Donald Trump: Präsident, Unternehmer, Skandalverursacher
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Donald Trump: Präsident, Unternehmer, Skandalverursacher

„Make America great again“

Donald Trump: Präsident, Unternehmer, Skandalverursacher

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
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Donald Trump ist seit 2017 der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Alles, was Sie zu Amerikas polarisierendem Präsidenten wissen müssen.

Kaum ein anderer hat die politische und mediale Landschaft der vergangenen Jahre so geprägt wie er. Die Rede ist von Donald John Trump, der seit Januar 2017 der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist. Zudem war er lange Zeit davor bereits als CEO des Mischkonzerns "The Trump Organization" tätig. Doch wie wurde aus dem gewieften Unternehmer der Präsident der mächtigsten westlichen Nation?

Donald Trump: Wer ist der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika? 

Donald Trump wurde am 14. Juni 1946 in Queens in New York geboren. Sein Vater war erfolgreicher Immobilien-Unternehmer, seine Mutter eine Fischerstochter aus Schottland. Sein Großvater Frederick Trump und Großmutter Elisabeth Christ waren gebürtige Deutsche und kamen aus Kallstadt in Rheinland-Pfalz. Trumps Vater Fred Trump machte sich einen Namen durch den Bau von Wohnhäusern in den New Yorker Stadtteilen Brooklyn und Queens und wurde dadurch zum Multimillionär. Im Alter von gerade einmal 25 Jahren übernahm Donald Trump die Leitung des Unternehmens Trump Management, während sein zu diesem Zeitpunkt 65 Jahre alter Vater die Position eines Chairmans bekleidete.

Donald Trump mit seiner damaligen Verlobten Marla Maples im Juli 1991.

Während seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften an der Fordham University in New York und der Wharton School in Philadelphia kaufte Trump mit dem Kapital seines Vaters marode Häuser, sanierte sie und verkaufte sie anschließend als Mietshäuser teuer weiter. Donald Trump stellte sich dabei clever an: laut dem von Journalisten veröffentlichten Buch „Trump Revealed“ spielte er Verkäufer, Investoren und Stadt geschickt gegeneinander aus, um seine Ziele zu erreichen. Politisch bezog Trump damals noch keine Positionen. Er beteiligte sich auch nicht an den zu dieser Zeit omnipräsenten Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg. 

1983 errichtete Donald Trump den sogenannten „Trump-Tower“ in Manhattan. Das 202 Meter hohe Gebäude wurde als „protzig“ beschrieben und zielte Medienberichten zufolge auf Prestige für das Trump-Unternehmen ab. Heutzutage gehört Donald Trump zu den erfolgreichsten und bekanntesten Geschäftsleuten der USA. 

Im Jahr 1977 heiratete Donald Trump das Model Ivana Zelníčková Winklmayr. Aus der Ehe mit der gebürtigen Tschechoslowakin gingen seine beiden Söhne Donald Jr., Eric sowie Tochter Ivanka hervor. Nach einer Scheidung im Jahr 1990 war Donald Trump von 1993 bis 1999 mit der Schauspielerin Marla Maples verheiratet. Aus dieser Ehe ging Tochter Tiffany hervor. 2005 heiratete Trump das Model Melania Knauss, mit der er bis heute verheiratet ist. Mit ihr zusammen hat er seinen jüngsten Sohn Barron

Donald Trump als US-amerikanischer Politiker 

Donald Trumps politische Karriere verlief zunächst recht holprig. 1987 trat er den Republikanern bei. 1999 erfolgte der Wechsel zur Independence Party. 2001 wechselte er zu den Demokraten, bevor er 2009 wieder zu den Republikanern zurückkehrte. Kandidaturen als Gouverneur oder US-Präsident hatte Trump zu diesem Zeitpunkt bereits mehrfach in Erwägung gezogen, jedoch diese Pläne nicht weiter verfolgt. 

In die politische internationale Welt tauchte Donald Trump erstmals 2011 ein, als er erneut eine Präsidentschaftskandidatur für die Republikaner in Erwägung zog. Er behauptete im selben Jahr, dass der damalige Präsident Barack Obama gar nicht in den USA geboren sei. 

Im Juni 2015 kündigte Donald Trump an, sich für die Republikaner bei der Wahl zum US-Präsidenten als Kandidat aufstellen zu lassen. Er war damit der erste Kandidat einer großen Partei der USA, der zuvor kein politisches Amt bekleidet hatte. Sein Slogan lautete „Make America Great Again“, den zuletzt Ex-Präsident Ronald Reagan im Jahr 1980 benutzt hatte. „Ich bin offiziell Kandidat für das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten und wir werden unser Land wieder zu alter Größe führen“, sagte Trump im Juni 2015. Das Land brauche wieder einen „wirklich großen Führer.“ 

Das rhetorische Niveau während den Vorwahlen der Republikaner sank dabei auf ein historisches Tief. „Er hat meine Hände beleidigt“, sagte Trump über seinen Mitbewerber Marco Rubio. Tatsächlich bezog sich Rubio auf etwas anderes. „Ihr wisst, was man über Typen mit kleinen Händen sagt“, hatte Rubio bei einem Wahlkampfauftritt gesagt. Schlussendlich setzte Trump sich gegen 16 Kandidaten der Republikaner durch und wurde am 19. Juli 2016 auf dem Parteitag der Republikaner zum Präsidentschaftskandidaten gewählt. 

Während des Wahlkampfs wurden erstmals Vorwürfe laut, Trump hätte sich mit russischen Geheimdiensten abgesprochen, um seiner Gegenkandidatin Hillary Clinton zu schaden. Trump attackiert die Ermittler in der Russlandaffäre immer wieder. Er nennt die Untersuchung eine politisch motivierte „Hexenjagd“. 

Donald Trump: Seine Wahlversprechen

  • Sicherung der Grenzen: Sein wohl prominentestes und wohl heikelstes Wahlversprechen. Viele Menschen aus Libyen, Iran, Somalia, Syrien, Jemen, Nordkorea und Venezuela dürfen nicht mehr einreisen. Doch Trumps Ankündigung, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen zu wollen, kommt kaum voran. Mexiko weigert sich, „für die Mauer zu bezahlen“, wie Trump es nennt, und auch der US-Kongress hatte wenig Interesse an solch einem Projekt. Bereits die Ankündigung, härter gegen illegal Eingewanderte vorzugehen, hat zu einem Rückgang der Einwanderung geführt. 
  • Stärkung der amerikanischen Wirtschaft: Steuersenkungen und der Abbau von Umweltauflagen stärken die Wirtschaft. Auch die Arbeitslosenquote sinkt unter der Wirtschaftspolitik von Donald Trump. Anders sieht es auf internationaler Ebene aus: Der Handelskonflikt mit China hat zu einem Wachstumsdefizit von 4,2 Prozent im zweiten Quartal 2018 auf 2,1 Prozent im zweiten Quartal 2019 verlangsamt. 
  • Die Stärkung der Mittelschicht: Durch den Bau neuer Straßen, Brücken und Flughäfen sollte die Mittelschicht gestärkt werden. Eine Steuerreform sollte den Durchschnittsverdienern jährlich mindestens 4.000 US-Dollar mehr einbringen. 
  • Obamacare abschaffen: Trump will die Gesundheitsreform des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama revidieren und durch eine „bessere, günstigere Alternative“ ersetzen. Doch die Reform scheiterte an mangelnder Zustimmung im Kongress. 
  • Kampf gegen den Terror: Trump setzt auf Bodentruppen gegen feindliche Bedrohungen wie den sogenannten „Islamischen Staat“ (IS) und will zugleich die arabischen Länder stärker in die Pflicht nehmen. Er werde die „beste Operation zur Gewinnung von Geheimdienstinformationen der Welt“ schaffen. 

Ein Wahlsieg von Donald Trump galt am Stichtag des 08. November 2016 noch als unwahrscheinlich. Hillary Clinton erhielt im Endergebnis mehr Wählerstimmen (48,18 %) als Donald Trump (46,09 %), doch er konnte mehr Wahlmännerstimmen (304 zu 227) für sich beanspruchen. Swing States waren wichtig für seine Wahl. Am Abend des Sieges betonte Trump, er wolle „der Präsident aller Amerikaner“ sein. 

Donald Trump als Präsident 

Donald Trump ist ein Skandalverursacher. Bereits der Wahlkampf gegen seine Konkurrentin und Demokratin Hillary Clinton wurde durch Affären geprägt. Vor allem über den Kurznachrichtendienst Twitter sorgte und sorgt noch immer regelmäßig für Aufsehen. Eines seiner populärsten Themen ist dabei die mediale Berichterstattung über ihn. Als „Fake News“ bezeichnet er sie. Der Präsident selbst kommt selbst dabei nicht gut weg: Laut der „Washington Post“ hat Donald Trump bis zum Oktober 2019 über 13.000 falsche oder fehlleitende Behauptungen aufgestellt. Der US-amerikanische Philosoph Harry G. Frankfurt bezeichnete Trump als „Bullshitter“, der den Bezug zu Wahrheit und Lüge verloren habe und stattdessen irgendwelche Behauptungen in die Welt setze. 

Berühmt ist der Präsident auch für sein schnelllebiges Kabinett. Donald Trump tauscht sein Personal so schnell aus wie kein amerikanischer Präsident vor ihm. Justizminister Sessions, der Pentagonchef Mattis und der Energieminister Perry sind nur einige Mitarbeiter, die gehen mussten oder wollten. 

Für seine größte politische Krise sorgte Trump mit der sogenannten Ukraine-Affäre. Im Herbst 2018 zeichnete sich ab, dass Donald Trumps größter Rivale Joe Biden ein möglicher Gegenkandidat bei der Präsidentschaftswahl 2020 werden könnte. Konkret ging es um ein Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, in dem Trump auf Ermittlungen gegen seinen Rivalen Joe Biden gedrängt hat. Das demokratische Lager sah in diesem Handeln den Versuch, die Wahl zu beeinflussen und möglichen Amtsmissbrauch. Daraufhin wurde das Impeachment-Verfahren gegen Trump initiiert, das im Januar 2020 mit einem Freispruch desselben endete.

Donald Trump werden darüber hinaus immer wieder rassistische und sexistische Äußerungen zur Last gelegt. Unter anderem ein Video von 2005, in dem Trump postulierte, er könne jeder Frau zwischen die Beine greifen, führte zu heftiger Kritik. Auch über Mexikaner sagte er, sie brächten Drogen, Kriminalität und seien Vergewaltiger. Mehrfach traten Frauen an die Öffentlichkeit und behaupteten, von Trump sexuell belästigt worden zu sein.

Fox News: Donald Trumps Lieblingssender

Der US-amerikanische Kabelfernsehsender Fox News mit Sitz in New York ist bekanntermaßen Donald Trumps Lieblingssender. Gegründet wurde er von Medienmogul und 21st-Century-Fox-Chef Rubert Morduch 1996 nach dem Wahlsieg Bill Clintons zum US-Präsidenten (1993) mit dem Ziel, den als zu liberal wahrgenommenen Medienhäusern wie CNNWashington Post und New York Times etwas entgegenzusetzen.

Es entstand ein konservativ ausgerichteter Sender mit dem Framing der Republikanischen Partei. 2001 ernannte sich der umstrittene „Fox-News-Pionier“ Roger Ailees zum dauerhaften CEO des Senders, der schon als Medienberater für Nixon und Reagan arbeitete. Das Logo lautete bis 2017 „Fair and Balanced“ und wechselte dann zu „Most Watched. Most Trusted“.

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