vorkämpfer der republikanischen Partei. Immerhin war Ron DeSantis bei den Midterms gerade erst mit einem starken Ergebnis in seinem Amt als Gouverneur von Florida bestätigt worden. DeSantis vertritt zwar ähnliche Hardliner-Positionen wie Trump, wirkt in seiner Außendarstellung aber weniger schrill.

Donald Trump positioniert sich gegen Ron DeSantis

DeSantis ist ohne Frage Trumps größter innerparteilicher Gegenspieler. Was also macht Trump? Er greift DeSantis immer wieder an. Das tat Trump auch in einem Gespräch mit dem konservativen Podcast „The Water Cooler“. Er, Trump, habe DeSantis doch 2018 erst zum Gouverneur gemacht. „Er ist doch nur meinetwegen gewählt worden. Und es gab eigentlich gar keinen Grund, ihn zu unterstützen“, so Trump. „Jetzt habe ich gehört, dass er vielleicht gegen mich antreten will. Also werden wir das so regeln, wie ich die Dinge zu regeln pflege.“

Was er genau damit meinte, blieb unklar – doch Trumps Methoden sind hinlänglich bekannt. So hat er auch schon auf seine bewährten Namensspielchen zurückgegriffen und DeSantis bei einer Veranstaltung als „Ron DeSanctimonious“ bezeichnet. Als Ron, den Scheinheiligen also. Oder er bringt Ehefrau Casey DeSantis ins Spiel. Auch das hat er vor den Midterms schon mal probiert. „Wenn er kandidiert, werde ich Ihnen Dinge über ihn erzählen, die nicht sehr schmeichelhaft sein werden“, so Trump damals. „Ich weiß mehr über ihn als alle anderen, abgesehen vielleicht von seiner Frau, die im Grunde diejenige ist, die seinen Wahlkampf führt.“ Ron DeSantis wird sich in Zukunft wohl noch einiges anhören müssen von Donald Trump. (Christian Stör)

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