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Donald Trump
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Donald Trump freut sich über eine Richtigstellung der „Washington Post“. (Archivbild)

Ex-Präsident fühlt sich im Recht

Donald Trump geht nach Richtigstellung der „Washington Post“ in die Offensive

  • vonMirko Schmid
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Die „Washington Post“ muss richtigstellen, dass sie Donald Trump falsch zitiert hat. Der ehemalige US-Präsident zelebriert sich als Opfer der Medien.

  • Die „Washington Post“ stellt ein angebliches Zitat von Donald Trump richtig.
  • Donald Trump nutzt die Richtigstellung für Medienschelte.
  • Alle Informationen rund um den 45. Präsidenten der USA finden Sie in den Trump-News.

Washington D.C. - Donald Trump, soviel ist bekannt, hält nicht viel auf eine stets korrekte Wiedergabe von Fakten. Die „Washington Post“ recherchierte Ende Januar 2021, dass Trump öffentlich während seiner Amtszeit insgesamt 30.573 falsche oder irreführende Behauptungen aufgestellt hatte. Vor diesem Hintergrund ist es gerade für die traditionsreiche Tageszeitung unangenehm, dass sie nun öffentlich ein falsch wiedergegebenes Zitat Trumps eingestehen musste.

Donald Trump: „Washington Post“ beruft sich auf ungenauen Bericht einer internen Quelle

Dabei dreht es sich um Anrufe Trumps bei Brad Raffensperger, wie Donald Trump Republikaner und Secreatry of State in Georgia sowie dessen Chefermittlerin Chefer Frances Watson. In seiner Funktion ist Raffensperger zuständig für einen ordnungsgemäßen Ablauf der Wahlen in seinem Bundesstaat. Trump soll mehrfach versucht haben, Druck auf seine Parteifreunde in Georgia auszuüben, um den dortigen Wahlsieg von Joe Biden im Rahmen der Präsidentschaftswahl aufgrund von Wahlbetrugsvorwürfen für nichtig zu erklären.

NameWashington Post
Gründungsjahr1877
Auflage werktags254.379 (Stand 2019)
HerausgeberFred Ryan
ChefredakteurMartin Baron

Als Quelle für diese Vorwürfe führte die „Washington Post“ Aussagen aus dem Umfeld Raffenspergers an, welche belegen sollten, dass Donald Trump den Wahlbehörden in Georgia nahegelegt hatte, sie sollten „den Betrug finden“. Ein Gesprächsmitschnitt des Anrufs lag der „Washington Post“ selbst nicht vor. In ihrem Bericht schrieb die Tageszeitung, dass Trump Watson in Aussicht gestellt hätte, als „Nationalheldin“ gefeiert zu werden, sollte sie „den Betrug finden“. Diesen Wortlaut hatte Jordan Fuchs, Raffenspergers Stellvertreter, gegenüber der „Washington Post“ wiedergegeben und soll zu dieser Zeit davon ausgegangen sein, dass kein Tonband des Anrufes vorläge.

Donald Trump über Chefermittlerin Watson: „Den wichtigsten Job im Land“

Später stellte sich jedoch heraus, dass das Gespräch tatsächlich mitgeschnitten worden war. Brad Raffensperger selbst veröffentlichte die Aufnahme, die laut Angaben des „Wall Street Journal“ aus dem digitalen Papierkorb eines Gerätes von Frances Watson sichergestellt worden war. Es stellte sich heraus, dass Donald Trump das von der „Washington Post“ veröffentlichte Zitat nicht exakt so geäußert hatte, wie wiedergegeben.

„Trump sagte der Ermittlerin nicht, sie solle den Betrug finden oder dass sie eine Nationalheldin wäre, wenn sie dies tun würde“, heißt es in der Richtigstellung der „Washington Post“.  Stattdessen forderte Trump sie dazu auf, die abgegebenen Stimmzettel in Fulton County, Georgia, zu prüfen und zu behaupten, dass sie dort „Unehrlichkeit“ finden würde. Darüber hinaus attestierte ihr der damalige US-Präsident, dass sie „gerade den wichtigsten Job im Land“ habe.

Chefermittlerin in Georgia „schockiert“ von Anruf von Donald Trump

Gegenüber dem Fernsehsender WSB-TV Atlanta sprach Frances Watson hinterher darüber, dass sie der Anruf und die Forderung von Donald Trump „schockiert“ habe. Trotzdem habe sie sich davon nicht in ihrer Arbeit beeinflussen lassen. Raffenspergers Büro verteidigte daraufhin seinen Umgang mit den Wahlergebnissen unter dem Druck des Ex-Präsidenten. Aus dieser Aussage geht hervor, dass trotz des nicht komplett korrekt wiedergegebenen Zitats die Grundaussage der „Washington Post“, wonach Trump versucht habe, staatliche Wahlbehörden zu beeinflussen, ihre Richtigkeit beibehält.

Und damit nicht genug: In einem späteren Anruf aus dem Weißen Haus machte Donald Trump gegenüber Brad Raffensperger persönlich deutlich, was er von seinem Parteikollegen erwartete: „Also schauen Sie. Alles, was ich tun möchte, ist das. Ich möchte einfach 11.780 Stimmen finden, was eine mehr wäre als wir haben. Weil wir den Staat gewonnen haben.“

Donald Trump nutzt Richtigstellung der „Washington Post“ als Steilvorlage für Medienschelte

Ungeachtet all dieser Umstände sieht sich Donald Trump jetzt im Recht und darin bestätigt, dass er im Zentrum einer medialen „Hexenjagd“ steht. In einem Statement dankte er der „Washington Post“ zwar für ihre Richtigstellung, nannte im selben Atemzug die weiter bestehenden und mit Tonbandaufnahmen belegten Anschuldigungen, wonach er versucht habe, das Wahlergebnis in Georgia zu beeinflussen, eine „Falschmeldung“: „Medienfehler, Auslassungen, Fehler und völlige Lügen des Establishments sind immer in eine Richtung gerichtet - gegen mich und die Republikaner.“ (Mirko Schmid)

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