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„Der Sturm zieht auf“: Donald Trump versinkt im QAnon-Sumpf

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Von: Christian Stör

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Donald Trump gab in einem Interview erste Hinweise auf eine neue Präsidentschaftskandidatur. Gegen den Ex-Präsidenten laufen zur Zeit Ermittlungen.
Donald Trump verbreitet auf Truth Social Memes der rechten QAnon-Bewegung. © Mary Altaffer/dpa

Die rechte QAnon-Bewegung verbreitet seit mehreren Jahren absurde Verschwörungsmythen. Donald Trump macht inzwischen eifrig mit.

Washington D.C. – In den USA braut sich etwas zusammen, so viel ist sicher. Die Demokraten können sich jedenfalls auf etwas gefasst machen. Und Joe Biden? Der sollte sich besser warm anziehen. Donald Trump macht nämlich Ernst. Der frühere US-Präsident will um jeden Preis zurück ins Weiße Haus. Und nun scheint der große Moment der Abrechnung endlich gekommen.

Davon zumindest ist eine Clique von Verschwörungsgläubigen in den USA fest überzeugt. Und warum auch nicht? Angeblich hat ja eine Macht ihre Hand im Spiel, die sogar über Trump steht. Der liebe Herrgott persönlich sei nämlich für den kommenden Sturm verantwortlich, behauptet ein Anhänger der rechten QAnon-Bewegung auf Trumps Social-Media-Netzwerk Truth Social. Und weiter: „DJT bereitet die Truppen auf den Kampf vor.“ DJT steht natürlich für den 45. Präsidenten der USA, Donald J. Trump.

Donald Trump: QAnon wartet auf den Sturm

Schon seit mehreren Jahren wartet die QAnon-Bewegung sehnsüchtig auf diesen Sturm. Davon zeugt schon der Hashtag #TheStorm, der in diesen Kreisen immer wieder die Runde macht. Oder auch das nicht minder berüchtigte Meme „The Storm Is Coming“. Das alles bezieht sich auf die Idee, wonach Trump bald seinen geheimen Plan veröffentlichen wird, um wieder die Macht in den USA zu übernehmen.

Außerdem werden diesem Mythos zufolge im selben Moment sämtliche Staatsfeinde verhaftet und ins Lager nach Guantanamo Bay geschickt. Schon im Oktober 2017 hatte die QAnon-Bewegung mit einer Festnahme von Hillary Clinton, Barack Obama und dem Finanzinvestor George Soros gerechnet. Allerdings wurde dann nichts daraus.

Donald Trump flirtet mit QAnon-Bewegung

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Denn die Welt ist aus QAnon-Sicht ja völlig aus den Fugen geraten. Demnach existiert eine Elite aus pädophilen Satanisten, die Kinder entführt, foltert und ermordet, um aus dem Blut ein Serum zur Verjüngung zu gewinnen. Und nur einer kann die USA von diesem Übel befreien: Donald Trump.

Der hat lange nur mit der rechtsextremen QAnon-Bewegung geflirtet, mal ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger. Doch seit er nicht mehr im Amt ist, hat sich das nach und nach geändert. Jetzt jedenfalls ist Donald Trump vollends im rechten Verschwörungslager angekommen, er befindet sich quasi bereits im Auge des Sturms.

Donald Trump veröffentlicht QAnon-Meme

Es bedarf nur eines Blickes auf Truth Social, um sich darüber im Klaren zu werden. So hat er schon einmal vor Kurzem seiner Wut dort freien Lauf gelassen, bevor er nun erneut ein Bild von sich selbst veröffentlichte mit einer Q-Anstecknadel auf seiner Anzugjacke über der Überschrift „The Storm Is Coming “ und „WWG1WGA“. Der zweite Satz steht für „Where we go one, we go all“ (etwa „Wohin einer von uns geht, dahin gehen wir alle“) und ist ein Schlachtruf, der aus dem Segelabenteuer „White Squall – Reißende Strömung“ von Jeff Bridges aus dem Jahr 1996 stammt.

Jetzt heißt es also für die Rechten in den USA nur noch abzuwarten, bis Donald Trump das Signal zum Aufbruch gibt. Dann wird er das Ruder wieder in die Hand nehmen. Die QAnon-Bewegung ist zumindest fest davon überzeugt. (cs)

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